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«Auch ich bin nur ein Mensch», sagte Schmid im «Tagesgespräch» von Radio DRS. (Keystone)
Zuerst nahm Samuel Schmid Stellung zu den Vorwürfen bezüglich der Affäre Nef. Ja, er sei im November 2006 informiert worden. Brigadier Nef sei ihm aber damals noch nicht unterstellt gewesen. Und er habe die Meldung nicht entsprechend gewichtet. «Es tut mir leid», entschuldigte sich der VBS-Chef, «ich habe diese Tatsache vergessen.»
Der spätere Armeechef habe ihm erklärt, dass seine Liebe nicht ohne Probleme auseinander ging. Nef habe nicht gesagt, dass er auf Sexinserate geantwortet habe. Schmid dazu: «Ich habe nicht unter die Bettdecke geschaut.» Warum nicht? «Ich will die Sache nicht herunterspielen. Wir müssen aber auf dem Boden bleiben. Die Unschuldsvermutung gilt weiterhin.»
Roland Nef habe gegenüber ihm immer wieder beteuert, die Sache liege im höchstpersönlichen Bereich, betonte der Bundesrat. Und da berufe er sich auf den Persönlichkeitsschutz. «Es gibt auch im Militär keinen gläsernen Menschen», verteidigt sich Schmid.
Schmid entschuldigt den Ex-Armeechef weiterhin: «Nefs Stalking-Aktivitäten sind noch lange nicht bewiesen.» Und der Staatsanwaltschaft habe keine Strafverfolgung beantragt. Immerhin gibt er zu: «Ich habe Nef zu viel Vertrauen geschenkt.»
Warum – wenn alles so unschuldig war, wie Schmid glauben lässt – hat er dann nicht mit offenen Karten gespielt? Der VBS-Chef: «Wir haben alles auf den Tisch gelegt, der Prozess läuft aber im Moment.» Und fügt nochmals an: «Den Hinweis vom November 2006 habe ich tatsächlich vergessen. Ich wollte niemanden anlügen.»
Ob der Bundesrat nun einen Rücktritt erwägt? «Nein, das kommt für mich nicht in Frage», entgegnet Schmid. Im Moment sei zwar falsche Luft im Kamin, viele alte Sachen würden nun hervorkommen. Doch er glaube nach wie vor an das Rüstungsprogramm 08. Und er wolle auch nicht über einen Rücktritt spekulieren, falls dieses bachab gehe.
Eines hob Schmid besonders hervor: «Ich spüre genug Unterstützung, um Bundesrat zu bleiben. Das Volk steht hinter mir.» (spj)