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Jeden Monat einmal: Tod aus Armeewaffe

AARAU – Neue Aufregung um die Armeewaffe: Im Kanton Aargau hat sich letztes Jahr jeden Monat ein Mensch mit einer Armeewaffe getötet. Gesamtschweizerisch sieht es ähnlich aus.

Aktualisiert um 17:24 | 29.02.2008
Zum ersten Mal hat der Aargauer Regierungsrat differenzierte Zahlen zum Thema Selbstmord bekanntgegeben. Demnach waren im letzten Jahr bei den 103 vollendeten Selbstmorden in 29 Fällen Schusswaffen im Spiel. Davon haben sich 12 Menschen mit einer Ordonnanzwaffe und 16 mit einer Privatwaffe das Leben genommen.

Diese Zahlen sind die Antwort des Regierungsrats auf Forderungen der Aargauer SP und SVP. Diese verlangen, dass die Aargauer Kantonspolizei künftig eine differenzierte Statistik über den Waffenmissbrauch sowie Suizide und Tötungsarten veröffentlicht.

280 Tötungen durch Armeewaffe

Zwar liegt vom Bundesamt für Statistik keine vergleichbare Statistik für die gesamte Schweiz vor. Doch belegen Studien den hohen Anteil der Armeewaffe bei Selbstmorden und Tötungsdelikten.

In einer Untersuchung aus dem Jahr 2006 kommt der Zürcher Strafrechtsprofessor Martin Killias zum Schluss: Von den gut 400 Personen, die sich jährlich in der Schweiz mit einer Schusswaffe umbringen, greifen 260 zur Armeewaffe.

«Nimmt man weiter an, dass in rund 20 Prozent aller Morde eine Ordonnanzwaffe im Spiele ist, so dürften etwa 280 Menschen jährlich wegen Ordonnanzwaffen ihr Leben verlieren, was mehr als der Hälfte der
Strassenverkehrsopfer entspricht. »

Killias weiter: «Schusswaffen spielen eine wichtige Rolle auch bei Suiziden, die von vielen Mördern anschliessend begangen werden oder mindestens geplant waren. In 9 von 10 Fällen von Mehrfachtötungen und Suizid durch Schweizer wird eine Schusswaffe verwendet.»

Die Eigenheiten der Schusswaffen machen sie bei Tötungen – vor allem wenn mehrere Personen getötet werden und der Täter anschliessend Selbstmord verübt – «unentbehrlich». Schusswaffen sind schlicht einfacher und effizienter einzusetzen als zum Beispiel Messer. Psychologisch wichtig ist auch, dass es bei Schusswaffen keinen Körperkontakt braucht, und das setzt die Hemmschwelle herab. (SDA/snx)
100 Soldaten müssen ihre Waffe aus Sicherheitsgründen abgeben. (Keystone)
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Das Sturmgewehr zuhause ist den Initianten ein Dorn im Auge. (Keystone)
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