«Ich war vom Leben überfordert» Schlatter-Schläger tuts leid

Der Beschuldigte, der vor einem Jahr Komiker Beat Schlatter attackiert hatte, hat sich am Dienstag vor dem Bezirksgericht Meilen zu seinen Taten bekannt. Er bedauert sie laut eigenen Aussagen sehr und will nun sein Leben in den Griff kriegen.

Hier erscheint der Schlatter-Schläger vor Gericht

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Der gebürtige Italiener nahm vor dem Bezirksgericht Meilen zu seinen Taten Stellung. Ihm wurde unter anderem schwere Körperverletzung vorgeworfen. So hat er innerhalb von drei Tagen drei verschiedene Personen attackiert, darunter am 6. März 2015 den Komiker Beat Schlatter.

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Das Opfer: Beat Schlatter nach der Prügelattacke vor einem Jahr.

Screenshot Tele Züri

 

«Ich habe ihn nicht gekannt», sagte der Beschuldigte. Durch seine psychische Krankheit habe er die Realität nicht richtig einschätzen können. Er habe gedacht, bei Schlatter handle es sich um einen bösen Mann. Deshalb habe er ihn angegriffen.

«Für mich ist der Vorfall eine Katastrophe», betonte der 42-Jährige. Er habe sich bei Schlatter entschuldigt. Ihm sei bewusst, dass er sein Opfer nur dank Glück nicht noch schwerer verletzt habe. Zudem beteuerte er, dass er nun verstehe, welche Wahnvorstellungen die Krankheit in ihm auslöse und dass er niemanden mehr schlagen werde.

Der Täter: Am Dienstag steht Massimo R. in Meilen ZH vor Gericht. play

Der Täter: Am Dienstag steht Massimo R. in Meilen ZH vor Gericht.

ZVG

 

Seinem Mandanten sei bewusst, dass er Verantwortung für sein Leben übernehmen müsse, sagte der Verteidiger. Er habe ihm gegenüber versichert, dass er sein Leben in den Griff bekommen wolle.

Die Probleme des gelernten Elektronikers fingen mit seiner Scheidung im Jahr 2005 an. Sein Leben geriet danach aus den geordneten Bahnen. Er begann Drogen wie Kokain und Heroin zu konsumieren. «Ich war vom Leben überfordert», sagte er.

Der Mann war schon mehrfach wegen psychischen Störungen in Behandlung, brach diese jedoch jeweils nach kurzer Zeit wieder ab. Heute nehme er keine Drogen mehr und trinke auch keinen Alkohol, versicherte er dem Bezirksgericht.

Für den Staatsanwalt ist der Beschuldigte aufgrund seiner psychischen Probleme nicht schuldfähig. Er habe zwar gewusst, was er getan habe und vorsätzlich gehandelt. Er sei aber nicht fähig, das Unrecht zu erkennen.

Die Anklage fordert deshalb im Anschluss an eine zweimonatige Einweisung in eine stationäre Einrichtung und im Anschluss daran eine langfristige ambulante Behandlung des 42-Jährigen. Das Hauptgewicht liege dabei bei der medikamentösen Behandlung, die seine «schizoaffektive Störung» heilen soll.

Der Verteidiger unterstützte diesen Antrag. Es gehe darum, einen Rückfall zu verhindern.

Die stationäre Behandlung hat der Beschuldigte, der seit Anfang Februar in einem betreuten Wohnheim lebt, praktisch schon hinter sich. Sein Betreuer erklärte vor Gericht, dass der Beschuldigte sich zuvorkommend und anständig zeige und sich sehr gut ins Wohnheim integriert habe.

Das Bezirksgericht Meilen fällte noch kein Urteil. Es will erst einmal die weitere Entwicklung des Beschuldigten abwarten und das Urteil dann im Juni eröffnen.

Publiziert am 22.03.2016 | Aktualisiert am 22.03.2016
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Beat Schlatter wieder von Schläger angegriffen!

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20 Kommentare
  • Anna  Rusch 23.03.2016
    Langsam reichts mit diesem Fall, es gibt noch anderes zu berichten, oder?!
  • Susanne  Reich 22.03.2016
    Ich finde die Wandlung vor Gericht vom Saulus zum Paulus immer wieder erstaunlich.
  • Liebe  Alles , via Facebook 22.03.2016
    Lieber Massimo,

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute für deine Zukunft!!! Jeder hat eine zweite Chance verdient.
    Wir lernten uns in der Klinik kennen- deine Tomatensauce werde ich nie vergessen, smile. Ganz liebe Grüsse, Jasmin
  • Silvio  Hertli , via Facebook 22.03.2016
    "Nicht schuldfähig". Dieser Spruch ist doch ein weiterer Schlag ins Gesicht seiner Opfer.
    Wenn der Mann psychisch so angeschlagen ist, wie viel Vertrauen kann man dann in seine Beteuerungen setzen, dass er sowas nicht wieder tun wird?
    Und wenn das Urteil denn gesprochen wird, dann hat er die "Strafe" bereits abgesessen... Wie krank ist das denn?
  • Willy  Bald 22.03.2016
    So nach dem Motto: "Ich habe mein Leben jetzt im Griff, ich habe mehrere Leute zusammen geschlagen !"