Gewürgte Schülerin (15) Jetzt spricht die Schwester eines Täters

  • Publiziert: 09.03.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

WINTERTHUR ZH - Fünf Winterthurer Sek-Schüler haben eine Schülerin gewürgt und betatscht. Blick.ch sprach mit der Schwester eines Täters und der Schulpflege.

Fünf Jugendliche vom Schulhaus Mattenbach in Winterthur würgten ein 15-jähriges Mädchen, bis es offenbar ohnmächtig wurde. Dann belästigten die Teenager mit «Migrationshintergrund» die Schülerin und raubten sie aus (Blick.ch berichtete).

Staatsanwaltschaft sowie Jugendanwältin Eveline Hügli bestätigen den Vorfall vom letzten Freitag gegenüber dem «Landboten». Die Schule sei am Freitag von der betroffenen Schülerin informiert worden. Damals habe sie noch nicht von einem sexuellen Übergriff gesprochen, so der Präsident der Kreisschulpflege, Ruedi Ehrsam. Was sich inzwischen geändert hat: Das Mädchen hat seine Aussage ausgeweitet.

Blick.ch konnte vor dem Schulhaus mit der Schwester eines mutmasslichen Täters sprechen. Auf die Frage, was ihr Bruder und seine Kumpels mit der Mitschülerin denn gemacht hätten, sagt die junge Frau ohne Umschweife: «Sie haben sie einfach so angefasst und so.»

Ruedi Ehrsam, Präsident der Kreisschulbehörde Winterthur, nimmt gegenüber Blick.ch Stellung: Man wolle jetzt nicht überstürzt handeln und zuerst «alle Fakten abwarten». Als «Sofortmassnahme» würden aber die Eltern über den Vorfall informiert. Die fünf Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren sind vom Unterricht suspendiert. (byg)

Das sagt der Jugendanwalt

Der Fall sei nicht gravierend, aber «wir nehmen ihn absolut ernst», erklärt Patrik Killer. Man kläre nun ab, in welchem Zusammenhang und wie intensiv dies geschehen sei. Dass es um «würgen bis zur Bewusstlosigkeit» gehe, «bestätigen wir überhaupt nicht».

Weiter werden den Jugendlichen sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Hier sei die Palette sehr breit, so Jugendanwalt Killer. Das beginne bei sehr milden Formen. Mit Vorkommnissen wie etwa dem Fall «Seebach» – wo es um Vergewaltigung ging – dürfe man die Winterthurer Geschehnisse nicht vergleichen.

Und schliesslich sollen die Teenager dem Mädchen den Ipod weggenommen haben. Killer: «Von Raub zu reden, wäre nicht richtig». Es könne sich auch um einfachen Diebstahl handeln. Unter anderem müsse jeweils entschieden werden, ob die Tatverdächtigen in Untersuchungshaft genommen werden müssten. Das sei im vorliegenden Fall nicht nötig gewesen. Nach der polizeilichen Befragung wurden die Jugendlichen heimgeschickt.

Abgeklärt werden müsse unter anderem auch die Rolle jedes einzelnen. Es handle sich «nicht einfach um eine Bande». Für die fünf Jungs gelte die Unschuldsvermutung. Sie hätten Anspruch auf die Respektierung der Persönlichkeitsrechte.
Weshalb die Teenager für ein paar Tage von der Schule suspendiert wurden, konnte Killer nicht sagen. Er weiss aber aus Erfahrung: «Schaden tut es ihnen nicht.»

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