SATTEL - SZ - Dass der Juli grösstenteils bachab geht, habe er ja vorhergesagt, meint der populäre Wetterfrosch. Für den August hat er auch keine guten Nachrichten.
Ist der Mann nur ein Glückspilz oder tatsächlich ein Genie? Es war Mitte April, als Martin Horat, der populärste aller Muotathaler Wetterschmöcker, seine Sommerprognose wagte – aufgrund des Geschmacks von Schnee. «Bikini-Wetter ab dem 20. Juli», sagte er. Immerhin: Ab morgen, 23. Juli, soll endlich sonniges, warmes Sommerwetter Einzug halten.
Auch sonst lag Horat mit seiner Juli-Prognose gar nicht so schlecht. Für die erste Woche prophezeite er Hitze, in Tat und Wahrheit war es wechselhaft und mässig warm. Aber die vielen miesen Tage, die sah er voraus. Nach der ersten Woche sei es «unbeständig mit viel Regen». Tatsächlich: Ab dem 7. war es regnerisch, teilweise auch sehr kühl.
Und der August, Herr Horat?
«Nur wenige schöne Tage im ersten Drittel», sprudelt es aus ihm heraus. «Dann sollte es bis zum 20. etwas besser werden, bevor es bereits herbstlich neblig wird.»
Ganz dramatisch sieht der Sensehändler den September. Nach einem wechselhaften Auftakt erwartet er um Mitte Monat «Schnee bis weit hinunter». Oje!
Zwischendurch raubt ihm immer wieder ein Husten die Worte. «Hartnäckige Bronchitis», erklärt er. Hat er seine Voraussage vom «unbeständigen Wetter mit viel Regen» zu wenig ernst genommen? «Nein, nein», winkt er ab. «Die Erkältung habe ich mir geholt, weil ich an den warmen Tagen vor der Regenphase beide Fenster meines Autos runterkurbelte. Das gab Durchzug.»
Mit seiner Sommerprognose ist der gefragte Wettermissionar bis jetzt zufrieden. «Es hat recht gut gestimmt», findet er.
Über einen Volltreffer freut er sich besonders: «Am 18. Dezember habe ich den Organisatoren des Zentralschweizerischen Jodlerfestes gegen Ende Juni drei schöne Tage prophezeit. Genau so war es!»
Das Wetter kann Horat also immer noch schmöcken, obwohl er seit einiger Zeit auf seine schrägste Methode verzichtet: Um die Oberschenkel von Waldameisen zu studieren, setzte er sich schon mal mitten auf einen Haufen. Schweiz Tourismus machte daraus einen kultigen TV-Werbespot.
«Weil eine Frau in Bern oben reklamiert hat, wurde es Schweiz Tourismus vorübergehend untersagt, Werbung mit mir und den Ameisen zu machen.» Seither meide er die Insekten, so Horat.
An die Methode, das Wetter anhand von Schnee vorauszusagen, erinnerte ihn übrigens Regisseur Xavier Koller, der einen Film über die Wetterschmöcker drehte. «‹Friss Schnee›, hat er mir auf dem Stoos oben gesagt», erzählt Horat. Der schmeckte erst süsslich, dann aber plötzlich bitter. Da wusste Horat: «Der Herbst wird schlecht.»
Wir sind gespannt.
Beliebteste Kommentare
Alle Kommentare (10)