Neue Initiative von Offroader-Schreck Bastien Girod: Jetzt fährt Girod den Bauherren an den Karren

  • Publiziert: 28.09.2008, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Christof Moser
play Öko-Aktivist: Grünen-Nationalrat Bastien Girod will Boden statt Bauten. (Sabine Wunderlin)

Täglich wird in der Schweiz die Fläche von fünfeinhalb Fussballfeldern verbaut. Mit einer Initiative wollen die Jungen Grünen den Boden retten – für die Bauern!

Die Jungen Grünen haben wieder was im Köcher: Nach der erfolgreich eingereichten Offroader-Initiative will Grünen-Nationalrat Bastien Girod (27, ZH) zusammen mit seiner Ökotruppe den nächsten Treffer landen. Die Jungpartei plant im Frühling 2009 die Lancierung eines neuen Volksbegehrens mit dem Titel «Für den Erhalt von fruchtbarem Landwirtschaftsboden». Ziel der Initiative: Die rasant fortschreitende Zubetonierung von Ackerland für den Bau von Siedlungen, Shoppingcentern und Verkehrswegen soll gestoppt werden.

Die Situation sei dramatisch, sagt Girod: «In der Schweiz wird täglich eine Fläche verbaut, die so gross ist wie fünfeinhalb Fussballfelder.» Allein seit 1999, das zeigen Erhebungen des Bundesamts für Statistik, sind so über 11000 Hektaren fruchtbares Land zerstört worden. 55000 Hektaren, die derzeit schweizweit als Bauzonen ausgeschieden sind, warten auf Bauherren. Unter Druck gerät landwirtschaftlicher Boden auch durch expandierende Supermarktketten wie Aldi und Lidl, die ihre Einkaufszentren auf die grüne Wiese stellen. Die Migros reagiert darauf und baut neue Märkte ebenfalls vermehrt an Dorf- und Stadträndern. ETH-Umweltwissenschaftler Girod warnt: «Die Bauern verlieren so immer mehr Boden, und zwar unwiderruflich und ohne dass sich darüber jemand wirklich Gedanken macht.»

Genau an diesem Punkt soll die Initiative der Jungen Grünen ansetzen, die als Entwurf bereits vorliegt. Entweder, so Girod, wird das Begehren auf einen neuen Zusatz in der Verfassung abzielen. Dieser würde vorsehen, dass die Bevölkerung einer Verkleinerung der landwirtschaftlichen Fläche jeweils in einer Volksabstimmung zustimmen muss. Oder aber es läuft auf ein neues Gesetz hinaus, das die Kantone verpflichtet, überbauten Ackerboden zu kompensieren – so wie das heute mit Aufforstungen nach Waldrodungen gehandhabt wird. «Die fortschreitende Zerstörung von fruchtbarem Boden muss öffentlich diskutiert werden», so Girod.

Lancieren wollen die Politaktivisten der grünen Jungpartei ihre Initiative vorerst im Kanton Zürich. Raumplanung ist eine kantonale Angelegenheit und der Siedlungsdruck in Girods Heimatkanton am grössten. «Unsere Initiative soll jedoch so etwas wie eine Mustervorlage werden», so Girod. Hat die Initiative in Zürich an der Urne Erfolg, soll das Begehren auch in anderen Kantonen lanciert werden.

Top 3

1 Drei Tote im Kandertal Heli touchierte Drahtseilbullet
2 BLICK zitiert den Luzerner Staatsanwalt «Die kaltblütigste IV-Betrügerin!»bullet
3 Die niedergeschossene Spar-Filialleiterin «Es ist ein Wunder, dass...bullet

Schweiz