Jetzt schlägt sie zurück!

BERN – Eveline Widmer-Schlumpf begründete heute das Nein des Bundesrats zur Einbürgerungsinitiative der SVP. Und wurde persönlich: Für sie sei es auch ein Nein aus «Überzeugung».

  • Aktualisiert am 14.01.2012
Die Justizministerin bezog an der heutigen Pressekonferenz Stellung gegen die Initiative «Für demokratische Einbürgerungen».- Reuters

Es gehe darum, ob zentrale Grundsätze des Rechtsstaates auch weiterhin für alle in der Schweiz lebenden Personen gelten sollen, sagte die Justizministerin: Es gehe um das verfassungsmässig verbriefte Willkürverbot, das Diskriminierungsverbot, den Schutz der Privatsphäre und den Anspruch auf rechtliches Gehör.

Die als Reaktion auf Bundesgerichtsentscheide zu Verfahren in Emmen LU und Zürich lancierte Initiative verlangt, dass allein die Gemeinden darüber entscheiden sollen, welches Organ das Gemeindebürgerrecht erteilen darf. Ein Entscheid soll endgültig sein. Ein Rekurs wird damit ausgeschlossen.

Einbürgerungen würden heute sehr sorgfältig geprüft, hielt Widmer-Schlumpf den Initianten entgegen. Dass es zu «Masseneinbürgerungen» komme – was die SVP behauptet -, entspreche nicht den Tatsachen. Zur Umsetzung des berechtigten Anliegens, dass die Einbürgerungswilligen gut integriert sein sollten, trage die Initiative nichts bei.

Der Bundesrat stehe hinter dem vom Parlament ausgearbeiteten indirekten Gegenvorschlag, sagte Widmer-Schlumpf. Darin werde verlangt, dass Einbürgerungen rechtsstaatlich korrekt seien. Urnenabstimungen werden verboten.

Auch der Gegenvorschlag schaffe keinen Rechtsanspruch auf Einbürgerung, sagte Widmer-Schlumpf. Es würden lediglich Leitplanken für ein faires Verfahren gesetzt. Selbstverständlich solle nach wie vor die Einbürgerung von Personen, welche die Voraussetzungen nicht erfüllen, abgelehnt werden können. (SDA)

Pro-Komitee

Politiker aus FDP und CVP haben ein überparteiliches Komitee zur Unterstützung der SVP-Initiative «für demokratische Einbürgerungen» gegründet. Darin vertreten sind zum Beispiel die FDP-Nationalräte Filippo Leutenegger und Otto Ineichen und Thomas Müller und Arthur Loepfe von der CVP.

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Schweiz

Was soll Eveline Widmer-Schlumpf Ihrer Meinung nach in Abstimmungsfragen tun?»

  • 57% Als Mitglied in diesem Gremium soll sie die Meinung des Bundesrats vertreten.
  • 24% Sie soll die Meinung ihrer Partei, der SVP, vertreten.
  • 18% Sie soll in den Ausstand treten, wenn die Meinung ihrer Partei nicht mit jener des Bundesrats übereinstimmt.