Nach U-Haft in Dänemark Jetzt redet der Greenpeace-Aktivist

  • Publiziert: 09.01.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Lorenz Honegger
play Vereint: Greenpeace-Aktivist Christian Schmutz mit seinem Sohn. (Sebastian Derungs)

Christian Schmutz von Greenpeace Schweiz ist frei. Nach 20 Tagen in dänischer U-Haft sprach er mit SonntagsBlick.

Nach der Greenpeace-Aktion beim Kopenhagener Klimagipfel suchten die dänischen Behörden krampfhaft nach einer Erklärung, wie die Umweltaktivisten ins Parlamentsgebäude gelangen konnten – und rochen Verrat. «Die Ermittler waren nach unserer Verhaftung überzeugt, dass wir einen Spitzel beim Geheimdienst haben», sagt Christian Schmutz (37). Zwei Tage nach seiner Freilassung sprach der Schweizer Greenpeace-Aktivist mit SonntagsBlick.

Kurz vor Ende des Gipfels im Dezember hatte er sich, als Bodyguard getarnt, mühelos mit zwei als «Herrscherpaar» verkleideten Kollegen an den Wachen vorbeigeschmuggelt. Dann entrollten die drei ein Protestbanner – und wurden prompt verhaftet.

Die Untersuchungsakten enthalten laut Schmutz auch Protokolle aus Vernehmungen von Sicherheitsleuten.Schmutz: «Wir hatten keine Komplizen. Wir waren einfach gut vorbereitet.» Sie hätten die Sicherheitsbehörden gar vorab informiert, dass eine Aktion bevorstehe.

Nun wartet Schmutz auf die Anklage; Er wisse nicht, was ihm vorgeworfen werde. In 20 Tagen U-Haft sei er nur einmal verhört worden. Zurück bei Frau und Sohn in Zürich bleibt er dabei: «Die Schweiz sollte im Klimaschutz eine Vorreiterrolle übernehmen.» Das Land müsse die CO2-Emissionen bis 2020 nicht um 20, sondern um 40 Prozent senken.

play Die Aktion am Staatsempfang. (Keystone)

Top 3

1 Drei Tote im Kandertal Heli touchierte Drahtseilbullet
2 BLICK zitiert den Luzerner Staatsanwalt «Die kaltblütigste IV-Betrügerin!»bullet
3 Die niedergeschossene Spar-Filialleiterin «Es ist ein Wunder, dass...bullet

Schweiz