Katja (15) wurde von ihrem Freund Bekim (17) blossgestellt «Er hat mich mit meinen Nacktfotos erpresst»

ST. GALLEN - Aus Angst schickte die Teenagerin Katja (15) ihrem Freund ein Nacktfoto. Kurz darauf landete das Bild im Netz. Laut dem Schulleiter ist Katjas Geschichte kein Einzelfall.

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Mit solchen Bildern warnt Pro Juventute Teenies vor dem Problem Sexting.    Pro Juventute

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Das Verhängnis begann mit einer frivolen Bitte. «Schick mir ein Foto von deinen Brüsten», schrieb Bekim* seiner damaligen Freundin Katja* (15). Kurz darauf steckte die Schülerin aus dem Kanton St. Gallen mitten in einem furchtbaren Albtraum. 

«Dabei bin ich ein sehr vorsichtiger Mensch», sagt Katja. Trotzdem gelang es Bekim, sie einzulullen. Katja zog sich vor der Kamera für ihn aus – prompt landeten die Bilder im Netz. Es ist das Schlimmste und Peinlichste, was einem jungen Mädchen passieren kann: «Freunde, Verwandte, Nachbarn und sogar der Schulleiter und die Polizei haben die Fotos gesehen. Ich schäme mich unglaublich.»

«Es ist unerträglich und schlimm»

Der Schulleiter war schon mehrfach mit solchen Fällen von Sexting konfrontiert. Trotz Kampagnen, trotz Informationen für Schüler und Eltern. «Es ist unerträglich und schlimm», sagt er zu BLICK. «Die Mädchen lernen nichts. Kaum ist Liebe im Spiel, scheinen sie ihre Hirne auszuschalten.» Manche Schülerinnen tappen sogar mehrmals in die gleiche Falle. «Dem Lover ein Nacktfoto zu schicken, ist heute ein ultimativer Liebesbeweis!»

Katjas Geschichte begann harmlos, als Teenagerliebe. Im Nachhinein sei sie klüger, sagt sie. Und sie habe von Beginn an ein ungutes Gefühl gehabt: «Er schwärmte gleich beim ersten Date von meinem sexy Körper – so als ginge es ihm gar nicht um meine Person.» Aber Bekim gibt sich Mühe, ihr Vertrauen zu gewinnen. Er erzählt ihr seine Geschichte und nennt Katja seine Traumfrau. Das Mädchen fasst Zutrauen.

Ein Fehler. Bekim wird immer fordernder und versucht bei jeder Gelegenheit, seine minderjährige Freundin intim zu berühren. «Ich wollte das alles nicht», sagt Katja. Als sie sich wehrt und die Beziehung beendet, zeigt Bekim sein wahres Gesicht. «Er erpresste mich mit den Nacktfotos und drohte, meiner Mutter zu erzählen, ich hätte ihn oral befriedigt. Dabei haben wir uns nur geküsst!»

Katjas Mutter bekommt dennoch Wind von der Sache und sperrt das Handy der Tochter weg. Zu spät. Das Bild von Katjas Brüsten macht im Schulhaus bereits die Runde.

«Mein Leben ist kaputt»

Aber ungeschoren soll Bekim nicht davonkommen. Der Fall liegt nun bei der Jugendstaatsanwaltschaft St. Gallen. Die hat laut Sprecher Roman Dobler (34) ein Verfahren wegen des Verdachts auf Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie eröffnet. Seither lässt Bekim Katja in Ruhe. Doch für sie geht der Albtraum weiter: «Ich traue mich aus Scham kaum mehr aus dem Haus. Mein Leben ist kaputt.» 

* Namen von der Redaktion geändert

Publiziert am 22.10.2016 | Aktualisiert am 10.01.2017

Mädchen, wehrt euch!

Zürich – Was können Mädchen tun, wenn sie von Sexting betroffen sind? Laut den Beratern von Pro Juventute sollen sie sich auf jeden Fall wehren und sich an eine Vertrauensperson wenden. «Die jungen Frauen sollen den Betreffenden zuerst bitten, das Bild zu löschen. Gleichzeitig aber auch nachfragen, an wen die Fotos verschickt wurden», sagt Sprecherin Nina Lyner. Falls das nichts nützt, müssen die Mädchen deutlicher werden und klarmachen, dass sie nun rechtliche Schritte einleiten. «Das soll man auch dann tun, wenn noch Gefühle im Spiel sind», so Lyner. Auch Eltern müssen im Ernstfall nicht hilflos zusehen. «Es ist wichtig, dem Kind den Rücken zu stärken und zur Not professionelle Hilfe zu holen.» Erzieher sollten die missbräuchliche Verwendung der Inhalte kritisieren, nicht die Selbstdarstellung an sich. Die Betroffenen leiden bereits genug. Hilfe und weitere Infos gibt es auf www.147.ch

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27 Kommentare
  • christian  schmied 22.10.2016
    Foto Handys gibts ja schon mehr als 10 jahre, ist ja nichts neues das die leute von sich bilder verschicken, selbst schuld wenn man nackt bilder verschickt und die dann im netz landen. Die heutigen Eltern und Kinder (Teens) sind sowas von weichgespült und naiv. Passt zur kuscheljustiz.
  • Daniel  Hofmann 22.10.2016
    Vielleicht wäre es mit einem Hans, Peter oder Fritz gar nie so weit gekommen, aber es musste ein Bekim sein. Das ist nun mal die Wahrheit auf den Punkt gebracht, ob nun zensuriert wird, ist mir egal aber die Wahrheit muss ausgesprochen werden. Es gibt nun mal moralische und kulturelle Unterschiede, das schleckt keine Geiss weg.
    • Giuseppe  Guerra 22.10.2016
      Na ja,mein erster Kommentar wurde dazu nicht gedruckt.Meine Tochter wurde von echten Peter,Hans und Fritz massiv bedrängt.Sie ging mit einer Freundin 10-20 Meter vor uns spazieren.Drückten sie an die Wand und begrabschten sie.Einer konnte ich festhalten.Die Polizei hat ihn mitgenommen und der hat auch seine Kollegen verpfiffen.Es waren alle drei Schweizer Teenager.Also auch keine Chorknaben.Hand aufs Herz.Für mich ist das nur Charaktersache von solchen Teenager.Ob ein Fritzli oder ein Bekim.
    • Thomas   Wassmer 22.10.2016
      Das, werter Herr Guerra, ist eben eine Tatsache, die gewissen Kreisen absolut nicht schmeckt.
      Für gewisse Menschen in der Schweiz werden prinzipiell alle Straftaten ausschließlich von Ausländern begangen. Dass es unter uns Schweizern auch mehr als genug solche Subjekte gibt blenden diese Menschen aus.
      Ihrer Familie wünsche ich viel Kraft, solche Erlebnisse können einen lange verfolgen.
  • Renato  Wyss aus Wallisellen
    22.10.2016
    Wie lange war der Fall G. Müller in den Medien. Ich dachte immer, mit den heutigen Medien sei man immer auf dem Laufenden und lernt etwas aus dem Geschriebenen! Scheint nicht der Fall zu sein-
  • Sandra  Jakob aus Winterthur
    22.10.2016
    Die weniger Naiven sind deutlich im Vorteil, sie können von Missgriffen der Naiveren lernen. So ist die Welt, sorry Katja.
  • Sarah  Keller 22.10.2016
    Liebe Ursina Zicklin, dazu eine Erinnerung aus noch handyloser Zeit: Eine meiner Klassenkameradinnen, ein schüchternes, unscheinbares Mädchen, weckte erst dann das Interesse der Buben , als ihre Brüste innert kurzer Zeit beträchtlich anwuchsen. 5 Buben verabredeten sich mir ihr mal nach der Schule beim Veloständer. Dort zogen sie ihr den BH aus, begrapschten ihre Brüste und hörten erst auf, als sie zu weinen begann. Aber fortan riefen sie sie verächtlich "Dorfmatratze" und noch Schlimmeres.