Das schrie ein Vater (52) auf die Combox seiner Tochter (22). Sie brachte ihn vor Gericht. «Ich mache dich fertig, verdammte Nutte!»

ZÜRICH - Weil sie auf seine Anrufe, E-Mails und Twitter-Anfragen nicht reagierte, rastete Papa R. (52) komplett aus. Er beschimpfte seine Tochter aufs Übelste.

Ralf R. bereut ­seine Tiraden. play

Ralf R. bereut ­seine Tiraden.

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Auf Ablehnung reagierte dieser Vater mit einem schlimmen Ausraster. Weil sie über Monate nicht auf Kontaktanfragen via Handy und E-Mail reagiert hatte, beschimpfte Ralf R.* (52) seine Tochter Julia (22) auf der Combox. O-Ton: «Ich mache dich fertig, verdammte Nutte.» Die Jus-Studentin speicherte die Sprachnachrichten – und zeigte ihren Vater wegen Drohung und Beschimpfung an.

Weil sich Ralf R. gegen den entsprechenden Strafbefehl wehrte, stand der Geschäftsmann gestern vor dem Bezirksgericht Zürich. Ein Termin, den er lieber vermieden hätte: «Wenn das herauskommt, verliere ich meinen Job und bin für immer arbeitslos.»

Rückblick: Am 2. März 2015 versucht Ralf R., seine Tochter zu erreichen. Als sie auch beim zweiten Mal nicht abnimmt, dreht der Vater durch. Ralf R. hinterlässt mehrere Nachrichten auf Band. Jede einzelne wäre strafbar. Auszug: «Verdammtes Arsch» und mehrere Varianten von Schimpfwörtern für käufliche Frauen.

Die Tochter, die im dritten Jahr an der Uni Zürich Jus studiert, lässt sich die Unflätigkeiten nicht bieten und schaltet die Polizei ein. Der Staatsanwalt stellt einen Strafbefehl. Der Inhalt: eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 150 Franken für Drohung und Beschimpfung.

Ralf R. erklärte gestern, dass die Tochter aus erster Ehe stamme, und dass hinter den ganzen Streitigkeiten seine Ex-Frau stehe. Er habe sich das Recht erstritten, seine Tochter sehen zu dürfen. Aber seine Ex-Frau habe dies immer wieder verhindert. Ralf R. weiter: «Trotzdem wollte meine Tochter, dass ich Unterhaltszahlungen leiste. Obwohl gerade meine Firma pleitegegangen war, stimmte ich zu. Unter der Voraussetzung, dass sie einen Job annimmt.»

Während vier Monaten antwortete seine Tochter nicht auf Kontaktversuche. «Ich rief sie an, mailte ihr, schrieb sie auf Twitter an.» Dann kam die Vorladung vom Friedensrichter wegen der Unterhaltszahlungen – und Papa rastete aus.

Ralf R. dazu: «Ich war total überrascht und wollte das einfach nur mit ihr besprechen. Als ich sie wieder nicht erwischte, flippte ich aus.» Dann fielen die schlimmen Worte.

«Ich habe zuvor noch nie so mit jemandem geschimpft. Und schon gar nicht mit meiner Tochter. Ich habe das sicher nicht vorsätzlich gemacht, um sie zu verängstigen. Ich bin kurz danach erschrocken darüber, was ich getan habe», erklärt der Vater reumütig. Als der Richter die Aufnahme der Beschimpfungen abspielen will, weigert sich Ralf R., sich seine wütenden Tiraden anzuhören.

Immerhin: Das Urteil fällt etwas milder aus als der Strafbefehl. Ralf R. ist schuldig der Beschimpfung und der versuchten Drohung. Er erhält eine bedingte Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 135 Franken mit einer Probezeit von drei Jahren. Für Gerichts- und Untersuchungskosten muss er 2000 Franken bezahlen.

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 27.02.2016 | Aktualisiert am 27.02.2016
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56 Kommentare
  • Randy J.  Tomlinson , via Facebook 27.02.2016
    Unabhängig von diesem Fall muss endlich ein Gesetz her, welches Väter schützt vor Ex- Partnerinnen welche dem Vater trotz Gerichtbescheid das Kind entziehen, diesem Schauermärchen erzählen was der Papi für ein böser sei usw. und aber Gift und Galle einsetzen um den Vater zu melken. Mütter welche dem Leibvater das Kind durch üble nachreden entziehen, müssen mit Busse oder Gefängniss bestraft werden.
  • Alexander  Müller , via Facebook 27.02.2016
    Zum Glück hat er keinen Tweet verfasst, sonst wäre er im Kanton Zürich zur Person der Zeitgeschichte ernannt worden.
  • Michi  Martin aus Aesch
    27.02.2016
    Es handelt sich hier um Unterhalt, nicht Alimenten. Die Tochter sollte als jus. Studentin wissen, bei Ablehnung gegen den Vater und einseitig abgebrochene Beziehung, darf der Vater die Unterhalsbeiträge stoppen. Ich als Vater hätte ihr einfach mitgeteilt, wenn ich von ihr bis XXX nichts höre werden die Zahlungen eingestellt bis alles geklährt ist. Sie dürfe ruhig vor Gericht gegen mich, aber muss damit rechnen bei einem Negativentscheid, dass sie die Gerichtskosten dann auch noch bezahlt !
  • Fritz  Meyer aus Amden
    27.02.2016
    Ach herrjeh.....da hätte ich meinen Vater (jähzornig) oft verklagen müssen. Ich hab das nicht so ernst genommen und irgendwann war das dann auch Geschichte und wir konnten darüber lachen. Und in die Zeitung gehört sowas eh nicht. Gibt wichtigeres, oder nicht?!
  • Urs  Meier 27.02.2016
    Ich, auch Vater von erwachsenen Kindern, kann nicht verstehen, warum so auf der Tochter rumgehakt wird. Sie kann doch selber bestimmen, mit wem sie Kontakt will und mit wem nicht. Vieleicht ist es für sie besser mit diesem Kerl keinen Kontakt zu haben und könnte ihr Selenleben ungemein erleichtern.
    • Christine  Scheuchzer , via Facebook 27.02.2016
      Auf der Tochter rumhacken? Was tut diese verzogene Göre mit ihrem Vater?
      Meidet jeglichen Kontakt zu ihm, aber sein Geld ist dann doch gut genug für sie? Das ist einfach nur schmutzig und mehr als verwerflich!
      Wenn sie sich vom Vater zurückziehen will, wird das seine Gründe haben, aber dann soll sie konsequent sein und auch die Krallen von seinem Geld lassen!
      Selber Finger raus und das Studium aus eigener Kraft erarbeiten!
    • Toni  Brunner aus Dasmarinas/Cavite/Philippines
      28.02.2016
      ja.... ok.... aber immerhin sehr grossmütig von der Dame, dass sie wenigstens beim Geldkassieren eine Ausnahme macht und nicht auch noch das Bankkonto für seine Zahlungseingänge blockiert.
      Ob die vielleicht deshalb Jus studiert, damit sie auch noch den letzten Fünfer aus ihrem Vater rauspressen kann?