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Die Frage nach der Ursache bewegt die Schweiz. Doch Christoph Huber, Hauptmann und militärischer Untersuchungsrichter, will sich nicht auf die Äste hinauslassen. Klar ist bisher nur: Am 12. Juli ist oberhalb des Rottalsattels ein Schneebrett niedergegangen.
Ob die Soldaten von der Lawine in die Tiefe gerissen wurden oder ob sie erst nach dem Abgang der Lawine in den Tod stürzten, wisse er noch nicht. Die Frage sei im Moment vor allem wichtig für die Rekonstruktion des Unfalls, noch nicht für die Suche nach den Schuldigen. Das sagte Huber heute, als er zum ersten Mal über den Stand seiner Arbeit informierte.
Seine Erkenntnisse formulierte der Richter betont vorsichtig: «Die Aussagen der acht Überlebenden bestätigen, dass bei dem Unfall oberhalb der ersten Seilschaft ein Schneebrett abgegangen ist. Einige sagten aus, sie hätten Schnee unter den Füssen gespürt. Jedoch nicht unbedingt, dass sie deswegen den Tritt verloren hätten», sagte Huber. Die Aussagen seien nicht deckungsgleich, weil sie unterschiedliche Perspektiven wiedergeben. Allerdings sehe er auch keine «keine grundsätzlichen Widersprüche».
Auch der Bericht des Obergefreiten Alain Perusset, keine Lawine bemerkt zu haben, stelle keinen solchen Widerspruch dar, sagte Huber. Laut Spezialisten sei es durchaus möglich, dass der Abgang eines Schneebretts gar nicht bemerkt werde. Von den Experten des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung in Davos erhofft sich der Jungfrau-Ermittler «innert einiger Wochen» Erkenntnisse, was die Lawine ausgelöst hat.
Huber warnte vor voreiligen Schlüssen. «Ein Fehltritt eines Einzelnen oder eine andere Ursache liegt weiterhin im Bereich des Möglichen», sagte er. Erst wenn die erste Phase der Untersuchung abgeschlossen sei, stelle sich die Frage, ob jemand strafrechtlich verantwortlich sei. (SDA/AP/bih)
Auf seine Erkenntnisse wartet die ganze Schweiz: Untersuchungsrichter Hauptmann Huber.- Keystone