Die fröhlichen Kinder von Heverlee Im Wallis spielten sie Erwachsene

Sie waren noch so jung und doch alt genug, um ohne Eltern Ferien unter sich zu erleben. Und sich einen lustigen Abend lang wie Grosse zu fühlen.

  • Publiziert: 16.03.2012, Aktualisiert: 17.03.2012
  • Von Antonia Sell

Die Buben mit Krawatten und feinen Anzügen, die Mädchen in schicken Kleidern: Es ist Tag vier im Skilager im Val d’Anniviers VS.

Aufgeregt stehen die Schüler aus dem belgischen Heverlee in Pärchen beieinander. Ihre Augen glitzern vor Aufregung. Denn der Casinoabend im Ski­lager steht bevor.

Ein Abend, an dem die Kinder sich gross fühlen, fast erwachsen. Viele sind das erste Mal ohne ihre Eltern auf Reisen. An diesem Abend ahnt keiner, dass einige dieser glücklichen Kinderaugen in ein paar Tagen aufhören werden zu leuchten – und das für immer.

«Nach dem Essen mussten sich die Kinder beeilen, es galt, sich schön zu machen für die Casinonacht», schreiben die Lehrer im Blog der Schulklasse. «Es war wie immer ein riesiger Erfolg.»

«Es ist so cool hier»

Sebastian Bowles († 11) aus Heverlee schreibt seinen Eltern am nächsten Tag. «Mama, Papa, Helena. Es ist so cool hier. Gestern war Casinonacht. Cool!»

Nur wenige Tage später stirbt Sebastian bei der Car-Tragödie in Siders.

Sechs weitere Kinder aus Heverlee überleben den Unfall im Autobahntunnel nicht: Joaquin Riestra Lauweryns († 11), Victor Keppens († 12), Sonya († 12), Bavo Daman († 12), Clara Cardon de Lichtbuer († 11) und Sarah Dierick († 12). Auch 15 Kinder aus der 70 Kilometer entfernten Stadt Lommel kommen ums Leben (BLICK berichtete).

Opa Jos Daman (80) hatte seinen Enkel Bavo († 12) drei Tage vor der Abreise ins Skilager das letzte Mal gesehen. Lange wusste er nicht, ob Bavo noch lebt oder tot ist. Bis zuletzt hatte er Hoffnung. «Es ist für uns alle sehr niederschmetternd», sagt Jos Daman gestern der belgischen Zeitung «Het Laatste Nieuws».

Sebastian starb zusammen mit seinem besten Freund

Sebastian, der erst vor zwei Jahren aus London nach Belgien umgezogen war, starb zusammen mit seinem besten Freund Joaquin († 11). Die beiden hatten gemeinsame Hobbys: Tennis und Computerspiele wie Angry birds.

Die passionierte Pianistin Clara († 11) war das Nesthäkchen ihrer Familie. Sie hatte zwei Brüder. Am Mittwoch, einen Tag nach dem Car-Unglück, wäre sie zwölf Jahre alt geworden.

Alle Kommentare (7)

  • Michael  Straub , Düsseldorf
    Ich kann mich nur den Vorredneren anschließen.
    Geschmacklos, und nicht sehr profesionell.
    Bilder der Kinder müßen nun wirklich nicht sein.



    • 17.03.2012
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  •   Katja Scholz , Winterthur
    Ich finde auch, dass es genug ist mit der Berichterstattung. Lasst die Familien trauern und für sich sein. Fotos von den toten Kids jetzt zu veröffentlichen ist nur noch geschmacklose Sensationshascherei!!!
    • 17.03.2012
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  • Peter  Hänsenberger
    Original Geschrieben von Peter Hänsenberger am 17.03.2012 Mit meinem Schreiben, widme ich an die Personen wo schon Angehörige verloren haben: Ich wünsche Euch dass die Sterne wieder scheinen, dass sie leuchten ganz hoch am Himmelszelt. Du grosser Gott wenn ich die Welt betrachte, wünsche ich mir mehr frieden, und das die Menschen sich mehr Verstehen und auch mehr zusammen Kommunizieren. Einmal kommt der Augenblick ganz leise wo jeder von uns die Welt für ewig verlässt. Ein gutes Herz hat aufgehört zu schlagen und wollte doch so gern noch bei uns sein. Bekannte und auch Freunde, helfen uns, diesen Schmerz zu tragen, denn ohne das jemand hilft, wird vieles anders sein. Herr du hast es so bestimmt, so ist der Lebenslauf. Ich Zünde eine weisse Kerze an, weil weiss ist der Frieden ob auf der Erde oder im Himmel. Freundlichen Grüssen aus der Schweiz Peter Hänsenberger
    • 17.03.2012
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  • Max  Röthlisberger , Schönenwerd
    Blick und andere mit den Minuten im Titel werden es nicht mehr lernen !! Der Run auf die "Google-Clics" versperrt den Blick auf die Realität und die Wünsche der Menschen. Es wird, das garantiere ich Euch allen heute, nicht nur vom Presserat, ein Nachspiel haben. Die Eigner und auch die Inserenten werden alles andere als entzückt sein !!
    • 17.03.2012
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  • igor  neuffer , niederweningen
    Wie wäre es, wenn der Blick ausnahmsweise etwas pietätvoller wäre und private Bilder von den verstorbenen Kindern nicht zeigen würde. Echt widerlich und ihr sollt euch schämen.
    • 17.03.2012
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