Deutscher gesteht im BLICK «Ich bin der Handtaschen-Räuber von Birsfelden»

Der Deutsche Uwe M. gesteht im BLICK, wie er der 95-jährigen Elisabeth E. in Birsfelden die Handtasche raubte.

  • Publiziert: 03.10.2012, Aktualisiert: 04.10.2012
  • Von Leo Ferraro und Romina Lenzlinger
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Das Opfer: Die Rentnerin Elisabeth E. aus Birsfelden BL.

(Foto: Toini Lindroos, Ralph Donghi)
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Uwe M. hat das geklaute Geld gleich «versoffen und verspielt».

(Foto: Toini Lindroos, Ralph Donghi)

Er schäme sich, sagt Uwe M.* (58) aus Grenzach-Wyhlen (D). «Ich habe einen fertigen Seich gemacht! Es tut mir leid.» Das sagte der deutsche Arbeitslose gestern in seiner Stammbeiz, dem «Grenzacher Hof». Aber wofür er sich schämt, daran kann er sich gar nicht mehr so genau erinnern.

«Ich weiss noch, dass ich mit meinem Velo über die Grenze nach Birsfelden gefahren bin. Ich wollte zur Post», erinnert sich Uwe M. an den 12. September. Birsfelden BL liegt gleich am anderen Rheinufer. Der Ex-Ciba-Angestellte kommt gern in die Schweiz, «hier sind die Zigaretten billiger».

An jenem Mittwochvormittag war Uwe M. nicht mehr ganz nüchtern. «Ich hatte schon ein fürchterliches Horn. Der Weisswein!» Er sei der Frau nachgelaufen. «Ich weiss gar nicht, warum.»

Die Polizei weiss es: Uwe M. beobachtete sein Opfer Elisabeth E.* (95) in der Kantonalbank beim Geldabheben. Daran kann er sich angeblich überhaupt nicht mehr erinnern.

Aber es gibt ja zum Glück Beweise: Bilder von Überwachungskameras. Die Polizei Basel-Landschaft hat sie Anfang Woche veröffentlicht.

BLICK hat eins gedruckt. «Ich habe noch nie vorher gestohlen. Aber der Mann auf dem Bild, das bin schon ich. Ich habe meine rote Jacke erkannt.»

Uwe M. verfolgte Elisabeth E. bis nach Hause. «Dort hat sie ihre Tasche auf den Briefkasten gestellt», sagt er. «Da habe ich die Tasche gestohlen. Schwupps! Sie hat gar nichts gemerkt. Die Tasche habe ich dann wohl in ein Gebüsch geschmissen.» Nicht, ohne sie vorher zu leeren. 1200 Franken seien weggekommen, so das Opfer. «Ich hatte plötzlich viel Geld. Wie viel, weiss ich nicht mehr», sagt Uwe M. «Es ist ja auch nichts mehr da. Ich habe gleich alles versoffen und am Automaten verspielt.»

Die Polizeidirektion Lörrach meldete gestern Morgen, der Dieb von Birsfelden sei «ermittelt». Dank der «Fahndung der Schweizer Kollegen im BLICK».

Mit der Polizei habe er noch nicht gesprochen, sagt M. Und weil gestern Tag der Deutschen Einheit war, bekamen die Baselbieter Polizisten ihre Lörracher Kollegen nicht ans Telefon.

«Ich will mich bei der Frau entschuldigen und das Geld zurückzahlen», sagt Uwe M. «Auch wenn ich keins habe, weil ich nicht einmal mehr Arbeitslosengeld bekomme.» * Namen bekannt.

Die Tat

Opfer Elisabeth E. (95) erinnert sich ganz genau an den 12. September. «Bei der Kantonalbank hob ich am morgen 1200 Franken ab. Ich wollte in den nächsten Tagen Einzahlungen machen», sagt sie. Uwe M. verfolgt sie ins Tram, schleicht ihr bis vor die Haustür nach. «Ich wollte den Hausschlüssel aus meiner Stofftasche nehmen, die ich immer übers Einkaufswägeli gehängt hatte», sagt Elisabeth E. «In dem Moment kam plötzlich ein Typ herangerannt, griff nach dem Täschli und haute ab! Ich hatte keine Chance. Ich bin nur froh, dass ich die Tasche nicht in der Hand hatte. Sonst wäre ich noch schwer gestürzt.» Und das Geld? «Das tut weh! 1200 Franken, das ist viel für eine Rentnerin wie mich.» Als BLICK ihr vom Fahndungserfolg erzählt, ist Elisabeth E. erleichtert. «Ich bin froh, dass man ihn erwischt hat. Einer, der so etwas tut, der sollte sich schämen.»

Beliebteste Kommentare

  • richard  keith
    Wäre er nicht fotografiert worden, er hätte sich nie der Polizei gestellt.
    Jetzt erfindet er die Ausred seine Lebens, um noch einiger Massen gut da zu stehen bei der Bevölkerung. Wers glaubt wird selig !
  • Werner  Mäder
    Einfach nur ein jämmerlicher Waschlappen dieser Typ.

Alle Kommentare (21)

  • Daniel  Huber
    Wenn Ihr kriminelle Taten in der Schweiz plant, so müsst Ihr Euch besaufen und Ihr werdet dann mit Samthandschuhen behandelt, nur der oder die Geschädigte ist ein Leben lang bestraft.
    • 04.10.2012
    • 29
    • 3
  • Phil  Yeahh , Hohenrain , via Facebook
    Lebenslange Einreiseverbot. Kurz und Bündig
    • 04.10.2012
    • 32
    • 5
  • Daniel  Huber
    Wie kann denn nur der arme Schlucker ohne eigenes Geld so viel saufen? Ich habe aus finanziellen Gründen noch nie soviel gesoffen, bis ich nicht mehr wusste was ich tat.
    • 04.10.2012
    • 20
    • 1
  • christian  walker
    Sagen wir das doch mal so, egal woher wir dann schlussendlich kommen, egal welche Nationalität wir haben. In Westeuropa, unsere Eltern, Grosseltern und noch weiter zurück, sie alle haben mit Stolz und Würde die Heimat immer in ihrem Herzen getragen, wohin sie auch immer in die weite Welt gezogen sind. Heute, die Leute sind verloren in ihrem Glauben in ihr eigenes Land, der Rückhalt, den Sie eigentlich zu erwarten hätten von dem Land dem diejenigen eigentlich zugehören sollten, kann mann nicht mehr erwarten. Die ÄMTER, sind sie nun aus Deutschland oder egal wo auch immer in Westeuropa inkl. SCHWEIZ, schikanieren Bürger bis hin zur Verzweiflung. Somit dürften solche Taten nicht allein die Ursache eines älteren Herren sein, die zu solchen gemeinen Verhalten führt, sondern hier tiefgründiger zu suchen ist.
    • Andreas  Oppliger , via Facebook
      Stimme Ihnen voll und ganz zu. Werde die Schweiz in paar Monaten verlassen aus dem Grund ich werde nur noch verarscht hier, gut genug zum Steuern zahlen und man wird geknechtet und hat keine Rechte nur Bevormundungen und es wird noch schlimmer.
      • 04.10.2012
      • als Kommentar auf christian  walker
      • 16
      • 4
  • Urs  Gehrig
    Immerhin sagt er, dass es ihm leid tut. Er ist auch nur ein armer Schlucker...
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