Jungwolf fotografiert Walliser Wolf hat offenbar Nachwuchs

Das Tier konnte in der Gegend der Eischollalp im Wallis fotografiert werden. Bei der Existenz eines Wolfsrudels darf nicht länger der Kanton über einen möglichen Abschuss entscheiden.

wolf.650x0n.jpg play
Das ist das Foto des Jungwolfs.  Ralph Manz

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Schimmel-Alarm in der beliebten Baby-Giraffe! Sophies schmutziges Geheimnis
2 Ärzte des Zürcher Kinderspitals schlagen Homöopathie-Alarm ...
3 Zürcher Versicherungs-Chef macht «Plauschfahrt» Mit 174,7 km/h auf...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
93 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

In der Oberwalliser Augstbordregion ist ein Jungwolf gesichtet worden. Die Behörden gehen nun davon aus, dass sich in der Gegend ein Rudel gebildet hat. Will der Kanton Wallis den Wolfsbestand reduzieren, braucht er in einem solchen Fall die Zustimmung des Bundes.

Entdeckt wurde das Jungtier von einem Mitarbeiter für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (Kora) in der Gegend der Eischollalp. Dieser erstellte mehrere Fotos vom jungen Wolf und leitete diese an das Bundesamt für Umwelt (BAFU) weiter. Das BAFU informierte daraufhin am Montag die Walliser Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) über die Anwesenheit des Wolfes.

Nach Prüfung der Fotos gelangte die DJFW zum Schluss, dass darauf eindeutig ein Jungwolf abgebildet sei, wie sie am Dienstag mitteilte. Sie müsse somit von einer Rudelbildung in der Augstbordregion ausgehen. Eine Privatperson hatte zudem in derselben Gegend einen erwachsenen Wolf mit drei Jungtieren beobachtet.

Jetzt kann nur der Bund handeln

Im Frühling waren in derselben Region ein weiblicher (F14) und ein männlicher Wolf (M59) identifiziert worden. Es galt seit längerer Zeit als wahrscheinlich, dass die beiden Wölfe ein Rudel gebildet haben.

Nach der geltenden Gesetzgebung können bei einer Rudelbildung keine Einzelabschussbewilligungen mehr erlassen werden. Für eine Bestandesreduktion braucht es in einem solchen Fall die Zustimmung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU).

Die Abschussquote hängt von der Anzahl der festgestellten und dokumentierten Jungtiere ab. Zudem muss laut der eidgenössischen Jagdverordnung ein «grosser Schaden an geschützten Nutztieren vorliegen». Dies ist der Fall, wenn innerhalb von vier Monaten mindestens 15 Tiere gerissen werden. Auch eine Gefährdung der Bevölkerung kann eine «Regulation» rechtfertigen.

WWF freut sich über Nachwuchs

Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere muss nun als nächstes die Anzahl der Jungtiere ermitteln, bevor das weitere Vorgehen festgelegt werden kann. Die Praxis in den anderen betroffenen Kantonen zeige, dass hierfür eine intensive Überwachung mit Fotofallen nötig sei, schreibt sie in ihrer Medienmitteilung.

Freudig zeigte sich am Dienstag ob der Neuigkeit die Umweltschutzorganisation WWF Schweiz. «JUHUU! Ein Jungwolf wurde in der Augstbordregion gesichtet! Wir freuen uns!», teilte sie via Twitter mit.

WWF und Pro Natura hatten eine am 14. Juni vom Kanton Wallis erteilte Wolfsabschussbewilligung für dieselbe Region heftig kritisiert. Das Überleben des vermuteten Wolfsrudels werde damit aufs Spiel gesetzt, kritisierten die Organisationen damals. Die Bewilligung verstrich nach 60 Tagen allerdings folgenlos.

Während der Dauer der Abschussbewilligung kam es hingegen zu neuen Rissen ausserhalb des festgelegten Abschussperimeters. Die Lage werde neu beurteilt, falls es weitere Risse auf den Alpen oder Herbstweiden erfolgen sollten, hielt der Kanton Wallis nach Ablauf der Frist Mitte August fest.

Vor der Abschussbewilligung waren in der Augstbordregion über 50 Schafe und Ziegen gerissen worden. (SDA)

Publiziert am 30.08.2016 | Aktualisiert am 23.11.2016
teilen
teilen
93 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

4 Kommentare
  • Steven  Kaiser , via Facebook 31.08.2016
    der schweizer denkt so über den wolf ( angst- abschuss ), der indische landwirt denkt das gleiche über den tiger... so das ganze bei etlichen tieren auf der ganzen welt. fast alle sind sehr ergriffen, wenn man im tv dokus über tiere., und v.a. tierbabys sieht.. wenn wir nicht bald, eigentlich sehr schnell umdenken, wird es das schöne naturszenarien nur noch auf videos geben... :-(
  • Orlando  P. aus Ins
    31.08.2016
    Herr Berger die Wölfe und Bären kommen von selbst ,niemand hat sie hergeholt.Es muss doch ein Weg geben das wir friedlich zusammen leben können,anderswo geht das auch.Die Tatsache ist doch das der Jäger nicht mit den Wölfen teilen will wenn es um den Braten geht.
    • Friedrich  Nellen aus Naters
      31.08.2016
      Auch unter den Jägern gibt es Wolfanhänger. Nur gibt das keiner zu. Denn die Schafe beanspruchen das gleiche Weideland wie z.B. Gemsen. Es gibt eine, noch unter Verschluss gehaltene, Untersuchung in der aufgezeigt wird, dass bei ca. 10000 Schafe weniger, es Platz und Futter für zusätzliche 1000 Gemsen gibt.
  • Reto  Berger aus Zürich
    30.08.2016
    Für was brauchen wir nach Jahrzehnten wieder Wölfe in der Schweiz? Wir haben doch einigermassen gut überlebt auch ohne Wölfe, Dinos und Bären. Sehr wahrscheinlich kommen solche Fälle künftig vor den Europäischen Tierrechtshof. Wie wäre es, wenn man sich mehr um immer mehr bedürftige Schweizer Menschen kümmern würde?