Besuch beim berühmten Wetter-Schmöcker Keine Sonne in Sicht

SATTEL - SZ - Dass der Juli grösstenteils bachab geht, habe er ja vorhergesagt, meint der populäre Wetterfrosch. Für den August hat er auch keine guten Nachrichten.

  • Aktualisiert: 21.07.2012
  • Von Niklaus Wächter

Ist der Mann nur ein Glückspilz oder tatsächlich ein Genie? Es war Mitte April, als Martin Horat, der populärste aller Muotathaler Wetterschmöcker, seine Sommerprognose wagte – aufgrund des ­Geschmacks von Schnee. «Bikini-Wetter ab dem 20. Juli», sagte er. Immerhin: Ab morgen, 23. Juli, soll endlich sonniges, warmes Sommerwetter Einzug halten.

Auch sonst lag Horat mit seiner Juli-Prognose gar nicht so schlecht. Für die erste Woche prophezeite er Hitze, in Tat und Wahrheit war es wechselhaft und mässig warm. Aber die vielen miesen Tage, die sah er voraus. Nach der ersten ­Woche sei es «unbeständig mit viel Regen». Tatsächlich: Ab dem 7. war es regnerisch, teilweise auch sehr kühl.

Und der August, Herr Horat?

«Nur wenige schöne Tage im ersten Drittel», sprudelt es aus ihm heraus. «Dann sollte es bis zum 20. etwas besser werden, bevor es ­bereits herbstlich neblig wird.»

Schnee im September

Ganz dramatisch sieht der Sensehändler den September. Nach einem wechselhaften Auftakt erwartet er um Mitte Monat «Schnee bis weit hinunter». Oje!

Zwischendurch raubt ihm immer wieder ein Husten die Worte. «Hartnäckige Bronchitis», erklärt er. Hat er seine Voraussage vom «unbeständigen Wetter mit viel Regen» zu wenig ernst genommen? «Nein, nein», winkt er ab. «Die Erkältung habe ich mir geholt, weil ich an den warmen Tagen vor der Regenphase beide Fenster meines Autos runterkurbelte. Das gab Durchzug.»

Mit seiner Sommerprognose ist der gefragte Wettermissionar bis jetzt zufrieden. «Es hat recht gut gestimmt», findet er.

Über einen Volltreffer freut er sich besonders: «Am 18. Dezember habe ich den Organisatoren des Zentralschweizerischen Jodlerfestes gegen Ende Juni drei schöne Tage prophezeit. Genau so war es!»

Die Oberschenkel der Waldameisen

Das Wetter kann Horat also immer noch schmöcken, obwohl er seit ­einiger Zeit auf seine schrägste ­Methode verzichtet: Um die Oberschenkel von Waldameisen zu studieren, setzte er sich schon mal mitten auf einen Haufen. Schweiz Tourismus machte daraus einen kul­tigen TV-Werbespot.

«Weil eine Frau in Bern oben reklamiert hat, wurde es Schweiz Tourismus vorübergehend untersagt, Werbung mit mir und den Ameisen zu machen.» Seither meide er die Insekten, so Horat.

An die Methode, das Wetter anhand von Schnee vorauszusagen, erinnerte ihn übrigens Regisseur Xavier Koller, der einen Film über die Wetterschmöcker drehte. «‹Friss Schnee›, hat er mir auf dem Stoos oben gesagt», erzählt Horat. Der schmeckte erst süsslich, dann aber plötzlich bitter. Da wusste Horat: «Der Herbst wird schlecht.»

Wir sind gespannt.

Beliebteste Kommentare

  • duarte  bach
    Herr Horat ist ein Genie. Er könnte Dank seiner Echtheit die SF Meteo und andere Wettershows machen und die möchtegern Originellen Moderatoren ersetzen.
  • Freddy  Gilgen , Bern
    Ein lustiger und unterhaltsamer Zeitgenosse dieser Horat. Aber dass der Juli verregnet wird, dass kann ich auch schon fürs 2013 und 2014 voraussagen. Das ist nämlich meistens so... Die Trefferquoten unserer "richtigen" Metrologen waren im übrigen in den letzten Wochen katastrophal. Meistens war die Prognose am Abend nicht mal für den nächsten Tag korrekt... Vielleicht sollte die ihre Methoden auch mal überdenken.
    • 22.07.2012
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Alle Kommentare (10)

  • Elvis  Altherr , St Gallen , via Facebook
    geilä Siech.. weiter so! Horat im Gegensatz zu den "vertrockneten" Wettermoderatoren haben SIe wenigstens noch Humor
    • 22.07.2012
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  • Stella  Luna , Zürich , via Facebook
    Herr Horat,ich wünsche Ihnen das Sie sich, mit Ihren Wetter Prognosen für
    August und September,irren,ich möchte entlich schönes Wetter.
  • Peter  Joachim , via Facebook
    Wetterprognosen auf lange Frist sind wie Kafisatzlesen, egal ob mit vielen teuren Computern und Satelliten oder mit Schnee und Ameisen.
    Wer das ernst nehmen will, ok, für mich hat das lediglich Unterhaltungswert.
  • Nadja  Rossi , Uster
    Ich verstehe nicht, dass es offenbar Leute gibt, denen der Sommer 2012 bisher nicht gefallen hat. Mir hat er bisher - mal abgesehen von der Hitzeperiode Mitte Mai und Ende Juni - sehr gut gefallen. Angenehm kühle Temperaturen, dank denen man in der Nacht auch gut schlafen und tagsüber konzentriert arbeiten kann. Kommt dazu, dass Temperaturen über 25 Grad auch ziemlich unhygienisch sind. Oder wer bitte findet es hygienisch, wenn es überall in den Züge, Trams etc. nach Schweiss stinkt?
    • Yves  Nox , via Facebook
      allerdings frau rossi! heute ist genau so ein toller tag - es ist sonnig aber nicht zu warm und heute abend kann ich dann herrlich schlafen weils angenehm kühl ist! und nun gehts wieder raus :
      • 22.07.2012
      • als Kommentar auf Nadja  Rossi , Uster
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    • Edith  Bieri , Hbuchsee
      Trotz Schwitzen und mit dem richtigen Deo stinkt man auch am Abend nicht
      • 22.07.2012
      • als Kommentar auf Nadja  Rossi , Uster
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  • Heidi  Engel , Sumiswald , via Facebook
    Herr Horat sie sind der beste Wetterschmöcker!
    Machen sie weiter so, und setzen sie sich weiterhin auf den Ameisenhaufen, den Tieren gefällts sicher, und hören sie nicht auf das
    Geschwatz von dieser Frau,leider kann man es nicht allen Leuten rechtmachen, und dazu haben sie auch noch viele die Neidisch sind auf sie!!
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