Keinen Lohn während Quarantäne?

  • Publiziert: 22.07.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Die Visana greift durch. Angestellte, die in einem Risikoland Ferien machen, sollen danach eine Woche zu Hause bleiben – ohne Lohn.

Der Krankenversicherer Visana verlangt von seinen Angestellten, dass sie nach Ferien in einem Schweinigrippe-Risikoland eine Woche zu Hause bleiben. Bis jetzt gilt bei der Visana, dass die Betroffenen für die Zeit in Quarantäne keinen Lohn erhalten. Die Belegschaft sei im Frühling entsprechend informiert worden, bestätigt Sprecher Christian Beusch.

Doch nun soll ein externe Gutachten klären, ob die Mitarbeiter während der Quarantäne trotzdem Lohn erhalten sollen. «Wir wissen, dass die Rechtslage heikel ist», räumt Beusch ein.

Vorderhand zu Lasten des Arbeitgebers

An der Quarantäne hält die Visana weiterhin fest. Bis zum Vorliegen des Gutachtens geht die Quarantänezeit aber nicht mehr zu Lasten der Arbeitnehmer, wie Beusch betont. Je nach Ergebnis des Gutachtens wird dann neu entschieden.

Bisher waren zwölf Personen von der Quarantäne-Weisung betroffen. Sie blieben ohne Lohn zu Hause. Kommt das Gutachten zu einem anderen Schluss, wird ihnen laut Beusch die Quarantäne als Arbeitszeit gutgeschreiben.

Ferienrückkehrer erwartet

Derzeit gibt es bei der Visana keine Quarantänefälle. Beusch erwartet aber kommende Woche «einige Ferienrückkehrer». Betroffen dürften insbesondere Angestellte sein, die ihre Ferien in Spanien verbrachten. Zu den rund 40 Risikogebieten gehören neben Spanien beispielsweise auch die USA, die Karibik, oder Grossbritannien.

Beim Bund geht man davon aus, dass in der Schweiz rund zwei Millionen Menschen erkranken dürften. Wie sich Betriebe vorbereiten können, haben das Bundesamt für Gesunheit (BAG) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) in einem Handbuch skizziert. (SDA)

Dank Schweinegrippe wieder eingestellt

Wegen hoher Medikamenten-Bestellungen durch die Schweinegrippe hat der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) in Frankreich 160 entlassene Angestellte vorübergehend wieder eingestellt. Da allerdings nicht genügend der ehemaligen Mitarbeiter dem Aufruf zur Rückkehr wegen folgten, musste GSK auch 70 Temporär-Arbeiter anstellen.

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