Vor rund drei Wochen hat das grossangelegte Impfen gegen die
Schweinegrippe begonnen. Wie die heute Nachmittag veröffentlichten neusten Zahlen des Heilmittelinstituts
Swissmedic aufzeigen, ist das Pieksen doch nicht so harmlos wie von den Gesundheitsbehörden und Ärzten dargestellt.
Bereits meldeten die Mediziner 197 Vorfälle bei der Schweinegrippe-Impfung. Die Zahlen der unerwünschten Nebenwirkungen im Detail:
- 44 Meldungen mit schwerwiegenden und erwarteten Reaktionen
- 28 Meldungen mit schwerwiegenden und unerwarteten Reaktionen
- 5 Meldungen bei Schwangeren
- 42 Meldungen mit laufenden Rückfragen (Nebenwirkungen noch nicht definiert)
Die als nicht schwerwiegend eingestuften Reaktionen sind hier nicht separat aufgelistet. Sie sind aber in den insgesamt gemeldeten Fällen enthalten.
Die schwerwiegenden erwarteten Fälle betreffen vor allem starke Allergie-Reaktionen. Beim Impfstoff Pandemrix und Focteria besteht Gefahr bei Patienten mit einer Eiweiss-Allergie, bei Celtura haben Patienten mit Tierhaar-Allergie unerwünschte Reaktionen zu befürchten.
Zwei Schwangere haben nach der Impfung ihr Kind verloren. In einem Fall ist ein Zusammenhang des Kindstodes mit der Impfung eher unwahrscheinlich. Im zweiten Fall klärt Swissmedic die Ursache noch ab.
Aufhorchen lässt die Zunahme der unerwarteten schwerwiegenden Reaktionen auf den Pieks. Ihre Zahl hat sich seit der letzten Erhebung vom 21. November mehr als verdoppelt.
Die von Swissmedic veröffentlichten Zahlen sind nur die Spitze des Eisberges. Denn gemeldet werden nur Vorfälle, die gewisse Kriterien erfüllen.
Wie hoch die Gesamtzahl der Fälle mit unerwünschten Nebenwirkungen wirklich ist, können weder Swissmedic noch das Bundesamt für
Gesundheit (BAG) sagen.