Rund 50 Gläubige tun es Keine Kirchensteuern zahlen und trotzdem katholisch bleiben

Katholisch bleiben, ohne Kirchensteuern zu zahlen: Das tun in den Bistümern Basel, Chur und St. Gallen schon rund 50 Gläubige. Nach dem jüngsten Bundesgerichtsurteil zum Kirchenaustritt dürften sich solche Fälle häufen.

  • Publiziert: 12.08.2012
  • Von Philippe Pfister
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Kirchensteuer als «eine von zwei Optionen»: Generalvikar Martin Grichting.

(Philippe Rossier)

In den drei Bistümern Basel, Chur und St. Gallen leben rund 50 Katholiken, die keine Kirchensteuern mehr zahlen und die Bischöfe direkt unterstützen.

Der sogenannte partielle Kirchenaustritt ist durch ein neues Bundesgerichtsurteil in die Schlagzeilen geraten. Das Bundesgericht entschied, dass jeder Katholik bedingungslos aus der Landeskirche austreten, aber trotzdem katholisch bleiben könne.

Laut Bundesgericht gibt es für Katholiken keine Vorschrift, Zwangsmitlied einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft zu sein. Sie können ihre Kirche direkt unterstützen. Dazu sind sie laut kirchlichem Recht auch verpflichtet.

Im Bistum Chur gibt es bereits 22, in Basel 15 und in St. Gallen rund 10 Gläubige, die keine Kirchensteuern mehr zahlen, das Bistum aber direkt unterstützen.

Steuern sparen durch Austritt

Die Bistümer können dabei nur Empfehlungen abgeben; wieviel die Gläubigen spenden, ist ihnen überlassen. Möglich ist deshalb, dass Katholiken aus der Landeskirche austreten werden, um Steuern zu sparen.

Eine einheitliche Regelung in den Bistümern mit Teil-Austritten ist nicht in Sicht. Am offensivsten geht Chur das Thema an – Bischof Vitus Huonder und Generalvikar Martin Grichting gelten als Kritiker der Landeskirchen, die die Kirchensteuern einziehen.

Das Urteil sei eine Bestätigung des Churer Modells, sagt Grichting. «Dieses ging schon seit Jahren davon aus, dass man entweder Kirchgemeindesteuer bezahlt oder eine Spende in beliebiger Höhe an einen Bistumsfonds macht.»

Bistum St. Gallen hofft auf Solidarität

Ganz anders sieht man das im Bistum St. Gallen. Dort stehe der Bischof voll hinter dem heutigen System, sagt der zuständige Rechtsexperte Claudius Luterbacher.

Gläubige, die ihren Beitrag direkt ans Bistum zahlen wollen, versucht man zu überzeugen, aus Solidarität Mitglied der Kirchgemeinde zu bleiben – und weiterhin Steuern zu zahlen.

Soll die Kirchensteuer für Katholiken abgeschafft werden?»

Beliebteste Kommentare

  • Robert  Marek
    In der Schweiz haben wir offiziell die Trennung von Kirche und Staat, doch wird diesem Prinzip in vielen Bereichen nicht nachgelebt. Zuerst muss die unsägliche Kirchensteuer für juristische Personen endlich abgeschafft werden und dann muss der Staat aufhören, Kirchensteuern zu kassieren, d.h. soll dies den einzelnen Kirchen überlassen.
  • Meier  Anton , Ebikon
    Die Kirchensteuer gilt nicht nur für Kahtoliken, sondern für alle. Das Geld wird auf die Kirchen verteilt. Also sollte die Frage generell sein, soll die Kirchensteuer abgeschafft werden. Alle anderen nicht anerkannten müssen selber schauen, wei sie zu Geld kommen. Also wäre dies nichts als recht.

Alle Kommentare (12)

  • Gian Franco  Caviezel , Churwalden
    Wer bei der Kirche dabei ist, der soll dafür bezahlen. Alle anderen sollen austreten. Was dazwischen ist irgendwie sinnfrei.
    • 12.08.2012
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  • Ernst  Wyss , via Facebook
    Jeder der einen Tempel Besucht und Religiösen Beistand will , soll auch dafür Bezahlen. Egal welchen Glaubens. Also so wie ein Ticket.Wir Bezahlen ja auch fürs Kino oder Theater Eintritt.
    • 12.08.2012
    • 18
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  • Fritz  Meier
    Auf gar keinen Fall soll die Kirchensteuer abgeschafft werden. Aber im Sinne von Religionsfreiheit bezahlt nur wer will. Auch Firmen! Die Lösung heisst Trennung von Kirche und Staat. Die Kirchen selbst und nicht der Staat ziehen dann bei ihren Migliedern die Beiträge ein. Dann kann von mir aus soviel Wasser gepredigt und Wein getrunken und politisiert werden wie es die Kirchen wollen. Es ist dann nämlich eine rein interne Angelegenheit die von freiwilligen Beiträgen lebt.
  • Claudia  Boesch
    Ganz abschaffen, dann kann jeder so viele geben wie er will und der Einrichtung wo er will. Kein Zwang mehr für Private und Juristische Personen. Dann müssen die Kirchen selber dafür sorgen und schauen was die Gläubigen wollen.
  • Peter  Stoffel , Rorschach
    Es gibt Leute, die brauchen die Kirche. Andere brauchen sie nicht. Die Kirchensteuer ist abzuschaffen, die Katholiken und Protestanten sollen, wie alle anderen Religionsgemeinschaften auch, von dem leben, was ihnen freiwillig zugewendet wird.
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