In diesem Jahr überschreitet die Schweizer Bevölkerung die nächste Millionengrenze, sagen die Behörden. Tatsache ist: Es geschieht bereits in diesen Tagen!
Ende 2011 lebten exakt 7952555 Personen in der Schweiz. Schon damals war klar: Bleibt die Zuwanderung auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den letzten Jahren, wird die Acht-Millionen-Grenze 2012 überschritten. Die Frage war nur: Wie lange dauert es, bis die Schweizer Bevölkerung um 47445 Personen angewachsen ist?
Die Antwort: Bis jetzt. In diesen Tagen wandert der Achtmillionste Mensch in die Schweiz ein oder erblickt hier das Licht der Welt.
Laut den aktuellsten Zahlen des Bundesamts für Migration sind in den ersten fünf Monaten des Jahres 29847 Personen mehr ein- als ausgewandert. Hochgerechnet bis und mit erster Juliwoche sind es also zwischen 37000 und 38000 Personen.
Doch die Schweiz wächst nicht allein aufgrund der Zuwanderung. 2011 gab es zudem einen Geburtenüberschuss von knapp 19 000, wie Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen. Im neuen Jahr dürfte sich daran nicht viel geändert haben; durch die vielen, meist jüngeren Zuzüger müsste es gar einen noch grösseren Geburtenüberschuss gegeben haben. Die Schweiz dürfte also bis heute um mindestens 9500 Babys gewachsen sein.
Damit ist klar: In diesen Tagen sind die acht Millionen Bewohner da!
FDP-Präsident Philipp Müller, der im Hinblick auf Zuwanderung und Bevölkerungsstand seit Jahrzehnten akribisch Buch führt, hat für SonntagsBlick nachgerechnet. Der Aargauer kommt zum selben Schluss: «In diesen Tagen wird die Acht-Millionen-Grenze erreicht.»
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Es ging – mit Ausnahme der 60er-Jahre – diesmal sehr schnell, bis eine weitere Millionengrenze überschritten wurde. 1892 wurde die Drei-Millionen-Marke genackt. Die nächsten folgten 1927, 1956, 1968, 1995 und nun im Juli 2012 (siehe Grafik oben).
Aber: Wie viel Zuwanderung ist gut für die Schweiz? Wie viele Menschen verträgt das Land?
Heiss diskutierte Fragen, auch in Bundesbern. Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) hat diese Woche einen umfassenden Bericht zu den Folgen der Personenfreizügigkeit vorgelegt. Hauptaussagen: Die Zuwanderung wird von der Wirtschaft gesteuert; der Bund hat seit Einführung der Personenfreizügigkeit kaum eine Handhabe, darauf Einfluss zu nehmen.
Die Zuwanderung ist alles in allem gut fürs Land. Es gibt aber auch Probleme: Verdrängungskampf am Arbeitsplatz, Wohnungsnot an Hotspots, höhere Sozialhilfequote der Ausländer, auch jener aus der EU.
Doch: Der Regierung fehlen offensichtlich Ideen, um diese Fragen anzugehen.
Derweil wird die Schweiz wohl weiter in enormem Tempo wachsen. Nach dem offiziellen Szenario des Bundesamts für Statistik wird 2035 die Neun-Millionen-Grenze geknackt. Aber die Erfahrung lehrt: Statistiker haben die Zuwanderung stets unterschätzt.
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