Jetzt spricht Violiers Witwe «Ich mache Benoît keine Vorwürfe»

Wurde Benoît Violier Opfer von Betrügern? Hatte er finanzielle Probleme? Wie geht es mit seinem Restaurant weiter? Seine Witwe Brigitte äussert sich erstmals ausführlich.

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Der Suizid von Benoît Violier kam für alle überraschend. Auch für seine Frau Brigitte und seinen Sohn Romain – die Menschen, die ihm am nächsten standen. In einem Interview mit dem Magazin «L'illustre» äussert sich Brigitte, die sein Restaurant weiterführt, zum ersten Mal ausführlich zum Tod des Starkochs.

Zu ihrer Gefühlslage

«Ich stelle mir tausende Fragen, auf die ich nie eine Antwort erhalten werde. Eines ist sicher: Ich mache ihm keine Vorwürfe. Die Gründe für diese Entscheidung sind ihm vorbehalten. Ich habe seine Entscheidungen immer respektiert, so wie er meine respektiert hat.»

Zu seinen möglichen Gründen

«Ich kann es mir nicht erklären. Es war alles da: eine erfüllende Arbeit, die Anerkennung, ein Familienleben und eine glückliche Beziehung. Er hatte alles, wir hatten alles. Es gibt keine vernünftige Erklärung.»

Zu den Spekulationen, dass Violier Opfer von Wein-Betrügern war

«Das ist 100 Prozent falsch.»

Dass sich Violier wegen finanzieller Probleme das Leben genommen habe

«Diese Hypothese ist lächerlich. Das Restaurant hatte das beste finanzielle Ergebnis aller Zeiten und die Bilanz war ausgezeichnet.»

Zu seinem Charakter

«In dieser Branche wird dir nichts geschenkt. Sich zu hinterfragen und vorausschauen zu können sind essentielle Fähigkeiten, um zu bestehen. In dieser Kunst brillierte er.»

Warum sie das Restaurant weniger als 48 Stunden nach Violiers Tod wieder geöffnet hat

«Weil Vorwärtsschauen die beste Art ist, mit Problemen umzugehen. Das war eine Devise von Benoît, mit der sich das ganze Team identifizieren kann. Es ist ein richtiger Motor für uns alle.»

Ob das Restaurant ohne den besten Koch der Welt weiter bestehen kann

«Natürlich, alle Voraussetzungen dafür sind gegeben. Die bewundernswerte Arbeit, die bis jetzt geleistet wurde, hilft uns, wieder aufzustehen. Das Team hat einen guten Zusammenhalt, ist professionell und erfahren – und das ist es, was in unserem Métier zählt.» (rey)

Publiziert am 10.02.2016 | Aktualisiert am 01.08.2016
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8 Kommentare
  • Alexander  Bruhin aus Pratteln
    10.02.2016
    Alexander Bruhin
    Es gilt seinen Entscheid zu akzeptieren, über das Warum haben wir nicht zu urteilen. Lasst Ihn in Frieden ruhen und hört endlich auf mit den Spekulationen. Seiner Witwe wünsche ich viel Kraft.
  • rolf  sulzer 10.02.2016
    klare Worte einer starken Witwe die nicht mit ihrem Schicksal hadert.
  • Hans  Wurst aus St. Gallen
    10.02.2016
    Es ist eigentlich beängstigend, mit welcher Selbstverständlichkeit das Business weitergeführt werden soll. Dass sie aus ihrem verstanden Professionalismus nicht an ein aufgeben denken, wirkt kalt. Ich mache der Witwe jedoch keine Vorwürfe, sondern es stellt sich die Frage, ob wir als Gäste nicht zu hohe Anforderungen an die Gastronomie stellen. Vielleicht sollte man als Gast vermehrt auch einen schlechten Tag der KellnerIn akzeptieren.
    • Hans  Brönnimann aus St-Prex
      10.02.2016
      Dies ist nicht beängstigend, sondern beeindruckend und zeugt vom hohen Respekt gegenüber den Gästen, die häufig bereits Wochen vorher resrvierten. Hier zeigte bereits Philippe Rochat, der Vorgänger von Benoît Violier, klar den Weg: nach dem tragischen Todesfall seiner Gattin, Franziska Rochat-Moser, im März 2002 führte er den Betrieb seines Restaurants auch ohne Unterbruch weiter. Zudem kann sich ein Restaurant dieses Niveaus keinen schlechten Tag leisten, ohne dass sein Ruf darunter leidet.
    • Thomas  Maeder 11.02.2016
      Herr Brönimann, in einer Branche, in der man sich nichts leisten kann, bringen sich ausgerechnet die besten um oder schmeissen den Bettel hin. Nicht nur in der Gastronomie ist es ein Problem, dass ausgerechnet die genialsten Köpfe verheizt werden. Am Schluss sind sie ununterbrochen an der Arbeit, bis sie daran kaputt gehen.
  • Hans Jörg  Hunziker aus Niederhasli
    10.02.2016
    Hut ab, vor dieser Frau! Ja, das Leben geht weiter und so kann man sein Erbe weiter tragen und weiter entwickeln.
  • Hans  Scheidegger 10.02.2016
    Ich finde die Aussage von Brigitte Violier ganz stark, "Ich habe seine Entscheidungen immer respektiert." Und auch, dass nicht Alles erklärbar ist. Warum ihr Gatte nicht mehr weiterleben wollte, wusste nur er selbst. Warum er diesen Weg wählte, ist von aussen nicht ergründbar; ebenso wenig, warum das Leben für ihn keinen Sinn mehr hatte. Sein schmerzlicher Entscheid ist einfach zu achten. Auch wenn das für die Angehörigen sehr schwer ist.
    • Schumacher  Renato 10.02.2016
      Ein Ehepaar sollte mehr voneinander wissen und die Antworten am besten kennen. Aber, wenn, wie sie sagt, jeder seine Entscheidungen selber trifft, war das auch keine richtige Ehe, denn in einer Ehe trifft man alle Entscheidungen gemeinsam. Offensichtlich war er einsam, und er hat somit auch eine einsame Entscheidung getroffen - wie gewohnt.