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In der VIP-Lounge des Dan-Hotels in Tel Aviv (Israel) trifft SonntagsBlick am vergangenen Montag Joseph S. Blatter zum exklusiven Interview.Der Fifa-Chef hat starke Knieschmerzen, doch die Frage, ob er sich beim Autounfall vor zehn Tagen verletzt habe, wehrt er vehement ab. Dabei handle es sich um ein schon viel älteres Leiden. Im Gegenteil, es gehe im gesundheitlich ausgezeichnet.
Die Aufregung um seinen Unfall kann der 72-Jährige überhaupt nicht verstehen. Schliesslich könne so etwas doch jedem einmal passieren! Und über die Spekulationen, dass er selber die Nummernschilder des Mercedes abgeschraubt habe, kann Blatter nur lachen. Dazu habe es überhaupt keine Veranlassung gegeben. Denn ohnehin seien die Schilder nicht auf ihn persönlich, sondern auf die Fifa eingelöst. Mit diesem Firmenfahrzeug fuhren auch andere Personen. Die Berner Kantonspolizei habe ihm nur einen einzigen Gefallen getan: Ihn auf den nächsten Polizeiposten chauffiert, da sein Mercedes nicht mehr fahrtüchtig gewesen sei. Dort habe ihn später seine Tochter abgeholt und ins Wallis gefahren.
Zum genauen Unfallhergang darf Blatter keine Angaben machen, da die Ermittlungen immer noch laufen. Dies bestätigt auch der zuständige Untersuchungsrichter: «Die Polizei hat eine Anzeige bei mir eingereicht», sagt Matthias Wiedmer (40) und geht sogar einen Schritt weiter: «Hätte Blatter kein Gesetz verletzt, hätte die Polizei mir lediglich einen Bericht zugestellt.» In den kommenden Tagen wird Wiedmer die Akten genaustens studieren, um zu entscheiden, für welches Verfahren er sich entscheidet: «Ob ich Blatter zur Einvernahme vorlade, wird sich zeigen», so der Untersuchungsrichter.
D. R. (21)*, Fahrer des VW Golf, den Blatter abgeschossen hat, will sich nicht zum Unfall äussern. Nach Aussagen seines Vater habe er sowieso kaum etwas vom Unfall mitbekommen: «Es ging alles so schnell», weiss A. R. (51)*. Sie beide hätten jedoch volles Vertrauen in die Justiz und Blatter werde seine gerechte Strafe schon erhalten.
*Namen der Redaktion bekannt