Jürg Acklin, Psychoanalytiker und Schriftsteller «Angela ist wie auf Drogenentzug»

Es ist eine irre Liebe, die Angela Magdici und den verurteilten Hassan Kiko verbindet, eine verbotene Liebe, die nun auch sie in die Kriminalität geführt hat. Wie geht die ehemalige Gefängniswärterin damit um?

Jürg Acklin findet Angela Magdici aus seiner Rolle als Psychoanalytiker sehr interessant. play

Jürg Acklin findet Angela Magdici aus seiner Rolle als Psychoanalytiker sehr interessant.

Hervé Le Cunff

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Blick: Herr Acklin, was ist das für eine Liebe zwischen Angela Magdici und Hassan Kiko?

Jürg Acklin: Eine gewaltige, romantische, dramatische Liebesgeschichte. Da gibt es zwei, die eine Liebe leben wollen, die verboten ist. Und dafür alle Grenzen überschreiten. Solche Fälle gibt es immer wieder in der Literatur. Das ist mein Gedanke als Schriftsteller.

Und als Psychoanalytiker?

Für mich ist vor allem Frau Magdici interessant. Aus der Ferne betrachtet, scheint sie eine grosse Sehnsucht nach dem ultimativen Kick zu haben, nach einem ungewöhnlichen, gefährlichen Leben. Und nach einem Mann, der für sie schlechthin männlich ist. Dabei ist er ein verurteilter Vergewaltiger. Sie aber sagt: Er ist der Mann meines Lebens. Sie scheint davon wie besessen zu sein. Angela Magdici will diesen Mann!

Wie stellen Sie sich das Zusammensein auf der Flucht vor?

Sie waren wohl permanent zusammen, in einem Zustand höchster Anspannung. Das hat die beiden extrem zusammengeschweisst. Vielleicht hat es auch erste Ernüchterungen gegeben. Wenn man den anderen beim Zähneputzen sieht, ist das nicht mehr so romantisch.

Was für eine Bedeutung hat das Video?

Frau Magdici hatte nicht alle Brücken hinter sich abgebrochen. Sie wollte ein Zeichen senden, vielleicht sogar gefunden werden. So ein Leben auf der Flucht ist extrem anstrengend und stressig. Vielleicht war es ein Versuch, wieder auf den Boden zu kommen.

Wie wird sie nach dem permanenten Kick dieser Zweisamkeit die Einsamkeit in der Zelle aushalten?

Sie fühlt sich wohl emotional, psychisch amputiert, ist wie auf Drogenentzug. Jeder Moment zuvor war sehr emotional, bedeutungsvoll. Sie erlebt eine massive Trennung und ist jetzt sich selber ausgeliefert. Das kann gefährlich sein.

Wie meinen Sie das?

Angela Magdici scheint im Moment sehr aggressiv zu sein. Sie geht offenbar aufs Gefängnispersonal los. Irgendwann könnte sich die Aggression gegen innen richten. In solchen Fällen muss man sehr wachsam sein.

Publiziert am 26.03.2016 | Aktualisiert am 31.03.2016
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4 Kommentare
  • Lorenz   Müller 27.03.2016
    Und wieder eine völlig unnütze Analyse eines Psychiaters. Für solche Einschätzungen ist jeder halbwegs normale Bürger fähig. Solche Einschätzungen sind nicht besser als eine alte alte Weisheit über das Wetter, die da lautet: Kräht der Hahn laut auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder bleibt es, wie es ist. Wir brauchen keine solche Psychiater, nur sicherere Gefängnisse ohne Internet, Pornoseitenzugang, Reittherapien, Drogen, Alkohol, Fernsehen, etc.
  • Hans  Scheidegger 27.03.2016
    Es mutet mich seltsam an und erstaunt mich, wenn dieser Psychoanalytiker feststellt, "Eine Liebe, die verboten ist". Ich meine, Gefühle kann man verhindern oder sogar untersagen.
    PS. Psychoanalytiker ist eine nicht geschützte Berufsbezeichnung. Es gibt kein staatliches Diplom dafür.
    • Hans  Scheidegger 27.03.2016
      Bei meinem Kommentar oben fehlt noch das Wort "NICHT verhindern...."; sorry!
  • Bernhard  Zueger , via Facebook 27.03.2016
    Diese Person ist es nicht wert, dauernd in den Schlagzeilen zu stehen. Es gibt Sachen, die wichtiger sind, und es gibt viele Menschen in der Anonymität, welche ihre Arbeit ehrlich und zuverlässig verrichten und nicht auf Kosten der Steuerzahler leben.