«Jenseits!» Post schockt Werber mit Todesanzeige

Die Schweizerische Post versucht ihr Angebot für Werbemacher mit einer falschen Todesanzeige bekannter zu machen. In der Branche sorgt dies für scharfe Kritik – und bei der Post ist jetzt Feuer im Dach.

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Mehrere Werbeagenturen erhielten in den letzten Tagen einen dicke Post. Eine Todesanzeige für «Klassische W. Agentur». Im Trauertext wird darin von der «klassischen W. Agentur» Abschied genommen.

Der erste Abschnitt lautet: «Mit grossen Schmerzen ist sie kürzlich von uns gegangen, die klassische Werbeagentur. Nach einem langen, oft ausschweifenden Leben im Kreis Gleichgesinnter ist sie dem Leiden im Kampf gegen die Crossmedialität und die gestiegenen Bedürfnisse der Neuzeit nach kurzer Gegenwehr erlegen.»

Wer weiterliest merkt rasch: Es handelt sich um eine Werbung der Post für ihre Angebote im Bereich Direktvermarktung: «Sollten Sie ob der Nachricht tief erschüttert sein und keinen Ausweg mehr wissen, wenden Sie sich für einmal nicht an die Dargebotene Hand, sondern direkt an die Post.»

«Geschmackloses Mailing»

Innerhalb der Werbebranche sorgt dies für Aufruhr. Markus Ruf, zweifacher Werber des Jahres, protestiert im BLICK: «Für dieses geschmacklose Mailing habe ich nur ein Wort übrig: Jenseits!»

Andere namhafte Werbemacher teilen ihren Unmut auf Twitter, darunter etwa Frank Bodin. Er bezeichnet die falsche Todesanzeige als «gescheitert» – und bietet als «quicklebendige Agentur» seine Hilfe an.

Und Reinhold Weber postet auf Facebook: «Ein dümmeres Direct-Mail an Werbeagenturen habe ich noch nie gesehen. Auch die Post ist offenbar verblödet.»

Wie BLICK erfahren hat, sind auch die Verantwortlichen der Post alles andere als glücklich über die makabere Werbe-Idee, die von der Agentur am Flughafen stammt (ja, die Agentur heisst so).

Von der Post-Medienstelle tönt es am Mittag: «Die Aktion war von der Konzern-Kommunikation nicht authorisiert. Der verantwortliche Bereich wurde angewiesen, die Aktion umgehend zu stoppen.» Zudem werde man sich bei den Betroffenen entschuldigen. (pma)

Publiziert am 24.11.2016 | Aktualisiert am 02.12.2016

Post setzt «Breitbart» auf Blacklist

Bereits gestern hatte die Post Ärger mit der eigenen Werbung. So sahen Schweizer User Post-Werbung, wenn sie aufs amerikanische Alt-Right-Portal «Breitbart.com» gesurft sind. Schuld ist das automatisierte Google-Ads-Netzwerk. Nachdem die Post von Twitter-Usern darüber informiert wurde, setzte sie das Rechtsaussen-Portal auf die Blacklist.

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12 Kommentare
  • Marco  Kälin aus Dietikon
    24.11.2016
    Ob dieser Werbebrief nun geschmacklos ist oder nicht, darüber lässt sich streiten. Sie hat aber die "Werber" dazu gebracht das Schreiben zu lesen und zu kommentieren. Somit ist das Ziel der Werbung an und für sich erreicht. Das sich nun gewisse Werber Mokieren wundert mich sehr denn was gelegentlich von "Werbern" erstellt und zugestellt wird ist auch oder noch mehr "Jenseits". Was aber noch zu sagen ist, die Post sollte nicht ihre Kunden konkurrenzieren und ihren eigentlichen Auftrag erfüllen!
  • stefan  Könitzer aus Frauenfeld
    24.11.2016
    Liebe Post. Schaut doch gleich ein bisschen besser zu Euren Mitarbeitenden. Zum Beispiel auf der Poststelle Uzwil, zu einfachen Briefträgern, welche ein Leben lang für die Post Dienst geleistet haben und dann im Jahresgespräch vom Regionenleiter aus Frauenfeld gefragt werden: "Sagen Sie uns doch mal, weshalb wir Sie weiter beschäftigen sollen. Ein junger Briefträger ist schneller und kostet uns weniger Lohn". Vielleicht bring Blick eine Story über "psychisch" ausgebrannte Briefträger...
  • Renato  Tivoli aus Luzern
    24.11.2016
    Das ist ja gleich dreifach peinlich. Zum einen erscheint diese geschmacklose Kampagne, dann hat die Kommunikationsabteilung den Laden nicht im Griff und dann gibt sie das auch noch öffentlich bekannt...! Du meine Güte!
  • Marco  Weber 24.11.2016
    Die Werbung mag geschmacklos sein, aber es wird darüber geredet und sogar der Blick berichtet darüber.... also? Die Werbung hat funktioniert so einfach ist das!
  • Georg  Kuster 24.11.2016
    Also wenn es bei den Werbern für Aufruhr gesorgt hat, dann nur bei den Schlechten, denn die Guten hätten dies als exzellente Werbung erkannt während sie sich darüber beschweren. Sie hat ihren Zweck offenbar zu 100 Prozent erfüllt und es gibt sogar für die Post zusätzliche Gratiswerbung beim Blick. Besser gehts eigentlich nicht im Bereich Werbung.