Jetzt spricht der Rahmdeckeli-Produzent So kam Hitler in den Kafi

ZÜRICH - Was hat Hitler auf Kaffeerähmli der Migros-Tochter Elsa zu suchen? Für den Hersteller der Alu-Deckeli ging es bei der Auswahl der Sujets nicht um den Nazi-Diktator, sondern um Papierbändchen für Zigarren.

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In verschiedenen Gastronomie-Betrieben der Schweiz tauchten in den letzten Tagen Kaffeerähmchen mit einem Porträt von Adolf Hitler auf dem Deckeli auf. So zum Beispiel im Café Allegra in Chur. Wie die Gratiszeitung «20 Minuten» berichtet, sind auch Kaffeerahm-Deckeli mit dem italienischen Faschisten Benito Mussolini im Umlauf.

Die fraglichen Kaffeerähmli wurden bei der Migros-Tochter Elsa abgefüllt. Wie ist es möglich, dass solche Sujets auf den Deckeli landen? «In diesem Fall haben die internen Kontrollen versagt und die Motive wurden ohne nähere Begutachtung für die Verpackung übernommen», sagt Migros-Sprecher Luzi Weber.

Die Sujets der Kaffeerähmli wurden nicht von Elsa, sondern von der Firma Karo-Versand GmbH in Grosshöchstetten BE zusammengestellt. Mitbegründer Peter Wälchli sieht kein Problem in seiner Auswahl: «Eigentlich ging es bei diesen Kaffeerahmdeckeli nicht um Hitler und Mussolini, sondern um Cigar Bands.» Das sind die mit Markenzeichen oder anderen Sujets versehenen Papierbändchen von Zigarren.

«Es gibt auch Vögel und andere Tiere in der Serie»

«Elsa hat jetzt wohl eine Folie aufgebraucht, die wir vor Jahren für eine Sammler-Serie produziert haben», sagt Wälchli zu Blick.ch. «Neben den besagten Sujets gibt es auch solche wie Vögel und andere Tiere in der Serie.» Das Hitler-Sujet sei in einer Kiste mit 200 Kaffeerähmchen nur drei Mal drin. «Als diese Folie Ende 2012 im Rahmen der Sammler-Serie herauskam, sagte niemand etwas.» 

Der Karo-Versand habe 4000 bis 5000 Abonnenten, die diese Sonder-Kaffeerähmchen jeweils kriegten. «Elsa füllt für uns ab, dann gehen die Kaffeerähmchen an die Sammler», sagt Wälchli. Die Auswahl der Sujets dieser Serie sei nicht gezielt erfolgt. «Ich habe einfach versucht, 30 verschiedene Cigar Bands zusamenzustellen. Wenn die Leute jetzt nichts Besseres zu tun haben, als sich mit solchen Sachen zu beschäftigen, dann ist das für mich ein Armutszeugnis.»

Die Migros hingegen betrachtet das Hitler-Motiv als «unverzeihliche Fehlleistung». Produkte mit solchen Motiven hätten «niemals ausgeliefert werden dürfen», sagt Sprecher Weber. «Es wurde alles unternommen, um die Produkte mit den erwähnten Motiven sofort zurückzuziehen.» Die internen Kontrollen sollen «drastisch» verschärft werden. Andere Fälle von zweifelhaften Kaffeerahm-Deckeli-Sujets seien ihm nicht bekannt, sagt Weber. (noo)

Publiziert am 22.10.2014 | Aktualisiert am 22.10.2014
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6 Kommentare
  • Daniel  Lötscher , via Facebook 22.10.2014
    Das Problem am ganzen ist, dass er isoliert abgebildet ist und kein Kontext dazu steht. Das ist an der ganzen Sache problematisch, denn so sieht es aus, als würde man Werbung für ihn machen oder eben gutheissen. Ich will dem Produzenten nichts böses unterstellen, aber das ist ein Eigengoal schlechthin. Zudem gibt es tausend andere Themen, welche man abbilden kann. Warum muss man dann gerade so etwas machen. Sorry aber da muss man schon sagen, geht nicht. Das sage ich als Werber.
  • Rudolf  Hegi , via Facebook 22.10.2014
    Hitler war ein Wahnsinniger, dass er als Kind einer ausserehelichen Beziehung, wurde er damals sicher gehänselt, gemobbt, und es könnte sein, dass siene Gene jüdisch infiziert waren, dass er einen solchen Hass gegen Juden entwickeln konnte, um seine Minderwertigkeitskomplexe damit zu kaschieren. Wei müssen mit der Tatsache leben, dass auch in der Schweiz es eine fünfte Kolonne gab und ihm insgeheim viele naiven Leute zujubelten. Das ist die Schande, nicht das dumme Bild auf dem Kafirahmdeckeli.
    • Ferenc  Kovacs aus Minusio
      22.10.2014
      Bis vor kurzem glaubte ich auch dass er einen jüdischen Urgrossahne hatte, aber ich habe irgendwo in einem Buch gelesen dass er 0 Prozent jüdisches Blut hatte.
  • Manfred  Flanders 22.10.2014
    Ich finde das halb so schlimm mit den Hitler Bildern. Man soll sich ruhig erinnern, was damals passiert ist. Einfach alles zu zensieren, finde ich nicht den richtigen Weg. Andere ehemalige Herrscher wie Napoleon oder Cesar werden auch nicht überall zensiert. Hitler war eine wichtige Figur in der Vergangenheit und hat das Leben auf der Welt extrem ins negative verändert. Aber weder der Antisemitismus noch der Krieg haben ihren Ursprung bei Hitler.
  • Bettina  Halter 22.10.2014
    Warum so ein Theater daraus machen? In fast allen Schulbüchern ist er zu sehen.
    • Roy  Black aus Baden
      22.10.2014
      Da sieht man genau die Verharmlosung und Vergesslichkeit von Menschen. Es ist nun über 70 Jahre her als die grösste menschliche Untat befohlen und ausgeführt wurde die die Menschheit je gesehen hat, und sie schreiben von einem Theater daraus machen? Sie möchten wohl kaum einen kleinen Taschendieb auf einem Kafferahmdeckeli sehen, doch der grösste Massenmörder und Diktator finden sie ok? Wären sie betroffen in Ihrer Geschichte, würden sie wohl keinen Peiniger als Werbung und Sujet tolerieren.