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Beim angeblichen «Komplottplan» zur Absetzung von Bundesanwalt Valentin Roschacher handelt es sich laut dem früheren Privatbankier Oskar Holenweger um «persönliche Orientierungshilfen». Holenweger entschuldigte sich in einer Stellungnahme von heute bei allen auf der so genannten «H-Liste» aufgeführten Personen.
Diese Personen seien völlig zu Unrecht in den Strudel von Verdächtigungen gezogen worden, schreibt Holenweger. Die Flipcharts hätten als persönliche Orientierungshilfe gedient und seien ausschliesslich im Rahmen von familieninternen Diskussionen oder bei Telefonaten mit seinem Anwalt verwendet worden.
Kein einziger Strich darauf stamme von einer Drittperson. «Die unterschiedliche Schriftweise erklärt sich damit, dass ich teilweise stand, sass oder gleichzeitig telefonierte», erklärt Holenweger.
Auch die «H-Liste» sei eine persönliche, unsystematische Orientierungshilfe. Keine der aufgeführten Personen habe davon gewusst. «Es war weder ein Komplottplan, noch wurden die in Frage stehenden Parlamentarier zu irgendeinem Zeitpunkt über einen angeblichen Plan informiert oder waren sie gar darin involviert», schreibt der Ex-Bankier weiter.
Diese Liste enthalte Namen von Parlamentariern, die sich vor dem 1. Juni 2006 zur Bundesanwaltschaft oder zur Person Valentin Roschacher geäussert hätten.
«Falls es jemals ein Komplott gegen Bundesanwalt Roschacher mit dem Ziel, ihn des Amtes zu entheben, gegeben haben sollte, wären die dafür verantwortlichen Personen bei der Bundesanwaltschaft und/oder der Bundeskriminalpolizei zu suchen», hält Holenweger fest.
Tatsache sei, dass aus diesen Kreisen seit Dezember 2004 systematisch Schlüsselnachrichten, die zum späteren Eklat geführt hätten, an die Medien gelangt und von diesen verbreitet worden seien.
Sein letztes Gespräch mit Bundesrat Christoph Blocher hat Holenweger nach eigenen Angaben 1988 geführt. Silvia Blocher habe er letztmals an einer Klassenzusammenkunft Ende der 1990er-Jahre gesehen.
Für sein Verhalten entschuldige er sich: Das Herumführen der persönlichen und unsystematischen Listen und Notizen habe zur heutigen politisch vergifteten Atmosphäre geführt und bewege ihn sehr. Holenweger wies erneut sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. (AP/hhs)