Justiz nimmt seine Chefs ins Visier

  • Publiziert: 20.06.2008, Aktualisiert: 13.01.2012

WIMMIS BE – Auf dem Tagesbefehl seiner Kompanie stand das Rafting nicht, sagt die Militärjustiz. Dennoch werden die Ermittlungen auf die Vorgesetzten von Kadi Yves M.* ausgeweitet.

War es eine Einzelaktion von Kompaniekommandant Yves M.? Oder wussten seine Vorgesetzten über den Programmpunkt «Schlauchboot-Fahrt auf der Kander» Bescheid? Der verhängnisvolle Raftingausflug von letzter Woche stand zumindest nicht auf dem Tagesbefehl der Kompanie.

Das bedeutet aber nicht, dass es sich um eine Einzelaktion handelte, gab die Militärjustiz heute bekannt. Die Ermittlungen werden sogar noch ausgeweitet.

Aufgrund der sichergestellten Dokumente werde nun auch gegen weitere Personen ermittelt, sagte Silvia Schenker, die Sprecherin der Militärjustiz zu Radio DRS. Darunter seien Vorgesetzte des Kompaniekommandanten, der den Unfall verletzt überlebte. Die grosse Frage lautet immer noch: Wer genau hat von den Raftingplänen gewusst?

Suche im Kanderdelta

Die Suche nach dem Vermissten wurde mittlerweile auf das Kanderdelta im Thunersee konzentriert, wie Christoph Brunner, stellvertretender Armeesprecher, sagte. Nach wie vor seien rund 150 Mann im Einsatz. (SDA/bih)

*Name der Redaktion bekannt

play Kadi Yves M.: Wusste sonst noch jemand von seinen gefährlichen Plänen? (ZVG)

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