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Heute Morgen prangt auf einer Seite der Schweizer Büromaterial-Vertreiberin Hermann Kuhn AG plötzlich das Foto einer Moschee. Über dem von Hackern eingeschleusten Bild befindet sich ein Text in grüner Schrift. Darin schimpfen die Computer-Krieger gegen «Ungläubige». Sind sie auf einem Feldzug gegen das Minarett-Verbot?
«Wir haben seit heute Morgen ein neues Erscheinungsbild», scherzt Marco Hassler (33), verantwortlich für die Seite www.aktenvernichter.ch bei der Firma aus Bassersdorf ZH. «Aber lustig ist das natürlich nicht, schliesslich sind da unsere Produkte drauf, die wir verkaufen wollen.»
Hassler ist überrascht: «Ich weiss auch nicht, warum wir zum Ziel dieses Angriffs geworden sind.» Derzeit sei man dran, die Sache zu beheben. Das Bild der Mosche und die in Türkisch verfasste Botschaft der Hacker hat man zwar in der Zwischenzeit entfernt, aber Hasslers Aktenvernichter-Seite kann am Nachmittag nach wie vor nicht angezeigt werden.
«Gehackt für den Islam»
Bei dem Bauwerk auf dem eingeschleusten Bild handelt es sich um die Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul. Darunter der Schriftzug «Akincilar». Im Tab des Browsers erscheint der Spruch «Hacked for Islam – hacked by Akincilar» (deutsch: gehackt für den Islam – von Akincilar). Gut möglich, dass sich türkische Hacker bei der Namensgebung von der türkisch-islamischen Untergrundorganisation Akincilar Derneği (Verein der Vorkämpfer) inspirieren liessen.
Das gleiche Foto jedenfalls versperrte bereits Ende Dezember die Internetseite des evangelikalen Instituts für Gemeindebau und Weltmission (IGW), wie das christliche Nachrichtenportal «idea.de» berichtet. Über eine weitere Hacker-Attacke von offenbar muslimischer Seite berichtet heute die Gratiszeitung «20 Minuten». Demnach wurde die Webseite für die Volksinitiative gegen Offroader mit dem Bild einer Vampirin versperrt. Darunter der Spruch: «Leave all Muslims of the World in Peace!!» (Lasst alle Muslime der Welt in Frieden).
Attacken auf SVP-Seiten
Wie Blick.ch berichtete, hatten sich Hacker zudem im letzten Jahr an der Internetseite der Jungen SVP zu schaffen gemacht. Dort erschien damals eine weisse Seite und der fehlerhafte Spruch «by Intikam you fasizt» (deutsch: von Intikam, du Faschist). Da «Intikam» auf Türkisch «Rache» bedeutet, liegt auch hier die Annahme nahe, dass es sich um eine Reaktion auf das Minarett-Verbot handelt.
Vor wenigen Tagen haben Hacker zudem den Internet-Auftritt der SVP der Stadt Zürich angegriffen. Diese Attacke kam, wie die Signatur der Angreifer vermuten lässt, aus dem Umkreis des Chaos Computer Clubs, der Ende Dezember in Berlin einen Hacker-Kongress mit dem Motto «Here be Dragons» abhielt, welches sich auf der gehackten SVP-Seite wiederfand.
«Hacked von einem Ausländer»
Die SVP der Stadt Zürich kommt in der virtuellen Welt nicht zur Ruhe. Denn auch heute wurde ihre Seite wieder gehackt. Derzeit steht auf der Startseite nicht ohne Hohn: «SVP hacked von einem Ausländer». Darunter ein veränderter Trailer für den Hollywood-Epos «300», in dem die SVP auf die Schippe genommen wird.
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Marco Hassler: Bei der Büromaterial-Vertreiberin Hermann Kuhn AG verantwortlich für die Seite www.aktenvernichter.ch. (ZVG)