IT-Seminar für Geheimniskrämer: IZRS hilft beim Schutz vor Geheimdienst

Ein IT-Kurs soll Muslime anleiten, ihre Privatsphäre besser zu schützen – zum Beispiel vor dem Geheimdienst. Das Seminar richte sich dennoch «an gesetzestreue Menschen», betont der Islamische Zentralrat.

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Das Titelbild der Dschihadistischen IT-Zeitschrift «kybernetiq» symbolisiert, wie Krieg heute auf mehreren Ebenen ausgetragen wird: virtuell und in der Realität.

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Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) lädt am 13. März zu einem Seminar über IT-Sicherheit. Dies unter dem Motto: «Datenschutz, Hacker, Geheimdienste: Wer hört und liest mit?»

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War für BLICK nicht zu sprechen: Nicolas Blancho will sich nicht zum geplanten IT-Seminar des IZRS äussern. Keystone

Haben die IZRS-Mitglieder etwas vor dem Geheimdienst zu verstecken? Das wollte BLICK von IZRS-Präsident Nicolas Blancho wissen. Doch der Mann, der mit seinen grenzwertigen Aussagen immer wieder provoziert, der die Scharia gutheisst und der in der Arena einmal sagte, dass Frauen zu schlagen unter die «Glaubensfreiheit» gehöre, war leider nicht zu erreichen.

Muslime stünden «unter Generalverdacht»

Stattdessen wollte der IZRS nur schriftliche Fragen zum IT-Seminar beantworten. «Der Titel des Seminars ist absichtlich so gewählt, dass die Muslime auf das Angebot aufmerksam werden. Jeder Mensch fühlt sich besser, wenn seine Privatsphäre geschützt ist», schreibt Sprecherin Ferah Ulucay.

Die aktuelle Diskussion ums neue Nachrichtendienstgesetz zeige, dass Muslime in den Fokus gerückt würden. «Die Erfahrung zeigt, dass Muslime heute unter Generalverdacht stehen. Umso wichtiger ist, dass sie lernen ihre Privatsphäre zu schützen.» Privatsphäre sei ein Grundrecht, «das sich im Zeitalter von Massenüberwachung und Cyberkriminalität jeder selbst beschaffen muss».

Geprüft würden die Kursteilnehmer im Vorfeld nicht – deshalb kann der IZRS auch nicht ausschliessen, dass sich Teilnehmer mit terroristischen Absichten anmelden. «Dafür fehlen uns die Kompetenzen. Kein Seminar in der Schweiz prüft den Hintergrund seiner Teilnehmer», so Ferah Ulucay.

Deutsches IT-Magazin für potentielle Terroristen

Brisant: Eben erst ist in Deutschland das Magazin «Kybernetiq» erschienen, das Dschihadisten anleitet, wie sie sich im Netz sicher bewegen können, ohne verdächtige Spuren zu hinterlassen. Auf dem Titelblatt halten in Lederhandschuhe gehüllte Hände einen USB-Stick und eine Patrone ins Bild. Bereits die Optik macht auf Terroristen-Polemik. Und genauso der Inhalt, der aber mit viel Sachverstand aufbereitet worden sei, wie die FAZ feststellt.

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Anleitung zu Cyberterror, ohne Aufmerksamkeit der Geheimdienste zu wecken: Das neue Dschihadisten-Fachmagazin «kybernetiq».

Im Magazin finden sich Anleitungen, wie etwa «Daten sicher vor Geheimdienst und Militär» verschlüsselt werden können. Zwar verbreitet das Magazin keine Ideologien oder Bobmben-Bastelanleitungen, doch es wird deutlich von «Glaubensgeschwistern» gesprochen. Einer der Autoren bezeichnet sich selber als «Mudschahid». Ein Mudschahidin ist jemand, der im Namen des Islams kämpft. Der Tagesanzeiger vermutet, dass hinter dem Magazin ein «technikbegeisterter Terrorist» stecke, der in Deutschland oder in Syrien sitzen dürfte.

Dass sich Terroristen für ihren Dschihad in den letzten Jahren technisch exzellent vernetzt haben, ist ein offenes Geheimnis. Beim IS und ideologisch verwandten Terror-Organisationen haben sich Fachkräfte geradezu darauf spezialisiert, einen Cyber-Krieg zu führen. Unlängst hat sich der Begriff «Cyber-Kalifat» etabliert.

Der IS wird diesbezüglich immer professioneller. Internationale Geheimdienste sollen nicht gleich beim ersten Mausklick auf geplante oder durchgeführte Gräueltaten aufmerksam gemacht werden. Oder es werden Hacker im Darknet engagiert, die gegen Geld gezielte Cyber-Sabotagen durchführen, stellte etwa die FAZ fest.

«Kriminelle finden immer einen Weg»

Vor diesem Hintergrund müsste der IZRS eigentlich wissen, dass das bevorstehende Seminar gewisse Assoziationen weckt. «Unser Seminar richtet sich an gesetzestreue Menschen», entgegnet die IZRS-Sprecherin pragmatisch. Und: «Kriminelle finden immer einen Weg zu ihrem Ziel.» (ct)

Publiziert am 03.03.2016 | Aktualisiert am 14.03.2016
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13 Kommentare
  • christoph  eschbach aus pratteln
    04.03.2016
    Verbietet endlich den IZRS. Sie Lange schaut ihr noch zu rays mit denen sofort Oder wit tun es
  • Günter  Munz aus Stuttgart
    04.03.2016
    Man versteht gar nicht, dass solche Vereine nicht verboten werden. Wir werden wegen unserer feigen Toleranz untergehen. Jeder vernünftige Mensch weiß doch, was die Islamisten vorhaben. Günter Munz Stuttgart
  • Günter  Munz aus Stuttgart
    04.03.2016
    Für mich sind Personen wie dieser Konvertit Verräter. Und trauen darf man denen nicht. Wenn die könnten würden die schon morgen bei uns die Scharia einführen. Günter Munz Stuttgart
  • Killu  Minati , via Facebook 04.03.2016
    Eigentlich wäre es schön wenn es mehr solche Kurse geben würde, wir besitzen praktisch keine Privatsphäre mehr. Und die Leute regen sich hier über etwas auf und wissen gar nicht wieso. Na dass nenne ich Hass. Als ob jemals ein Anschlag von Muslimen verübt worden wäre in der Schweiz. Wurde jemals einer von einen Muslimen verprügelt? Salafismus existiert nicht, es handelt sich um einen Neologismus. Die Medien haben es erfunden und verbreitet.
  • hanspeter  kobelt 04.03.2016
    Nun lese ich grade, dass der "muehselige" Moslem von St.Margrethen von der IZRS auch finanziell untertstuetzt wird. Toll, und der IZRS kriegt bestimmt noch Subventionen von der Schweiz? Die unterstuetzen also salafistische Rechtsbrecher in der Schweiz. Bestimmt alles legal? Sieht aus wie Vorausdetachement, welches den Platz fuer die Heerscharen vorbereitet.