iPhone-Hülle ist keine Waffe: Aargauer Richterin stoppt Handy-Irrsinn

Eine Aargauerin wurde angeklagt, weil sie eine Schlagring-Handyhülle kaufte - eine aus Plastik. Richterin Bettina Keller zeigte Vernunft.

MANHATTAN - MAY 01:  Rihanna seen out in Manhattan on MAY 01, 2012 in New York City, New York
play
Rihanna mit ihrer Schlagring-iPhone-Hülle. Reflex Media

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Muslim-Mädchen die Einbürgerung verweigert Kein Schwimmunterricht – kein...
2 Deutscher Koch Werner C. (35) in Haft Hat er Paul sexuell missbraucht?
3 Das Safer-Sex-Schema von Männern Je schöner die Frau, desto weniger...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
5 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

Eine Aargauerin hatte sich 2012 im Internet auf der Seite shoppingarea.ch eine Handyhülle in Form eines Schlagrings. Solche Hüllen waren damals im Trend – weil Rihanna in mehreren Modeheftli damit posierte. Doch Pech gehabt: Die Schweizer Staatsanwaltschaft stufte die Plastikhülle als Waffe ein. Mehrere Internetshopper, die sich auf besagter Webseite eine solche Hülle bestellten, wurden angeklagt. Letzten Herbst etwa auch eine Schaffhauserin.

letzte_letzte2.jpg play
Diese Handyhülle hat das Aargauer Bezirksgericht nicht als Waffe eingestuft. zvg

Nun stoppt Gerichtspräsidentin Bettina Keller den Justiz-Irrsinn, wie die «Aargauer Zeitung» heute schreibt. Die Verteidigerin hatte zuvor argumentiert, dass es zahlreiche Gegenstände in Schlagring-Form gebe: von der Gürtelschnalle über den Kafitassligriff bis zum Stiletto. «Laut Gesetz wird eine Waffe dadurch definiert, dass sie dazu bestimmt ist, Menschen zu verletzen – und nicht Gegenstände, die theoretisch dazu geeignet wären», sagte die Verteidigerin. Die Richterin zeigte Vernunft: Sie sprach die Aargauerin von der 200-Franken-Busse frei. (ct)

Publiziert am 19.02.2016 | Aktualisiert am 20.02.2016
teilen
teilen
5 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

9 Kommentare
  • Erwin  Buchele 20.02.2016
    So eine Richterin hätte die Gärtnerin, die neulich auf dem Flughafen Kloten wegen ihres Schlüsselbund-Alustäbchens für unerlaubten Waffenbesitz vorbestraft wurde, wohl auch gebrauchen können. Aber Vernunft scheint in der Richterbranche extrem dünn gesäht zu sein.
  • Hanspeter  Oppliger aus Valencia Philippinen
    20.02.2016
    Hoffentlich gehen Euch die Probleme nicht aus in der Schweiz. Höchst fraglich für sowas ein Gericht zu belasten. Dem kleingeistigen Anzeiger müsste dringenst gesunder Menschenverstand beigebracht werden ... Hp. aus den Philippinen ...
  • Marco  Kälin aus Dietikon
    19.02.2016
    Das erstaunt und freut mich zugleich sehr, dass endlich eine Richterin dieser Ver- Kriminalisierung von Bürgern/Innen in unserem Land, durch Polizei und Staatsanwaltschaft, ein Riegel geschoben wurde. Es freut mich, dass eine Anwältin gut argumentieren konnte und die Richterin ihren Ermessensspielraum genutzt und umgesetzt hat. Wenn es nach Polizei und Staatsanwaltschaft gehen würde hätten wir schon bald Plastikmesser in der Küche oder Schraubenzieher aus Holz. Merci!
    • Thomas  Maeder 20.02.2016
      Wir kriegen das, was wir verdient haben. Viele Schweizer schreien nach immer mehr und immer schärferen Gesetzen und mehr Überwachung und Kontrollen, sowie gnadenlosen Staatsanwälten und Richtern. So etwas ist dann das Resultat. Wenn die DSI dann angenommen werden sollte, riskieren Ausländer wegen einer Handyhülle und einem wildgewordenen Staatsanwalt dann eine Ausschaffung.
    • Gerry  Ruf , via Facebook 20.02.2016
      Wenn Sie werter Herr Maeder den Text richtig gelesen haben ist es genau anders rum! Es hat eine kluge Richterin vernünftig entschieden!
    • Jakob  Vogel 20.02.2016
      Lieber Gerry,
      Nein es ist nicht andersrum. Heute kann eben eine vernünftige Richterin noch vernünftig entscheiden = verhältnismässig. Wenn die Durchsetzungsinitiative angenommen wird ist es aus damit; dann haben die RichterInnen keinen Spielraum mehr, sie können nicht einmal mehr angerufen werden!
    • Gerry  Ruf , via Facebook 20.02.2016
      Lieber Jakob
      die Richter haben einen Spielraum..!! es ist dann im Ermessen der/s Richter/in ob es wie in diesem oder ähnlichen Fällen zur Verurteilung kommt!

  • Paul  Schaller aus Salto
    19.02.2016
    Ich staune. Es gibt sie doch, die vernuenftige n Richter/innen.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    19.02.2016
    Vermutlich haben die Juristen bei der Schweizer Staatsanwaltschaft noch Zeit zum träumen......brutal geweckt von einer Richterin !