Trotz Gewitter nur geringe Abkühlung Hitzewelle rollt nach heftigem Gewitter weiter

  • Publiziert: 11.07.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN - 148‘000 jubeln am Openair in Frauenfeld, 300‘000 tanzen in Genf. Der Rest bleibt cool im Wasser. Denn die Hitze lässt sich auch durch Blitz und Donner nicht aufhalten.

Das Hitzegewitter vom Samstag hatte in der ganzen Schweiz . Am schlimmsten traf es Zürich und Luzern. An den beiden Orten gingen total über 600 Meldungen wegen Unwetterschäden wie umgestürzte Bäume, überflutete Keller oder Bränden nach Blitzschlägen ein.

Mindestens vier Personen wurden leicht verletzt. Zweimal fiel ein Baum auf ein Auto. Ein Landwirt musste mit einer Rauchvergiftung ins Spital, nachdem sein Bauernhaus von einem Blitz getroffen wurde und in Brand geriet. Zudem verletzte sich ein Feuerwehrmann im Einsatz.

Mehrere Strassen und Bahnlinien waren am Samstagabend unbefahrbar, an einigen Orten kam es zu Stromausfällen. Auf dem Zürichsee kenterten und sanken zahlreiche Boote, nachdem Windböen mit bis zu 155 km/h darüber gefegt waren. Mehrere Personen in Seenot mussten gerettet werden.

Weitere Gewitter am Abend

Am Sonntag setzte sich die Hitzewelle aber schon wieder fort. Auf über 32 Grad stieg die Temperatur in Chur, Locarno TI und Payerne VD, wie ein Sprecher von MeteoSchweiz auf Anfrage sagte. Es sei in allen Regionen über 30 Grad heiss geworden. Lediglich in Seenähe habe der Seewind jeweils für etwas kühlere Temperaturen gesorgt.

Es kam jedoch wiederum zu einzelnen Gewittern. Schon am Mittag gewitterte es am Neuenburger Jura, nur kurze Zeit später blitzte und donnerte es auch am Brünig, wie SF Meteo mitteilte. Lokal sind laut den Wetterdiensten auch am Sonntag heftige Gewitter möglich.

Hunderttausende schwitzten an Openair und Lake Parade

Trotz Bruthitze , an dem sich Stars wie Eminem oder Die Fantastischen Vier die Ehre gaben. Die Organisatoren im Thurgau gaben nebst dem Zuschauerrekord auch gleich einen (inoffziellen) Hitzerekord bekannt: 37,5 Grad am Samstag.

In Genf wummerten heute dafür die Bässe: Bei rund 30 Grad am Schatten zogen rund 300000 Fans elektronischer Musik und Schaulustige durch die Strassen. Erst gegen Abend gab es etwas Wind und einige erfrischende Regentropfen.

Nächste Woche: Sieben Tage schwitzen

Offiziell variierte der Hitzerekord je nach Wetterdienst: Er reichte von 34,9 Grad in Basel (MeteoSchweiz) über 35 Grad in Sisseln am Rhein (SF Meteo) bis zu 36,7 Grad in Möhlin AG (Meteocentrale).

Auch kommende Woche darf weitergeschwitzt werden: Der morgige Montag beginne mit sonnigen Wetter, berichtete SF Meteo und bringe erneut Temperaturen bis zu 32 Grad am Nachmittag, begleitet von einigen Hitzegewittern. Bis Freitag bleibt es mehrheitlich in der ganzen Schweiz immer um die 30 Grad. Der Sommer ist definitiv da! (SDA/rgj)

Europa stöhnt unter der Hitze

Millionen Menschen in ganz Europa haben am Wochenende unter den hohen Temperaturen gestöhnt. In Grossbritannien wurden in den letzten zwei Wochen mehrere hundert Todesfälle mehr als sonst registriert – offenbar Wetteropfer, wie die Gesundheitsbehörde erklärte. Auch die Deutschen und die Österreicher litten. In Österreich kletterte das Thermometer auf über 36 Grad, in Deutschland auf fast 39 Grad.

Besonders hart traf es die Passagiere von ICE-Zügen, deren Klimaanlagen mit der Gluthitze nicht mehr fertig wurden. Die Deutsche Bahn musste drei Züge evakuieren, nachdem in diesen die Temperaturen gemäss Augenzeugen auf über 50 Grad gestiegen waren.

In Spanien und Italien herrschte die ganze Woche «Sahara-Hitze» mit Werten um die 40 Grad. Wegen der Hitze starben in Spanien bereits drei Menschen nach einem Kreislaufkollaps. (SDA)

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Schweiz

Die Schweiz schwitzt! Geniessen Sie die aktuellen Temperaturen?»

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  • 39,8% Mir ist das zu heiss – Abkühlung bitte!
  • 9,0% Ein paar Grad mehr könntens schon noch sein...