Homophob und fremdenfeindlich Die Jugend rutscht nach rechts

Die Schweizer Jugend rückt nach rechts. Gemäss Ergebnissen der Jugendbefragung ch-x identifiziert sich gut ein Drittel der 19-Jährigen mit der politischen Rechten. In einer früheren Befragung waren es 8 Prozent weniger gewesen.

Erschreckende Tendenzen: Schweizer Jugend rückt vermehrt nach rechts play

Die politische Ausrichtung rutscht nach rechts: Jugendliche am Thunersee.

Keystone

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Die Schweizer Jugend rückt nach rechts. Gemäss Ergebnissen der Jugendbefragung ch-x identifiziert sich gut ein Drittel der 19-Jährigen mit der politischen Rechten. In einer früheren Befragung waren es 8 Prozent weniger gewesen.

Parallel dazu hat auch die Fremdenfeindlichkeit und die Homophobie zugenommen. Dies geht aus dem am Freitag veröffentlichten Bericht «Young Adult Survey Switzerland» (YASS) hervor, der sich auf die Jugendbefragung stützt. Die jüngsten Zahlen stammen aus den Jahren 2010/2011, die vorangehenden Vergleichswerte waren 2006 erhoben worden.

Leicht gewachsen ist in dem Zeitraum auch die politische Mitte. Markant abgenommen hat dagegen die Zahl der jungen Erwachsenen, die sich links positionieren, nämlich von 41 Prozent auf 28 Prozent. Bei der vorangehenden Befragung war gemäss der Studie noch ein Linksrutsch festgestellt worden.

Interessiert an Politik

Insgesamt stellt der Bericht einen Trend zur politischen Polarisierung fest. Gleichzeitig hat das Interesse an der Politik zugenommen: Der Anteil der jungen Erwachsenen, der sich für Politik interessierte, nahm zwischen 2003 und 2011 um über 20 Prozent zu. Die Teilnahme ist dabei umso grösser, je höher der Bildungsstand ist.

Die YASS-Studie gibt auch Aufschluss über die Werteorientierung junger Erwachsener. Am wichtigsten sind Freundeskreis, Partnerschaft, Genuss und Familienleben. Am Ende der Skala rangieren Traditionen, Macht, politisches Engagement, Gott und Konformismus.

Die psychische Verfassung wurde aus statistischen Gründen nur bei jungen Männern erhoben. Die Autoren sprechen in dem Bericht von bedenklichen Ergebnissen: Einer von acht Befragten hatte in den zwei vorangehenden Wochen suizidale Gedanken. Einer von zwölf gab an, oft oder immer negative Gefühle zu haben.

Die Studie zeigt auch, dass junge Männer ohne Brüche im Bildungsweg und mit anspruchsvollen Ausbildungen weniger zu negativen Gefühlen neigen. Alles in allem waren die jungen Erwachsenen in der Schweiz mit ihrem Leben aber zufrieden: 90 Prozent gaben an, ein zufriedenes Leben zu führen.

Vergleichbare Resultate

Es handelt sich um die ersten Ergebnisse der YASS-Studie. Neu daran ist, dass den 19-Jährigen immer die gleichen Fragen gestellt werden. Die Forscher erwarten, dass sich dadurch Veränderungen beschreiben und Trends und Tendenzen aufzeigen lassen. Die folgende Befragung wurde 2014/2015 durchgeführt, die Resultate werden derzeit ausgewertet.

Die Erhebung erfolgt anlässlich der Aushebung in den Rekrutierungszentren. Ergänzend werden jeweils 3000 zufällig ausgewählte 19-jährige Frauen befragt. Damit lässt die Studie auch Rückschlüsse auf geschlechtsspezifische Unterschiede zu. Die aktuellen Resultate zeigen etwa, dass es für junge Frauen mit geringen schulischen Kompetenzen besonders schwierig ist, eine Lehrstelle zu finden und abzuschliessen. (SDA)

Publiziert am 04.11.2016 | Aktualisiert am 04.11.2016
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33 Kommentare
  • Theres  Küenzi aus Seeberg
    05.11.2016
    ich glaube, dass gerade die jugendlichen noch nicht realisiert haben, dass es die rechten sind die bei der bildung und im sozialen auf die finanzbremmse drücken. man gebe lieber denen die schon genug haben.
  • Tsegye  Tsering aus St. Gallen
    04.11.2016
    Hallöchen allerseits.
    Danke Blick das ihr meine Ansicht einerseits teilt und anderseits können wir den Medien verdanken, dass die Schweizer so denken. Ich bin dunkelhäutig und in der Schweiz aufgewachsen. Jedoch mache ich alltäglich meine Erfahrungen mit fremdenfeindlichen Jugendliche (oft sind es Frauen).
  • Dracomir  Pires aus Bern
    04.11.2016
    Warum die Jugend nach rechts rückt, ist klar: Sie muss hilflos zuschauen, wie der Bundesrat die Masseneinwanderungsinitiative vernichtet, wie die Schweiz überfremdet und islamisiert wird. Durch die vielen Zuwanderer werden die eigenen Jugendlichen einer Job-Konkurrenz aus fremden Kulturen ausgesetzt, was absolut unnötig und unverzeihlich ist. Die Jugendlichen wehren sich also zu recht.
    • Heiri  Schatzkiste 04.11.2016
      So ein Blödsinn. Wenn Sie auch nur ein Wort von dem Artikel verstanden hätten, wüssten Sie, dass das Jahr, in welchem die Tendenzen aufgenommen wurden, ein wenig früher als Ihre hochgelobte MEI und Ihre erfundene "Islamisierung" stattgefunden haben. Zudem wurde diese Initiative äusserst knapp angenommen, d.h. es gibt genug Andersdenkende als Sie es sind und wir sind ebenfalls gleichwertige Bürger in diesem direktdemokratischen Staat.
    • Erika  Ruf , via Facebook 05.11.2016
      Wie ums himmelswillen kann man Frau Sommaruga klar machen, dass ihre Politik nicht dem Willen der Bevölkerung entspricht.
  • Thomas  Hager aus Luzern
    04.11.2016
    Bei so einem Rutsch kann es schnell passieren das dieser sich zu einem Absturz weiterentwickelt.
    Da die Umfrage aber unter Armeeangehörigen gemacht wurde ist das nicht so schlimm denn vernünftige Menschen gehen nicht in die Armee und Frauen auch nicht und die sind schon die Hälfte der Bevölkerung. Die Umfrage ist also nicht repräsentativ für die Schweiz.
    • John  Livers aus St.Gallen
      04.11.2016
      Thoman Hager
      Was wäre denn so schlimm an einem Rechts Rutsch, wenn wieder etwas Ordnung einkehren würde. Heute kann doch ein jeder machen was er will, sogar zum Töten aufrufen kann man und bekommt nur eine bedingte Strafe. Wir unterhalten tausende junge Leute in unserem Sozialsystem,haben aber kein Geld für die Ausbildung unserer Jugend. Kein Geld für ein anständiges Leben unserer Alten usw.
    • Markus  Hunziker aus Chur
      04.11.2016
      @John Livers: kein Geld für die Ausbildung der Jugend haben wir wegen den Rechten...
    • Harald  Beutler 04.11.2016
      @Hunziker: Spannende Idee... Wieso ist hier die Rechte schuld? Können Sie das auch begründen? Kaum, denn sie liegen falsch. Die Bürgerlichen wollen grundsätzlich nicht die Ausbildung reduzieren und dort sparen. Denn dort drin liegt die Zukunft unseres Landes (und nicht in Immigration und Asylantentum). Aber da Links wie ein Terrier an den Sozialausgaben festhält, bleibt kaum mehr Sinnvolles übrig, das nicht schon in der Vergangenheit Federn lassen musste. Das Geld fehlt wegen Links!
    • Mike  Studer 04.11.2016
      @Hager: Die Befragung erfolgte während der Aushebung. Soweit ich weiss, muss jeder an die Aushebung. Und, obschon da nicht steht, woher die 3000 zufällig ausgewählten Frauen kommen, es wurden auch Frauen befragt.
  • Stephan  Huber aus Siggenthal
    04.11.2016
    Wenn ich das richtig gelesen habe. Wurde diese Studie mit Rekruten gemacht. Dann ist diese Entwicklung nur logisch. Weil links orientierte Junge Männer in den Zivildienst gehen immer nicht ins Militär. Also repräsentiv nenne ich das nicht.
    Wäre etwa gleich wenn man nur Zivildienst leistende fragt, Dann käme wohl ein links Trend raus.