In über der Hälfte Fälle sind Kinder dabei 40 Polizei-Einsätze pro Tag wegen häuslicher Gewalt

Mehrmals täglich muss die Polizei wegen häuslicher Gewalt ausrücken. In mehr als der Hälfte der Fälle sind Kinder anwesend.

Häusliche Gewalt Schweiz: 40 mal pro Tag rückt Polizei aus play
14'000 Mal ist die Polizei im vergangenen Jahr ausgerückt. KEYSTONE/LUIS BERG

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Schimmel-Alarm in der beliebten Baby-Giraffe! Sophies schmutziges Geheimnis
2 Ärzte des Zürcher Kinderspitals schlagen Homöopathie-Alarm ...
3 Zürcher Versicherungs-Chef macht «Plauschfahrt» Mit 174,7 km/h auf...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
137 shares
11 Kommentare
Fehler
Melden

In der Schweiz hat die Polizei im vergangenen Jahr über 14'000 Mal wegen häuslicher Gewalt interveniert. Dabei wurden 9195 Beschuldigte registriert, vier von fünf waren Männer.

Drei Viertel der Opfer von häuslicher Gewalt waren Frauen, wie an einer Fachkonferenz des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) vom Dienstag in Bern bekanntgegeben wurde. 13 Prozent der Betroffenen waren zudem minderjährig. 2015 wurden gemäss den Angaben 36 Menschen getötet, davon waren acht Kinder im Vorschulalter.

Kinder sind oft Zeugen

In 50 bis 60 Prozent der polizeilichen Interventionen waren Kinder anwesend. Etwa 40 Prozent davon waren jünger als sieben Jahre. Allein im Kanton Bern mussten 2015 in 15 Prozent der Fälle minderjährige Kinder extern untergebracht werden.

An der Fachkonferenz wurde auch darauf hingewiesen, dass die Rückfallquote bei häuslicher Gewalt sehr hoch ist. Statistisch gesehen wird jede zweite gewaltausübende Person erneut im häuslichen Bereich gewalttätig.

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen hat sich die Fachkonferenz mit der Frage befasst, wie Täterinnen und Täter effektiver zur Verantwortung gezogen werden können. So verfügen 25 Kantone über Beratungsangebote für Frauen und Männer. Die beiden Kantone Luzern und Wallis kennen sogar eine Pflichtberatung im Fall von häuslicher Gewalt.

1500 Täter nahmen Beratung in Anspruch

Der Fachverband Gewaltberatung Schweiz (FVGS) schätzt, dass im selben Jahr rund 1500 gewaltausübende Menschen ein Beratungsangebot in Anspruch genommen haben.

«Täter und Täterinnen müssen sich mit ihrem gewalttätigen Verhalten auseinandersetzen», wird EBG-Direktorin Sylvie Durrer in einer Mitteilung zitiert. Nur so könnten Opfer häuslicher Gewalt und Kinder, die in gewaltbelasteten Familien aufwüchsen, nachhaltig geschützt werden.

In der Praxis habe sich die proaktive Ansprache bewährt. Dabei leite die Polizei Kontaktdaten des Täters oder der Täterin an eine spezialisierte Beratungsstelle weiter, welche dann die betroffenen Personen kontaktierte und zu einer Beratung auffordere. (SDA)

Publiziert am 22.11.2016 | Aktualisiert am 18.01.2017
teilen
teilen
137 shares
11 Kommentare
Fehler
Melden

11 Kommentare
  • Walter  Krebs 22.11.2016
    Häusliche Gewalt nimmt erschreckend zu. Kaum ist ein Kind geboren, werden ihm via Fernsehe-Bilder Brutalität serviert, ob es will oder nicht. Kaum geht es in die Schule, kann es diese auch über das Natel/Handy/Smartphone ansehen. Viele Eltern sind vom täglichen Stress, den sie sich zum Teil selber verschaffen völlig überfordert. Sie haben mehr Zeit für ihr Natel, als für ihre Kinder. Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland!
    W. Krebs, Bern
  • Urs  Graf 22.11.2016
    mich würde interessieren welche Aufteilung es zwischen CH und Ausländern gibt inkl. wie viele CH oder Ausl. Hilfe annehmen. Dann wäre eine Studie über verbale und nonverbale Gewalt durchaus wichtig. Dies sind vorwiegend die unsichtbaren und schwer erfassbaren Waffen der Frauen aber nicht weniger wirksam.
    • Max  Stirni 22.11.2016
      Das stimmt genau. Zu provozieren ist mindestens genauso verwerflich wie Tätlichkeiten. Aber heute hat doch jeder die Möglichkeit mit dem Handy zu dokumentieren was geschieht, so dass nicht nur Aussage gegen Aussage steht.

      Ich hatte alles von mit Messer fuchtelnden Frauen bis übelsten Drohungen und Beleidigungen. Es wäre wichtig, dass Mann das aufnimmt und auch vor Gericht bringt damit ein objektives Bild entsteht.
  • Marlies  Hess aus Langenthal
    22.11.2016
    Dachte immer wir Berner/innen seinen gemütlich...? Also ich hatte nie Probleme.. Mein Mann und ich gehen Wertschätzend miteinander um.
  • Annemarie   Setz 22.11.2016
    Hier würde mich jetzt wirklich interessieren, welche Nationalitäten davon betroffen sind, sind es wirklich Schweizer ode nicht? Aber vermutlich wird man darüber einmal mehr nichts erfahren.
  • Pollner  Josef 22.11.2016
    Wisst ihr wie Gewalt in der Familie entsteht. Ich habe 3 ähnliche Beispiele in der Bekanntschaft. Frauen wissen, dass sie sich staatlich geschützt alles leisten können. Man hat einen Liebhaber, man beschimpft seinen Mann, man demütigt ihn, man entlässt ihn aus der Familienwohnung ohne Grund, man lässt sich scheiden und lebt auf Kosten des geschiedenen Partners bis zum Lebensende. Dann kassiert man 1/2 des Vermögens. Ein Ehemann hat keinen staatlichen Schutz. Die Frau kann sich alles leisten.
    • Karen  Mind 22.11.2016
      Da wäre die Politik gefragt... sind doch alles mehrheitlich Männer. Aber Gewalt ist immer ein schlechter Ratgeber und macht die Sache nicht einfacher. Und Kinder als Zeugen ist für die sehr schlimm.
    • Max  Stirni 22.11.2016
      Nun, wir haben in der Schweiz zum Glück immer noch keine Zwangsehen. Die Regeln sind allgemein bekannt. Sorry wenn das arrogant klingt aber jeder Mann der sich freiwillig auf diesen Deal einlässt ist absolut selber schuld. Klar die Gesellschaft, Medien, Kultur spielen das Game munter mit indem sie die ewige Liebe vorgaukeln, die lebenslangen Beziehungen ohne die man nur halber Mensch sei, etc etc. Aber wer mit offenen Augen durchs Leben geht weiss, dass das die Ausnahme ist, nicht die Regel!
    • ferdinand  eggimann aus Maha Sarakham
      22.11.2016
      Ich bin selber davon nicht betroffen. Ich bin zufrieden und soweit Glücklich. Doch ich gebe ihnen zu 100 Prozent recht. Was sich Schweizer DAMEN leisten ist abzocke Pur!
      Das da einem Mann, der vielleicht nicht den richtigen Weg findet,(die Dame zum Teufel jagen) tätlich wird ist zwar nicht die feine Art aber verständlich.
      Ehelichen ist so wiso der grösste Fehler der ein richtiger Mann machen kann!.
    • Markus  Hufschmid aus Dänikon
      23.11.2016
      Wenn die Polizei gerufen wird empfiehlt sie immer dem Mann die Wohnung für ein paar Tage zu verlassen. Davon rate ich allen Männern ab. Denn dies wird danach bei einer Scheidung dem Mann angekreidet, Verlassen der gemeinschaftlichen Wohnung-verantwortungslos usw. Wieso, selbst ohne Kinder, soll der Mann ständig als Täter dastehen und deren Konsequenzen immer alleine tragen? Weil es ständig medial politisch korrekt dargestellt wird.