Hungerstreik gegen Porno-Entlassung

  • Publiziert: 13.05.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
play Da sitzt er nun vor dem RSR-Gebäude, der entlassene Informatiker Jorge Resende, und protestiert leise. Obs was nützt? (Keystone)

LAUSANNE – Er entlarvte einen Kinderporno-Konsumenten beim welschen Radio. Die Quittung: der Blaue Brief. Doch das lässt Jorge Resende nicht auf sich sitzen.

So schnell wird das Westschweizer Radio (RSR) den geschassten Informatiker nicht los, der die Kinderporno-Affäre ins Rollen gebracht hat (Blick.ch berichtete). Jorge Resende kämpft um seinen Job. Heute startete er vor den RSR- Gebäuden in Lausanne ein Sit-in.

Da ihm die Direktion verboten hatte, seine Aktion auf dem Parkplatz des Radiogebäudes durchzuführen, sitzt Resende nun schräg gegenüber auf der anderen Strassenseite. Er hat sich für eine zeitlich unbefristete Dauer des Protest-Sitzens eingerichtet. In einem kleinen Auto will er die Nächte verbringen.

Damit nicht genug: Ab dem 13. Juni und bis zum Ende der Euro will der Entlassene auch noch in Hungerstreik treten. Mit dieser drastischen Aktion will er erzwingen, dass ihn die Direktion wieder anstellt.

Resende war gekündigt worden, nachdem er Anfang März publik machte, dass ein RSR-Kadermitglied kinderpornografische Bilder vom Internet geladen hatte. Die Bilder hatte der Informatiker bereits im Jahr 2005 entdeckt und der Direktion gemeldet. Der Kadermann kassierte bloss eine Verwarnung, auf weitere Schritte verzichtete die Direktion. (SDA/hhs)

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