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Gegen 150 Tote, fast 30000 Kranke in 47 Ländern: Die Schweinegrippe ist weiter auf dem Vormarsch. Epizentrum ist derzeit der amerikanische Kontinent. Doch spätestens im nächsten Winter wird das Virus auch bei uns wüten.
«Die Gefahr wird sich nicht verflüchtigen», sagt Andrin Oswald (38), Chef der Impfstoff-Division beim Pharmamulti Novartis. Bei Ausbruch der Krise vor sieben Wochen habe man noch hoffen können, das Schweinegrippevirus A (H1N1) werde sich auf Mexiko und Nordamerika beschränken. Ein Irrtum: «Derzeit breitet sich das Virus auf der südlichen Hemisphäre aus», sagt Oswald. In Südamerika und Australien steigt die Zahl der Fälle rasant an.
Für den Manager mit Medizinstudium ist deshalb kar: «Bei der nächsten Grippewelle im Norden wird das Virus mit viel grösserer Wucht auf uns zukommen.» Schon heute sei das Schweinegrippevirus aggressiver als normale Grippeviren. «Für junge Leute und Patienten mit schwachem Immunsystem ist es sehr gefährlich.» Mit Mutationen könnte es noch aggressiver werden.
Der Run auf die Impfstoffe ist voll im Gang. «Die Produktionskapazitäten werden mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht reichen, um die Nachfrage zu decken», sagt Oswald. Vier Pharmafirmen wollen einen Impfstoff entwickeln, geschafft hat es bislang erst Novartis. Wer zuerst bestellt hat, wird von den Baslern auch zuerst beliefert. «Diese Länder waren bereit, einen Teil der Investitionen zu tragen», sagt Oswald. Nun sollen sie belohnt werden. Zu den Glücklichen gehören die USA und verschiedene europäische Länder. Und die Schweiz? «Sie hat keinen Vertrag mit uns», sagt Oswald.
Immerhin: Die Schweiz hat vor zwei Jahren einen Vertrag mit GlaxoSmithKline abgeschlossen. Bleibt zu hoffen, dass den Briten auch bald der Durchbruch gelingt.