Minarett-Verbot Jetzt wehren sich auch Bischöfe

BERN – Minarette in der Schweiz sind manchen Bürgern ein Dorn im Auge. Am 29. November stimmen wir über ein Bauverbot ab. Landeskirchen, Juden und Muslime fürchten um die Integration.

  • Publiziert: 02.09.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
play Drei Präsidenten gegen das Minarett-Verbot: Farhad Afshar von der Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz, Bischof Kurt Koch von der Schweizer Bischofskonferenz, und Thomas Wipf von der Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (v.l.). (Keystone)

«Der Bau von Minaretten ist verboten.» Damit dieser Satz in die Bundesverfassung eingefügt wird, sammelte ein Komitee aus SVP- und EDU-Politikern 113540 gültige Unterschriften. Im Juli 2008 reichte es die umstrittene Initiative «Gegen den Bau von Minaretten» ein.

Jetzt äussert sich der Rat der Religionen (SCR) dazu. Die leitenden Persönlichkeiten der drei Landeskirchen – darunter Bischof Kurt Koch –, der jüdischen Gemeinschaft und islamischer Organisationen lehnen die Anti-Minarett-Initiative entschieden ab.

SCR: Muslime aktiv integrieren!

Der SCR ruft dazu auf, die islamische Gemeinschaft in der Schweiz aktiv zu integrieren. Die kulturelle Vielfalt sei ein Merkmal der schweizerischen Identität, heisst es in einer Stellungnahme. Sie mache die Schweiz stark.

Die durch die Bundesverfassung garantierten Freiheitsrechte ermöglichten ein friedliches Zusammenleben der Menschen verschiedener Religionen und Kulturen in der Schweiz. Die Anti-Minarett-Initiative bewirke das Gegenteil: Sie instrumentalisiere Religion für politische Zwecke und erzeuge Misstrauen in der Bevölkerung.

Wie umgehen mit den Unterschieden?

Der SCR hält jedoch auch fest, dass es zwischen den Religionsgemeinschaften ernst zu nehmende Unterschiede gibt. Die Frage sei aber, wie mit diesen Differenzen umgegangen werde. Ob eine Gesellschaft die Würde ihrer Mitglieder achte, entscheide sich am Umgang mit ihren Minderheiten. (SDA/dip)

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