Ein Bundesratstraum scheint ausgeträumt. Dem halboffiziellen FDP-Bundesratskandidaten Fulvio Pelli (58) schwimmen die Felle davon.
Reihenweise setzen sie sich von einer Bundesratskandidatur des FDP-Präsidenten ab: Die
FDP: Fraktionschefin Gabi Huber sagte in der «
NZZ am Sonntag»: «Mein persönlicher Wunsch ist, dass Fulvio Pelli Parteipräsident bleibt». Sie macht deutlich, dass die FDP unter den offiziellen Kandidaten Didier Burkhalter, Pascal Broulis, Martine Brunschwig Graf und Christian Lüscher Leute hat, die den Sitz erobern können. Die
SP: Vize-Fraktionschef Andy Tschümperlin sagte in der «Zentralschweiz am Sonntag», Pelli sei für viele SPler nicht wählbar. Weil aber die SP den FDP-Anspruch anerkenne, wäre Pellis Kandidatur «eine echte Gefahr für den zweiten FDP-Sitz». Will heissen, CVP-Kandidat Urs Schwaller würde erben. Die
SVP: Noch am Freitag sagte SVP-Vize Christoph Blocher in seinem Internetsender: «Wir müssen mit Pelli leben». Aber in der SVP haben jetzt andere das Sagen. Nach der Parteileitungssitzung Ende Woche rapportierte Blocher: «Namhafte Vertreter unserer
Partei sind der Ansicht, dass wir einen eigenen Kandidaten nominieren sollen», sagte Blocher dem SonntagsBlick. Im Vordergrund steht der Freiburger Jean-François Rime. Die NZZ: Auch FDP-nahe Medien gehen auf Distanz. «Klug wäre, wenn die freisinnig-liberale Fraktion Pellis Bundesratsambitionen hintanstellen würde», schrieb die «NZZ». «Der Freisinn muss Pelli eine goldene Brücke zum Rückzug bauen», forderte «NZZ am Sonntag».Offen bleibt: Wie manövriert sich der gewiefte Stratege Pelli aus der Sackgasse Bundesratskandidatur heraus?