iPads und falsches Essen lassen unsere Kleinen durchdrehen Alarm im Kindergarten!

Im Kindergarten sind immer mehr Buben und Mädchen verhaltensauffälig. Die Kindergärtner im Kanton Zürich fordern nun kleinere Klassen und Timeouts.

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Kindergärtler werden immer mehr zu kleinen Terroristen. Sie verweigern das Mitmachen manchmal komplett oder aber sie «plagen» andere Kinder teils massiv. (Symbolbild) AP

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Kinder, die andere an den Haaren reissen, oder Kinder, die stundenlang am Stück schreien, nachdem das Mami gegangen ist. Oder Mädchen und Buben, die alles verweigern, im Kindergarten immer noch Windeln tragen oder sich sogar regelmässig einkoten.

Die Zahl der verhaltensauffälligen Kinder im Kanton Zürich sei in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, schreibt die NZZ am Sonntag. Brigitte Fleuti, die Präsidentin des Verbands Kindergarten Zürich (VKZ), spricht von einer «beträchtlichen» Zunahme. So hat auch die Repetitionsquote im Kindergarten zugenommen, weil die Kleinen selbst nach zwei Jahren schlichtweg noch nicht in die Schule geschickt werden können.

Mehr als 3 von 10 Kindern

Es sei allerdings kein kantonales, sondern ein nationales Phänomen, beobachtet Brigitte Fleuti. Sie schätzt, dass zwischen 20 und 80 Prozent der Kinder solche Auffälligkeiten zeigen. Das Spektrum ist breit und reicht vom passiven bis hin zum ständig aggressiven Kind.

Early Learning play
Erhebungen aus Deutschland zeigen, dass 33 Prozent der Buben klar verhaltensgestört sind oder grenzwertige Auffälligkeiten zeigen. Bei den Mädchen sind es gar 39 Prozent. AP

Zahlen aus Deutschland zeigen, dass Fleuti mit ihrer Schätzung gar nicht so falsch liegen dürfte. Dort weisen 18 Prozent der Buben und 16 Prozent der Mädchen Verhaltensstörungen auf. Bei weiteren 15 Prozent der Buben und 23 Prozent der Mädchen stellte eine aktuelle Erhebung eine grenzwertige Auffälligkeit fest.

Das heisst, mehr als 3 von 10 Kindern bringen die Kindergärtnerinnen an den Anschlag. Sie stören den Unterricht teilweise massiv. Die Gründe für die Verhaltensauffälligkeiten sind vielfältig.

Mangelnde Erziehung und zu viele elektronische Medien

Teilweise mangle es an der Erziehung, sagt Beatrice Kronenberg, Direktorin des Schweizer Zentrums für Heil­ und Sonderpädagogik: «Diesen Kindern fehlt dann die Erfahrung, sich in eine Gruppe einzuordnen, zu warten, nicht immer im Mittelpunkt zu stehen.» 

Schuld sei auch der häufige Einsatz elektronischer Medien, um die Kinder ruhigzustellen. Einfluss habe zudem eine falsche Ernährung. Vermehrt würden auch genetische Störungen auftreten.

Weniger grosse Klassen gefordert

Das Volksschulamt des Kantons Zürich hat auf die Klagen aus den Kindergärten reagiert und eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese will das Problem aber auf allen Altersstufen angehen. Das Volksschulamt hat etwa eine Broschüre herausgegeben, zudem werden Weiterbildungen angeboten.

Für die Zürcher Kindergärtnerinnen ist das nicht genug. Brigitte Fleuti fordert in der NZZ am Sonntag eine Reduktion der Klassengrössen, vermehrt Halbklassenunterricht, einen Topf mit zusätzlichen Stellenprozenten für Notsituationen und die Möglichkeit von Time­outs für ganz schwierige Fälle. (ct)

Publiziert am 21.02.2016 | Aktualisiert am 21.02.2016
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24 Kommentare
  • Aron  Ottiger 22.02.2016
    Auswüchse der Antiautoritärer Erziehung und Kinderkrippen wie Karrieren Protzigen Eltern, Kinder hat man für das Image, wie der Harley auch.Respekt vor dem Alter und Mitmenschen zählt nicht mehr, alles erlaubt und Ruhigstellen der Kinder mit den Gadgets.
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    21.02.2016
    Ich möchte wissen, wieviele dieser Kinder von ihren Eltern erzogen wurden und wieviele in der Kinderkrippe so verwahrlosten.
    • ben  coratsch 22.02.2016
      Sie finden die Antwort im Artikel: "Diesen Kindern fehlt dann die Erfahrung, sich in eine Gruppe einzuordnen, zu warten, nicht immer im Mittelpunkt zu stehen." In der Kinderkrippe würden die Kinder genau das lernen.
  • Rex  Schweizer 21.02.2016
    Kein Kleinkind, Kindergärtner und Primarschüler braucht ein IPad oder Handy. Diese sollen zuerst lernen ohne Virtuelle Welt.Im Wald spielen, mit Bauklötzen usw.Also wie die Schule und Kindergarten früher war. Dann können sie auch wieder richtig reden,schreiben, Kopfrechnen usw.Die Virtuelle Welt gehört erst in der Oberstufe dazu.Wenn man nicht drei mal im Jahr in die Ferien fährt,nicht den Oberklasse Wagen fährt,dann gehts auch wenn nicht beide Eltern arbeiten, mit dem Einkommen und Erziehung.
  • Rolf  Wysshaar 21.02.2016
    Ich würde die Kinder halt noch früher in Kinderhort und Kindergarten schicken, am Besten schon direkt aus dem Spital. Die Kinder sollten zuerst einmal Kind sein können und die Eltern aber auch sich mit ihnen abgeben. Für was haben Leute Kinder, wenn sie sich nur vor und nach dem schlafen sehen?
  • Gautschi  Gregor , via Facebook 21.02.2016
    Das ist nur weill die klein Kinder kaum sind Sie auf der Welt,werden Sie in die Kinderkrippe gesendet !
    Die Kinder haben gar keine Eltern mehr,schon klar das die Kinder nicht mehr normal sind !
    Aber das ist die Schuld Unserer Behörden,die verlangen das die Eltern direkt nach der Geburt wieder arbeiten !
    Aber es gibt auch eltern,die wollen 2 Autos,luxus ferien usw.. und der Preis dafür ist es,das Kind in die Krippe zu geben,was falsch ist !
    Eltern Ihr müsst auf Eure Kinder schauen !