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Er tut Dienst an der Waffe. Er klaut eine Patrone. Er lässt eine Pistole verschwinden. Und kaum zu Hause, erschiesst Luis W. (21) mit seinem Sturmgewehr die Lehrtochter Francesca (16).
Der mörderische Soldat bringt das Militär in Bedrängnis. Denn jetzt muss das VBS zugeben: Vorbestrafte Rekruten werden zwar durchleuchtet – aber dass W. mit Waffen hantieren konnte, war kein Unfall.
Personensicherheitsprüfung, im Jargon PSP: So heisst das Verfahren, das die Armee durchführt bei vorbestraften Rekruten.
Das sind viele, wie jetzt herauskommt: «Rund 20 Prozent der Armeeangehörigen stehen im Strafregister», erklärt VBS-Sprecher Felix Endrich.
Natürlich sind das nicht alles Gewaltdelikte. Aber auch vorbestrafte Gewalttäter fallen oft durchs Raster – wie Luis W. Er war vorbestraft: wegen Diebstahls. Und weil er im Januar 2006 einen Molotow-Cocktail in den Eingang der Exportförderer Osec geworfen hatte.
Für den RS-Dienst war das egal. «Denn er bekam weniger als zehn Monate bedingt oder unbedingt», sagt Endrich. «Erst ab dann ist man automatisch vom Dienst ausgeschlossen.» Alle anderen vorbestraften Soldaten werden nochmals durchleuchtet. Jährlich immerhin 25000.
Doch das Kriterium dabei ist bloss: Disqualifiziert sie die Vorstrafe vom Dienst mit «klassiziertem Material», also Geheimdokumenten. Wie gefährlich sie sind an der Waffe – sekundär.
Bei Luis W. war genau das der Fall: «Die Analyse ergab, dass er ein voraussichtliches Sicherheitsrisiko darstellen würde», sagt Endrich. «Er wäre darum nicht in die ursprünglich vorgesehene Funktion bei der Artillerie eingeteilt worden.»
Der Haken: Die Untersuchung war erst am Ende seiner RS abgeschlossen. Kein Fehler: «Die Prüfung wird ohnehin erst gemacht im Hinblick auf künftige Einteilung oder Beförderung des Soldaten», sagt Endrich.
Sprich: Unter zehn Monaten Vorstrafe darf jeder in die RS – Details klärt die Armee später.
*Name der Redaktion bekannt