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«Verkaufe dringend schönen lieben Friesenpferde», lockt ein Inserat in holprigem Deutsch in der Fundgrueb des Kleinanzeigen-Abieters Local.ch. «Muss mich leider von 2 Friesenpferden (Hengste und Stute) trennen! Lange dichte Mähne, sehr verschmust.» Kostenpunkt 1’300 Franken.
BLICK-Reporter Viktor Dammann meldet sich bei der angegebenen Mailadresse.
Tiere sind nicht in Bern, sondern Kamerun
Die erste Überraschung: Die lieben Pferde weiden nicht, wie auf der Google-Karte angegeben, in der Nähe von Bern – sondern im fernen Kamerun.
Eine Familie Gaddo will die Stute Mara, für die sich Dammann interessiert, gleich einfliegen lassen. Das verschmuste Pferdchen soll zusammen mit dem Transport 1220 Euro (1600 Franken) kosten.
Fotos gibts, den Pferdepass aber nicht
Und jetzt kommts: Die Transportkosten von 320 Euro (430 Franken) müssen sofort nach Kamerun überwiesen werden. «Vielen Dank und hoffen, dass sie kaufen meiner starken und gesunden Pferden», kommts zurück.
Doch der Reporter will zuerst den Pferdepass von Mara und Fotos derselben. Die Fotos treffen in wenigen Minuten ein – aber ohne Pferdepass.
«Pferd ist sehr gesund und geimpft»
«Leider habe ich keine scanner im momente weil meine ist kapputt», schreibt Familie Gaddo und beruhigt: «Aber keine Sorge, das Pferd ist sehr gesund, geimpft und kommt zusammen mit Papieren. Wir sind gute Menschen auf der Suche nach einem schönen Platz für die Pferde.»
Aber Dammann müsse jetzt «endlich überweisen». Er besteht jedoch auf den Pass und postwendend kommt die Antwort. «Ich will nicht glauben, dass der Pass des Pferdes wird ein Problem mit unserem Vertrauen werden.»
Weder Pferde noch Hunde aus Kamerun
Wenige Minuten später meldet sich auch schon eine Transportagentur «Globalair Delivery» mit den genauen Bankdaten für die Überweisung. Auf dem Mail prangt das Logo von Air Animal und Pet Air, die für den Transport von Mara zuständig sein sollen.
Die beiden real existierenden Gesellschaften warnen: «Es sind Betrüger und Schurken, die angeblich eine Niederlassung von uns haben. Es gibt weder Pferde, noch Hunde aus Kamerun», sagt Walter Woolf, Eigentümer von Air Animal zu BLICK.
Wöchentliche Meldungen bei Petair
Helmut Schneider von Petair Deutschland pflichtet bei: «Tiere aus Kamerun sind fast immer Betrug. Für 320 Euro bekommen Sie vielleicht eine Katze bis Frankfurt geflogen. Wir bekommen wöchentlich Anrufe von Personen die ein Tier aus Kamerun erwarten.»
Die Zürcher Kantonspolizei hat bislang keine Kenntnis von der neusten Betrugsmasche aus Kamerun. «Bei Internetgeschäften gilt allgemein die Devise: nur Geld gegen Ware», sagt Kapo-Sprecherin Silvia Mülli.
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Fundgrueb für Pferde als Betrügermeile. Hier wird der Standort Zürich angegeben. (Screenshot Local.ch)