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Mit rund 450 Päckli seien bis Ende August bereits mehr verdächtige Sendungen am Zoll aufgetaucht als im ganzen letzten Jahr (366).
Die Dunkelziffer liegt laut Swissmedic noch viel höher: Jährlich dürften 50000 solche illegale Sendungen in der Schweiz in Umlauf kommen.
Laut Swissmedic ist jedes zweite Arzneimittel, das im Internet meist aus Asien bestellt wird, gefälscht. Viele dieser Sendungen kommen dabei aus Indien und Thailand. Bei einer zweitägigen Aktion im Juni fanden Swissmedic und der Schweizer Zoll in 27 Prozent der Sendungen aus Indien Arzneimittel.
In einem Test nahm Swissmedic verschiedene Mittel gegen Impotenz aus illegalen Sendungen unter die Lupe und fand dabei beträchtliche Mängel.
Und nicht nur das: Die Mittel stellen eine Gefahr für die Gesundheit dar. Einige der Mittel waren stark überdosiert, andere wiesen eine andere Zusammensetzung auf als auf der Verpackung angegeben.
In einem Präparat fanden die Forscher sogar einen Wirkstoff, über dessen Folgen die Wissenschaft noch sehr wenig weiss. Deshalb gelte er als besonders gefährlich. «Fakt ist, dass man durch die Einnahme dieser Präparate mit seiner Gesundheit spielt», so Swissmedic-Testleiter Philippe Girard.
Ein gemeinsames Projekt von Swissmedic, pharmaSuisse und Interpharma, dem Verband der Pharmabranche, soll die Bevölkerung über die Gefahren für die Gesundheit aufklären. Viele Leute wüssten nämlich nicht, welche Risiken sie mit den aus dem Internet bestellten Produkten aus Asien eingingen, hiess es weiter.
In der kommenden Woche liegt deshalb in den Apotheken Informationsmaterial auf. Am «Stop Piracy Day» am 25. Oktober können online gekaufte Medikamente überprüft werden. Poster, Bodenkleber, Plastiktaschen, Bonbons und Internetwerbung sollen ebenfalls zur Sensibilisierung beitragen.
Ausserdem organisiert Swissmedic ein Symposium für Apotheker, an dem über Arzneifälschungen informiert wird. Mit Artikeln in Fachzeitschriften versucht Swissmedic, Ärzte zu sensibilisieren. Auf dem Internet publiziert die Organisation zudem einen Leitfaden zum Thema. (SDA/gux)
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Ärzte und Apotheker warnen: Nicht überall, wo «gesund» draufsteht, ist auch Gesundes drin. (Stock.xchng)