Kampfhunde: Attacken und wie die Schweiz reagiert

  • Publiziert: 01.12.2005, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Seit rund fünf Jahren sorgen Beiss-Unfälle mit gefährlichen Hunden im In- und Ausland für Schlagzeilen. In der Schweiz verschärften viele Kantone ihre Gesetze. Landesweit wurde eine Chip-Markierungspflicht für Hunde erlassen.Hier die wichigsten Vorfälle und Behörden-Massnahmen:26. Juni 2000: Zwei Kampfhunde beissen in Hamburg einen Jungen zu Tode. In Deutschland wie auch in den Nachbarländern wird der Ruf nach einer Verschärfung der Gesetze laut.31. Aug. 2000: Am nationalen Kampfhunde-Hearing des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVet) werden in Bern Massnahmen gegen Kampfhunde diskutiert.Herbst 2000: In Cressier FR und in Uttwil TG werden Kinder durch Angriffe gefährlicher Hunde verletzt. Im November springt eine Frau in Zürich aus Angst vor einem Dobermann in die Limmat und ertrinkt. Die Halterin wird im Juni 2001 wegen Unterlassung der Nothilfe zu drei Monaten Gefängnis bedingt verurteilt, vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung wird sie frei gesprochen.31. Okt 2000: Das Bundesamt für Veterinärwesen richtet eine Beratungsstelle für gefährliche Hunde ein. Ausserdem schlägt es eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde mit Mikochip vor. Für die Kantone wird eine Modellverordnung ausgearbeitet.Nov. 2000: Der Grosse Rat von Basel Stadt beschliesst für potenziell gefährliche Hunden eine Bewilligungspflicht sowie eine Kennzeichnung mit Mikrochips. Genf folgt mit einem ähnlichen Gesetz.6. März 2001: Das Bezirksgericht Hinwil ZH spricht eine Hundehalterin frei, nachdem ihr Rottweiler im Februar 2000 ein Mädchen angegriffen und verletzt hatte. Der Hund war von einer Freundin ausgeführt worden.17. Okt 2001: Der Kanton Tessin verschärft die Bestimmungen über die Haltung von gefährlichen Hunden.Februar 2002: In Veysonnaz VS wird ein Kind bewusstlos und halb entkleidet im Wald aufgefunden. Ende Februar 2004 schliesst der Untersuchungsichter von Sitten VS den ungeklärten Fall ab: Er geht davon aus, dass der Familienhund den Knaben angegriffen hat.24. Okt. 2002: Das St. Galler Kantonsgericht verurteilt einen Hundebesitzer zu einer bedingten Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Seine Tiere hatten im November 2000 ein elfjähriges Mädchen angefallen und verletzt.November 2002: Der Kanton St. Gallen verschärft sein Hundegesetz. Im Oktober 2001 hatten in Goldach SG drei Kampfhunde einen Mann spitalreif gebissen. Einen Monat später hatten in Stettfurt TG sechs Schlittenhunde vier Kinder angefallen und verletzt.1. Juli 2003: In Basel Land wird das Halten potenziell gefährlicher Hunde bewilligungspflichtig. Eine Liste solcher Hunderassen wird erstellt. Ausserdem müssen alle Hunde mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden. Auch Basel-Stadt und Genf sowie das Wallis führen Listen gefährlicher Rassen ein.23. Juni 2004: Der Bundesrat erlässt eine Verordnung, laut der bis Ende 2006 Schweizer Hunde mit Mikrochip oder Tätowierung markiert sein müssen. So sollen Abklärungen nach Beissunfällen oder in Seuchenfällen erleichtert werden.2005: Die meisten Kantone führen die Hunde-Chip-Pflicht ein.1. Dez. 2005: In Oberglatt ZH wird ein 6-jähriger Kindergartenschüler von Hunden angefallen und zu Tode gebissen.

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