Die schlimmste Sintflut in 250 Jahren

  • Publiziert: 28.09.2005, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Die Gesamtschäden der August-Überschwemmungen belaufen sich nach neusten Schätzungen auf 2,6 Milliarden Franken. Trotzdem geben die Versicherer Entwarnung: keine Prämienerhöhung!

Die Schäden sind gigantisch – und das soll sich wenn irgend möglich nicht wiederholen. Deswegen heisst das Motto für die Kantonalen Gebäudeversicherungen (KGV) jetzt: vorbeugen. Was also ist zu tun?

Durch Information und Ausbildung soll sichergestellt werden, dass jeder Hauseigentümer die ihm zumutbaren Präventionsmassnahmen durchführt. Das fordert Direktor Jürg Marty. Die Gebäudeeigentümer sollen durch rechtzeitige Alarmierung und Instruktion effiziente Schadenminderung betreiben können. Marty machte auch den Vorschlag, Hausbesitzer durch die Behörden auf Prävention verpflichten zu lassen, wenn freiwillige Kooperation zu wenig bringt.

Die KGV sprechen von einer Naturkatastrophe, die meteorologisch ein 250-Jahr-Ereignis sei. Die gemessenen Werte überstiegen bei den Niederschlägen bei weitem das Katastrophenjahr 1999. Die Flut vom August verursachte zusammen mit den ebenfalls verheerenden Hagelschlägen in der Westschweiz vom Sommeranfang 2005 schon heute einen Jahresschaden, der viermal höher ist als der Jahresdurchschnitt.

Trotzdem ist der «Jahrhundert-Jahresschaden» des Jahres 1999 – mit Schneefall, Überschwemmungen, Hagelschlägen und dem Sturm Lothar – erst etwa zur Hälfte erreicht. Daher versprechen die Versicherer schon heute: Die Prämien gehen nicht rauf!

So verteilen sich die Kosten

Die bei den KGV registrierten Gebäudeschäden betragen eine halbe Milliarde Franken. Bei den Privatversicherern liegt die Schätzung der Gebäudeschäden bei weiteren 250 Millionen Franken. Die Hausratschäden belaufen sich auf 725 Millionen Franken.

Die übrigen versicherten Schäden wurden von den Privatversicherern auf 385 Millionen Franken beziffert. Dies ergibt eine geschätzte versicherte Schadensumme von rund 1,85 Milliarden Franken.

Rechnet man dazu noch die nicht versicherten Infrastrukturschäden, kann man zu den versicherten Schäden auf Grund der Erfahrungen von 1999 noch einmal etwa den Gebäudeversicherungswert (750 Millionen) addieren.

Damit beträgt nach neusten Schätzungen die gesamte Schadensumme der August-Hochwasser rund 2,6 Milliarden Franken.
play 26. August: Die Verwüstungen waren in bernischen Brienz besonders schlimm. (Keystone)

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