Kachelmann gegen MeteoSchweiz

  • Publiziert: 06.12.2006, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – Wer warnt uns eigentlich vor Unwetterkatastrophen, die die ganze Schweiz bedrohen? Oder vor Glatteis, das bloss das Zürcher Säuliamt betrifft? MeteoSchweiz. Aber nicht gut genug.

Denn da sind zwei ausgebuffte Wetter-Experten, berichtet «Tele Züri», die finden: Was wir für unsere Steuergelder bekommen, reicht nicht. Die Rede ist von Jörg Kachelmann und Peter Wick. Die beiden hatten sich zwar verkachelt. Doch für ihre Firma MeteoNews spannen sie jetzt wieder zusammen.

Warum brauchts diesen neuen Service, gemäss MeteoNews:

Beispiel 1: Monstersturm Lothar, der zu Weihnachten 1999 den Schweizer abrasierte. Und den MeteoSchweiz verschlafen habe.

Kachelmann: Bei der heutigen Klimaerwärmung müssen wir uns darauf einstellen, dass das Wetter «noch weiter so verrückte Sachen macht».

Daher würden wir endlich einen echten Unwetter-Warndienst für die ganze Schweiz benötigen.

Beispiel 2: Es gibt auch Wetterrisiken, die nur ein kleines Gebiet betreffen. Hier aber tödlich sein können. Zum Beispiel ein plötzlich auftretendes Glatteis «durch einen Kältesee im Zürcher Säuliamt», sagt Peter Wick: «MeteoSchweiz hat hier nicht einmal eine Messstation!»

Genau das ist eins der Hauptargumente der neuen MeteoNews-Firma: Geplant sind 200 Messpunkte, verteilt über die ganze Schweiz. «Schon im nächsten Jahr werden wir 150 Stationen haben», verspricht Wick.

Und weils eine Privatfirma ist, soll uns das Ganze nichts kosten. Wenigstens keine Steuergelder.

All das freut MeteoSchweiz nicht. Zunächst hält man es dort für fragwürdig, mit Wetterwarnungen ein Geschäft machen zu wollen. Denn hier gehe es um die Sicherheit der Bevölkerung, sagte MeteoSchweizer Sprecher Müller.

Müller: «Die Unwetterwarnungen von MeteoSchweiz gelangen über geschützte Datenkanäle an die kantonalen Einsatzbehörden, welche ihrerseits Massnahmen auslösen können. Für die Bevölkerung produzieren wir in Echtzeit Unwetterinformationen», die jederzeit einsehbar sind: www.meteoschweiz.ch

Dagegen will MeteoNews schnell wie der Blitz sein: indem die Bürger nämlich direkt informiert werden.

Dem hält Müller entgegen: «Bei Warnungen aus verschiedenen Quellen und unterschiedlichen Informationen könnten bei der Bevölkerung Unsicherheiten entstehen. Diese würden bei Extremereignissen den Erfolg von behördlichen Massnahmen gefährden.»

Kachelmann und Wick sind trotzdem überzeugt: Unseren neuen Dienst brauchts!

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