Keine Tickets für diesen FCB-Fan: Sein Dialekt passte der Kassenfrau nicht!

AARAU - AG - Das erste Super-League-Spiel in Aarau war ein halbes Geisterspiel. Dass moderate FCB-Fans ohne Fantrikots trotzdem zugelassen waren, schienen nicht alle mitbekommen zu haben.

Beim 1. Superleague-Spiel FC Aarau gegen FC Basel blieb der Gästesektor gesperrt. Nur 3644 Fans kamen ins Stadion - auch viele Heimfans blieben dem Spiel fern. play

Beim 1. Superleague-Spiel FC Aarau gegen FC Basel blieb der Gästesektor gesperrt. Nur 3644 Fans kamen ins Stadion - auch viele Heimfans blieben dem Spiel fern.

Keystone

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Dem ersten Super-League-Spiel des FC Aarau gegen den FC Basel am Samstagabend wohnten lediglich 3644 Zuschauer bei, der Gästesektor blieb gesperrt. Nur die heimischen Fans durften mit ihrem FC jubeln, als der Mannschaft der Anschlusstreffer in der 85. Minute gelang. Das halbe Geisterspiel war eine Sanktion der Disziplinarkommission der Swiss Football League (SFL) wegen den Ausschreitungen vom 15. Mai 2014 in Aarau.

So blieben die meisten Basel-Anhänger zu Hause. Nur eine Handvoll Kinder in FCB-Trikots waren am Samstag im Brügglifeld, ansonsten unterstützten fast ausschliesslich Aarau-Fans ihre Mannschaft.

Ticketverkauf eingeschränkt

Um möglichst keine Gästefans im Stadion zu haben, hatte der FC Aarau im Vorfeld den Ticketverkauf stark eingeschränkt. So gab es etwa keine online-Tickets, sondern lediglich einen Vorverkauf an den Aarau-Kassen. Allerdings waren moderate FCB-Anhänger ebenfalls gestattet, sofern sie nicht in Gruppen anreisten, nicht provozierten und möglichst nicht in rot-blau erschienen.

Dieses Detail schien einer Ticketverkäuferin entgangen zu sein. Sascha Erzer aus Kölliken AG und sein 7-jähriger Sohn wären auch gerne zum Saisonauftakt auf der Tribüne gesessen. Aber nix da: Beim Vorverkauf am Ticketschalter des FC Aarau blitzte der Papa, der ursprünglich aus dem Baselbiet stammt, ab. Obwohl der FCB-Fan neutral gekleidet war.

Vorwurf, ein Randalierer zu sein

«An der Kasse des FC Aarau wurde mir verboten, Tickets zu beziehen, da ich einen Basler Dialekt spreche. Mir wurde vorgeworfen, ich versuche nur auf einem anderen Weg Zugang zu erhalten, um Radau zu machen», erzählt der Blick-Leser. Sascha Erzer ist empört. Er sei zwar Basel-Fan, aber «ich besuche die Spiele aus Liebe zum Verein und zum Sport und nicht, um zu prügeln.»

Der Papa meldete sich schriftlich beim FC Aarau. Dort entschuldigte man sich in aller Form für den Vorfall. «Möglicherweise war die Person nicht richtig instruiert worden», schreibt der Verein. «Es kann selbstverständlich nicht sein, dass Tickets nicht verkauft werden, nur weil jemand den falschen Dialekt spricht.»

Happy End für FCB-Fans

Als Wiedergutmachung wurden Sascha Erzer zwei Gratis-Tickets angeboten. Dieser freute sich sehr über das Angebot. «Ein grosses Kompliment für diese Reaktion.»

Schade nur, dass er es nicht annehmen konnte: Sascha Erzer musste kurzfristig ins Ausland und konnte den Match nur am TV sehen. Das Spiel endete mit einem 2:1 für Basel. So gesehen für die FCB-Familie doch noch ein Happy-End. (ct)

Publiziert am 21.07.2014 | Aktualisiert am 21.07.2014
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14 Kommentare
  • libranti  liborio aus Pratteln
    22.07.2014
    Hätten wir schon früher härtere und konsequente Gesetze,würde sowas garnicht passieren, dass Sektoren gesperrt werden. Es kann doch nicht sein, das man nicht an ein Fussballspiel hingehen kann ohne das etwas passiert. Man müsste doch friedlich ein Spiel anschauen können ohne Randalierer. Schade für den Fussball und deren Clubs. Ich wünsche mir friedliche Spiele ohne das jemand einschreiten muss.
    • Jonas  Schärer , via Facebook 22.07.2014
      Dann könne sie ja 99 Prozent der Spiele ohne Probleme besuchen... Ich empfehle Ihnen höchstens die Spiele FCB vs FCZ und GC vs FCZ zu meiden...
  • Stefan  Spillmann , via Facebook 22.07.2014
    Sanktionen verhängen die durchsetzbar sind...also Geisterspiel für alle oder keinen
  • Elisabeth  Meili , via Facebook 22.07.2014
    Was für alle FCB-Fans gilt, soll auch für IHN gelten! Kann ja sein, dass er Tickets seinen Randallierer-Kollegen weiterverkauft.
    Ich finde die Reaktion der Kassa-Frau Okay!
  • Markus  Brunner aus Basel
    22.07.2014
    Ich und zwei Kollegen Basler wollte mit einer Freundin AG rein und musste zuerst etwas diskutieren. Dann hat sich ein FCA-Fan zu uns gesellt und gesagt wir wären mit ihm da. Danke nochmals.
  • Samuel  Ritter aus Birsfelden
    21.07.2014
    Man könnte fast meinen der FCA habe das Geld nicht nötig. Ausserdem waren etliche FCB Fans im Stadion anzutreffen.