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Verhaftet, entlassen, nach Hause geschickt. Vor aller Welt als herzlose Sadistinnen entlarvt, die demente Patienten vorführen wie Zootiere. Die alles mit dem Handy filmen – und herumzeigen.
Und wie fühlen sie sich jetzt, die Quäl-Schwestern vom Zürcher Pflegeheim Entlisberg? BLICK ging auf Hausbesuch – und fragte nach.
Läuten bei der Kamerafrau Marianna (24). Ihre Tür bleibt zu. Weiter zu Gordana (33). Die gebürtige Mazedonierin ist seit 2007 in einer Zürcher Vorortsgemeinde eingebürgert. Als gelernte Pflegefachfrau im Heim ist sie sogar für die Ausbildung der Lehrlinge mit zuständig.
Schuld? Sühne? Keine Spur. Gordana versinkt mit feuchten Augen in Selbstmitleid und sagt: «Ich bin doch keine böse Frau!»
Wie ist der Film entstanden?, wollen wir wissen. «Ich weiss es nicht», sagt die Schwester. Wirklich? Warum lacht sie denn der filmenden Kollegin in die Linse? Warum schüttelt sie sich auf dem Film vor Lachen? Keine Antwort.
Aber die abschätzigen Bemerkungen der Kamerafrau müsse sie doch gehört haben, haken wir nach. Gordana flüchtet sich in weitere Ausreden: «Ich dachte, sie mache Spass. Ich wollte der Patientin nur helfen.» Helfen? Dann hätte sie als Verantwortungsträgerin im Heim sofort einschreiten müssen.
Nein, Gordana ist nicht unschuldig reingerutscht. Das sagt auch Anwalt Matthias Erne. Wenn stimmt, was er einklagt, ist der Fall noch viel schlimmer. Denn Gordana soll Patienten auch sexuell provoziert haben. Das bestätigt eine ehemalige Mitarbeiterin des Pflegeheims Entlisberg.
Der Vorwurf liest sich wie aus einem schlechten Roman: Die Schwester soll sich mit gespreizten Beinen vor Heiminsassen gesetzt haben, bis diese nervös wurden. Sie habe ihren Ausschnitt hinuntergezogen und mit ihrem Busen die Alten provoziert.
Auch im Film trägt sie ein schulterfreies Top und sichtbare BH-Träger – nicht eben die typische «Uniform» in einem Heim.
Offenbar schaute und hörte die Heimleitung auch sonst nicht so genau hin. Gordanas Kollegin Paula* (34), die am Dienstag ebenfalls verhaftet wurde, habe vor einer Patientin und ihren Arbeitskolleginnen ihr Intim-Piercing gezeigt. Und Paula gemäss Strafanzeige die Patienten gerne mit lauter Rock-Musik in deren Zimmer erschreckt.
Wenn nicht Patienten-Betreuung der sadistischen Art auf dem Programm stand, vergnügten sich Gordana und Paula am Büro-Computer und surften auf Single-Seiten – steht in der Anzeige.
Oder dann pflegten sie ihre Facebook-Seite. Wo Paula für Piercings schwärmte und für die Hardrock-Band Rammstein. Doch auf Männer ist sie schlecht zu sprechen: «Nicht alle Männer sind Idioten, einige sind Vollidioten», schreibt sie in ihr Facebook-Profil.
Da findets Paula besser, demente Patienten zu schlagen. Diesen Vorwurf macht ihr nämlich Anwalt Erne (siehe Box).
Robert Neukomm, der zuständige Stadtrat, empört sich zwar: «Die Bilder sind eindeutig: Solche Leute haben ihren Beruf verfehlt!»
Doch zu konkreten Vorwürfen sagt er nichts. Und warum nicht einmal das geltende Handy-Verbot umgesetzt wurde – dafür hat auch er keine Erklärung.
Ja, in diesem Heim müssen spezielle Zustände geherrscht haben. Laute, sichtbare. Und alle schauten weg. Nur für die Quäl-Schwestern war alles normal. Wie sagt Gordana? «Ich gehe mit den Patienten gut um!»