Maja Loncarevic schloss gestern ihre Kinder wieder in die Arme: «Ich weiss, dass mein Mami ein Glückspilz ist!»
Sie hatten ihr Mami so sehr vermisst: Riah Lou (3) und Tara Lee (6). Doch die ältere Tochter wusste, es kommt gut.
Von Ralph Donghi | Aktualisiert um 11:51 | 18.01.2010
Das Flugzeug landet früher als geplant in Basel, um 16.36 Uhr. An Bord der Air-France-Maschine: Maja Loncarevic (41). Die Hilfswerksmitarbeiterin aus Umiken AG überlebte die Hölle von Haiti, das Erdbeben, bei dem Zehntausende von Menschen starben.
Ihre Töchter Tara Lee (6), Riah Lou (3) warten auf ihr Mami. Mitarbeiter des Aussenministeriums EDA führen die Familie in einen Raum am EuroAirport, schotten sie ab. «Es flossen bei allen die Tränen», sagt Arno Rüegg (46), der Lebenspartner von Maja Loncarevic. «Wir hatten uns sehr vermisst und sind froh, dass wir uns wieder haben.»
Maja Loncarevic ist glücklich – und tieftraurig zugleich. «Ich hatte das Glück, mit einer Gruppe von Schweizern auszureisen, die in Port-au-Prince das Beben und die Tage danach erlebt hatten. Das war wie eine Solidaritätsgemeinschaft», sagt die Ethnologin.
«Der Flug war auch schwierig, da mir bewusst wurde, dass ich jetzt in eine Welt zurückkomme, die das, was ich erlebt und gesehen habe, nicht mit mir teilt. Und es ist einfach schwer, weggegangen zu sein und die Leute dort in ihrem ganzen Elend zurückgelassen zu haben.»
Am Sonntag vor einer Woche bricht Maja Loncarevic nach Haiti auf. Fürs Hilfswerk Iamaneh will sie Strassenmädchen betreuen.
Sie sitzt im Büro einer Kollegin in Port-au-Prince als am Dienstag die Erde bebt. «Zuerst gab es ein lautes Stöhnen, das aus dem Erdinneren kam – ein unglaubliches Geräusch. Gleich darauf begann die Erde zu beben», erzählte Loncarevic dem SonntagBlick. «Überall war Staub, der Himmel war schwarz geworden. Ein Bild wie aus der Hölle.»
Schreckliche Stunden folgen. Maja Loncarevic sieht zusammengefallene Häuser, die vielen Leichen auf den Strassen.
Auch Arno Rüegg steht eine schwere Zeit bevor. Der Kontakt zu seiner Lebensgefährtin bricht ab. «Als ich vom Beben hörte, musste ich mit dem Schlimmsten rechnen», sagt der Unternehmer. Immer wieder versuchte er seine Freundin zu erreichen. Per Telefon, per E-Mail. Vergebens.
«Das war ganz schlimm», sagt Rüegg. «Jede Sekunde, jede Minute, jede Stunde, die ohne ein Lebenszeichen verging.» Er bringt die jüngere Tochter zum Grosi, versucht, die ältere abzulenken. «Sie hat da aber schon realisiert, was mit ihrem Mami passiert sein könnte.»
Endlich, am Donnerstagabend um 18.33 Uhr. Ein SMS von Maja. «Arno», schrieb sie. «Ich lebe, mir ist nichts passiert. Mail folgt.» Am Samstag dann das erste Telefonat mit Maja. «Es ging ihr einigermassen gut. Maja ist hart im Nehmen», sagt Arno Rüegg. «Viele der Menschen, die von ihrem Hilfswerk Unterstützung gekriegt haben, sind jetzt vielleicht nicht mehr am Leben.»
Gestern konnten Tara Lee und Riah Lou ihr Mami wieder in die Arme schliessen. «Ich weiss, dass mein Mami ein Glückspilz ist», sagte die 6-jährige Tara.
Maja Loncarevic zündete gleich nach ihrer Rückkehr in die Schweiz eine Kerze für die Menschen in Haiti an. Sie will zurück nach Port-au-Prince. Und überlegt bereits mit ihrem Hilfswerk Iamaneh, wie sie möglichst schnell mit Nothilfe Wiederaufbauprojekte organisieren kann. «Jetzt ist unsere Hilfe noch viel wichtiger als früher.
Mehr zum Hilfswerk von Maja Loncarevic: www.iamaneh.ch
Ihre Töchter Tara Lee (6), Riah Lou (3) warten auf ihr Mami. Mitarbeiter des Aussenministeriums EDA führen die Familie in einen Raum am EuroAirport, schotten sie ab. «Es flossen bei allen die Tränen», sagt Arno Rüegg (46), der Lebenspartner von Maja Loncarevic. «Wir hatten uns sehr vermisst und sind froh, dass wir uns wieder haben.»
Sie hat das Erdbeben und das Grauen miterlebt
Maja Loncarevic ist glücklich – und tieftraurig zugleich. «Ich hatte das Glück, mit einer Gruppe von Schweizern auszureisen, die in Port-au-Prince das Beben und die Tage danach erlebt hatten. Das war wie eine Solidaritätsgemeinschaft», sagt die Ethnologin.
«Der Flug war auch schwierig, da mir bewusst wurde, dass ich jetzt in eine Welt zurückkomme, die das, was ich erlebt und gesehen habe, nicht mit mir teilt. Und es ist einfach schwer, weggegangen zu sein und die Leute dort in ihrem ganzen Elend zurückgelassen zu haben.»
Am Sonntag vor einer Woche bricht Maja Loncarevic nach Haiti auf. Fürs Hilfswerk Iamaneh will sie Strassenmädchen betreuen.
Sie sitzt im Büro einer Kollegin in Port-au-Prince als am Dienstag die Erde bebt. «Zuerst gab es ein lautes Stöhnen, das aus dem Erdinneren kam – ein unglaubliches Geräusch. Gleich darauf begann die Erde zu beben», erzählte Loncarevic dem SonntagBlick. «Überall war Staub, der Himmel war schwarz geworden. Ein Bild wie aus der Hölle.»
Schreckliche Stunden folgen. Maja Loncarevic sieht zusammengefallene Häuser, die vielen Leichen auf den Strassen.
Auch Arno Rüegg steht eine schwere Zeit bevor. Der Kontakt zu seiner Lebensgefährtin bricht ab. «Als ich vom Beben hörte, musste ich mit dem Schlimmsten rechnen», sagt der Unternehmer. Immer wieder versuchte er seine Freundin zu erreichen. Per Telefon, per E-Mail. Vergebens.
«Das war ganz schlimm», sagt Rüegg. «Jede Sekunde, jede Minute, jede Stunde, die ohne ein Lebenszeichen verging.» Er bringt die jüngere Tochter zum Grosi, versucht, die ältere abzulenken. «Sie hat da aber schon realisiert, was mit ihrem Mami passiert sein könnte.»
SMS aus Haiti: «Ich lebe, mir ist nichts passiert»
Endlich, am Donnerstagabend um 18.33 Uhr. Ein SMS von Maja. «Arno», schrieb sie. «Ich lebe, mir ist nichts passiert. Mail folgt.» Am Samstag dann das erste Telefonat mit Maja. «Es ging ihr einigermassen gut. Maja ist hart im Nehmen», sagt Arno Rüegg. «Viele der Menschen, die von ihrem Hilfswerk Unterstützung gekriegt haben, sind jetzt vielleicht nicht mehr am Leben.»
Gestern konnten Tara Lee und Riah Lou ihr Mami wieder in die Arme schliessen. «Ich weiss, dass mein Mami ein Glückspilz ist», sagte die 6-jährige Tara.
Maja Loncarevic zündete gleich nach ihrer Rückkehr in die Schweiz eine Kerze für die Menschen in Haiti an. Sie will zurück nach Port-au-Prince. Und überlegt bereits mit ihrem Hilfswerk Iamaneh, wie sie möglichst schnell mit Nothilfe Wiederaufbauprojekte organisieren kann. «Jetzt ist unsere Hilfe noch viel wichtiger als früher.
Mehr zum Hilfswerk von Maja Loncarevic: www.iamaneh.ch
Erstes Lebenszeichen zwei Tage nach dem Beben: Auf dem Handy von Lebenspartner Arno Rüegg ist das SMS von Maja Loncarevic zu lesen. (Ralph Donghi)
Mehr zum Erdbeben auf Haiti
Das sagen Blick.ch-Leser
- Peter Telli, Oberau - 14:27 | 18.01.2010
- » Wenn diese Frau schon nicht geholfen hat und wieder abgereist ist, dann sollte sie sich nicht noch mit diversen Privatfotos gross herausbringen. Weniger ist manchmal mehr...
- Philip Müller, Zürich - 13:48 | 18.01.2010
- » @Shaft Müntener: Laut der bisherigen Aritikel ist Frau Loncarevic Spezialistin für soziale Aufbauhilfe und war für Arbeit mit Strassenmädchen auf Haiti. Sie ist also keine Infrastruktur und Desasterspezialistin. Zur Zeit werden aber Krisenspezialisten und Katastrophenhelfer gebraucht. Wer also in der Krisen-Region nicht helfen kann, ist nur im Weg. Darum ist Ihre Pauschalabqualifikation fehl am Platz.
- Shaft Müntener, Bassersdorf - 12:36 | 18.01.2010
- » Wann sind Angehörige von Hilfswerken am meisten gefragt? Nicht nach einer solchen Katastrophe? Würde sie nun nicht am ehesten gebraucht? Entschuldigen sie den Ausdruck aber "Schönwetterhelfer" bracht es sicher nicht. Bin auch der Meinung, dass die Kinder ihre Mutter brachen, dann müsste sie sich aber erst gar nicht bei einem Hilfwerk anstellen lassen. Entweder oder.
- Urs Hagen, Baar - 09:33 | 18.01.2010
- » Ich finde es auch schön, dass sie überlebt hat. Ich wäre als Angehöriger von einem Hilfswerk geblieben und hätte geholfen wie es ja mein Job verlangt hätte. Statt ein Flugticket hätten gleich ein paar Einheimische wieder überleben können die nächsten Wochen.
- Marco Schwab, Zürich - 09:13 | 18.01.2010
- » ja wirklich total daneben herr Emil Wyss
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