«Grosse Schuld» der Kirche Bischofskonferenz weiss von 223 sexuellen Übergriffen

Die Schweizer Bischofskonferenz hat am Montag in Sitten eine Gebets- und Bussfeier für die Opfer sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld durchgeführt. Zwischen 2010 und 2015 haben sich 223 Opfer gemeldet.

Missbrauchs-Fälle an Bischofskonferenz: Bereits 233 Fälle gemeldet play
Bischof Charles Morerod war auch zugegen, als im Januar 2016 eine Studie über das Institut Marini veröffentlicht wurde. Im katholischen Pensionat Marini im Kanton Freiburg sind Kinder von 1929 bis 1955 sexuell missbraucht worden (Archivbild). KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Schimmel-Alarm in der beliebten Baby-Giraffe! Sophies schmutziges Geheimnis
2 Ärzte des Zürcher Kinderspitals schlagen Homöopathie-Alarm ...
3 Zürcher Versicherungs-Chef macht «Plauschfahrt» Mit 174,7 km/h auf...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden

Der Gebets- und Bussfeier in der Basilika von Valeria in Sitten (VS) stand der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Charles Morerod, vor. Er bekannte in einem Gebet: «Grosse Schuld ist in unserer Zeit in der Kirche und auch in unseren Diözesen und Gemeinschaften offenbar geworden - eine Schuld Einzelner, eine Schuld, die auch durch bestimmte Strukturen sowie Verhaltens- und Denkmuster ermöglicht worden ist.» Die Schuld sei mehrschichtig.

Morerod nannte den Übergriff als solchen, aber auch das gleichgültige Schweigen und die unterlassene Hilfe für das Opfer. «Wir fühlen uns auf verschiedenen Ebenen verantwortlich und verdanken den Opfern, dass sie uns die Augen geöffnet haben», sagte Morerod.

Im Anschluss an die Gebets- und Bussfeier informierten Vertreter der Schweizer Bischofskonferenz, der Vereinigung der Höheren Ordensoberen und der Römisch-katholischen Zentralkonferenz der Schweiz über den Stand der Frage der sexuellen Übergriffe im kirchlichen Umfeld. Besonders erdrückend sei die Situation der Opfer früherer sexueller Übergriffe, die nach staatlichem und kirchlichem Recht verjährt seien, hiess es.

Vor sechs Jahren hatten sich die Schweizer Bischöfe in Einsiedeln öffentlich zur Mitschuld der Kirche am Leiden jener Menschen bekannt, wie die SBK in Erinnerung rief. Sie hatten die Opfer dazu aufgerufen und ermutigt, sich zu melden.

Das Fachgremium «sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» der SBK hat seit dem ersten Aufruf von 2010 jährlich eine Statistik der gemeldeten Fälle erstellt. Während 2010 im Zeichen des erstmaligen Aufrufs in der Schweiz 115 Fälle sexueller Übergriffe in den diözesanen Stellen gemeldet wurden, waren die Zahlen in den folgenden Jahren deutlich niedriger.

24 Fälle sexueller Übergriffe wurden 2011 gemeldet, neun Fälle waren es im Jahr 2012, je elf Fälle in den Jahren 2013 und 2014 und 24 Fälle im Jahr 2015. Der grosse Teil der gemeldeten sexuellen Übergriffe geschah in der Zeit von 1950 bis 1990.

Von den 223 in den sechs Jahren gemeldeten Opfern waren zum Zeitpunkt der Taten 49 Kinder unter zwölf Jahren. 23 weibliche und 56 männliche Jugendliche waren zwischen zwölf und 16 Jahre alt. Hinzu kamen 43 erwachsene Frauen und 38 erwachsene Männer, die Opfer sexueller Übergriffe geworden waren. Bei 14 Opfern waren über das Alter zum Tatzeitpunkt keine Angaben erhältlich. (SDA)

Publiziert am 05.12.2016 | Aktualisiert am 05.12.2016
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden