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FDP-Fulvio Pelli wirkte in der ersten Pressekonferenz nach Couchepins Rücktritt wie ein Buchhalter. Vor den Medien präsentierte er heute haufenweise Zahlen und Grafiken, die nur eines rüberbringen sollten: Wer rechnen kann, muss den Anspruch seiner Partei auf einen zweiten Sitz im Bundesrat anerkennen.
Doch Pellis Rechenkünste hin oder her: Das Gerangel um die Couchepin-Nachfolge ist schon voll im Gang. Die CVP hat ebenfalls heute offiziell eine Kandidatur angemeldet.
So geht die Rechnung von FDP-Pelli: «Wir sind mit 17,7 Prozent klar drittgrösste Partei und haben daher Anspruch auf zwei Bundesräte», sagte der Parteipräsident in Bern.
Fraktionschefin Gabi Huber doppelt nach: «Wir wollen, dass die lateinische Schweiz weiterhin durch die FDP im Bundesrat vertreten ist.» Ihren Kandidaten werde die Partei an einem Treffen im August bestimmen.
Als FDP-Favorit wird bisher herumgeboten: Didier Burkhalter, Ständerat Neuenburg (siehe unser Interview). Fulvio Pelli hat sich heute zwar – vorerst – selbst aus dem Rennen genommen. Zu Blick.ch sagte er, er habe seine Kantonalpartei gebeten, ihn nicht aufzustellen. Jetzt müssten Jüngere zum Zuge kommen – dass er nicht zur Verfügung stehe, sagte er allerdings nicht.
Auch die CVP wollte sich heute in den Bundesrat rechnen: Offiziell begründet sie ihren Anspruch auf einen zweiten Bundesratssitz damit, dass sie, zusammen mit EVP und Grünliberalen, nach der SVP die zweitstärkste Fraktion der Bundesversammlung ist: 52 Parlamentarier, statt 47 für die FDP.
Ausserdem hat sie eine Rechnung offen mit der FDP: Seit die Freisinnigen nämlich 2003 der SVP halfen, Christoph Blocher zu wählen – und Ruth Metzler, die erste CVP-Bundesrätin, rauszuschmeissen.
Von den meistgenannten CVP-Favoriten hat sich Parteipräsident Christophe Darbellay selbst aus dem Rennen genommen. Der Walliser sagte, er ziehe es vor, sich auf seine Rolle als Präsident der CVP zu konzentrieren
Ständerat und Fraktionschef Urs Schwaller hält sich selbst die Türe noch offen: «Im Moment kommen mir Namen von sechs bis acht möglichen Kandidatinnen und Kandidaten in den Sinn», sagte der Deutschfreiburger heute. Dass sein Name auf der Kandidatenliste figurieren werde, sei durchaus möglich.