Im Spital Impfung legt zwei Schweizer flach

  • Aktualisiert am 27.11.2009
  • Von Antonia Sell

ZÜRICH – Zwei Personen liegen im Spital. Grund: Kurz nach der Impfung gegen die Schweinegrippe traten bei ihnen «schwerwiegende» allergische Reaktionen auf.

Die Impfung gegen die Schweinegrippe geht nicht so reibungslos über die Bühne, wie sich das Behörden und Bevölkerung gewünscht hätten. Gestern gab das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bekannt, dass zwei Personen wegen «schwerwiegenden» allergischen Reaktionen ins Spital eingeliefert werden mussten.«Die Reaktionen traten kurz nach der Impfung auf», sagt Joachim Gross, Pressesprecher von Swissmedic zu Blick.ch. Die beiden Personen hätten allerdings zu einer Risikogruppe gehört. «Ihr Zustand ist stabil.» Über das Alter und das Geschlecht der Betroffenen wollte Gross keine Auskunft geben. Auch welcher Impfstoff ihnen verabreicht wurde, wird nicht bekannt gegeben.Unterschiede zwischen den Impfstoffen? Insgesamt gibt es in der Schweiz drei Impfstoffe, die uns gegen die Schweinegrippe schützen sollen. Pandemrix wird von dem Pharmakonzern GlyxoSmithKline bereit gestellt und Novartis produziert Focetria und Celtura. Wie unterscheiden sich also diese drei Impfstoffe? «Der Hauptunterschied ist, dass sie auf verschiedene Arten produziert werden», erklärt Gross.Pandemrix und Focetria werden auf embryonalen Hühnereiern gezüchtet, Celtura auf Hundezelllinien. Alle enthalten einen interaktiven Impfstoff, Adjuvantien (Substanzen, mit denen sich die Immunantwort verstärken lässt) und denselben Grippevirusstamm A/California/7/2009. Allerdings unterscheiden sie sich in der Zusammensetzung dieser Stoffe und in der Verabreichungsform und -häufigkeit. Auch wird Celtura zum Beispiel nicht für Kinder unter drei Jahren empfohlen.Unterschiede zwischen den Impfstoffen lassen sich auch in den auf sie folgenden allergischen Reaktionen feststellen: Der Swissmedic wurden 75 allergische Reaktionen auf Pandemrix, 16 auf Focetria und 0 auf Celtura gemeldet. Wie kommt das? Die Unterschiede zwischen den Impfstoffen würden sich durch die Menge der verabreichten Dosen und die unterschiedliche Laufzeit erklären. «Celtura ist zum Beispiel noch nicht lange auf dem Markt», sagt Joachim Gross. (s5j)

20 Prozent geimpft!

20 Prozent der Schweizer Bevölkerung dürfte gegen das Schweinegrippe-Virus geimpft sein, sagte Gesundheitsminister Didier Burkhalter heute in Bern. Es handle sich allerdings um eine Schätzung, genaue Zahlen gebe es nicht.

Burkhalter selbst gehört zu den Immunisierten: «Ich habe mich gestern impfen lassen,» verriet er. Bis Mitte Dezember würden 8 der 13 Millionen vom Bund bestellten Impfdosen zur Verfügung stehen. Bis Januar sei mit genauen Zahlen zu den Geimpften zu rechnen.

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