Hip-Hop und Reggae-Fans zittern: Weniger Konzerte wegen neuem Schwulengesetz?

BERN - Capleton, Sizzla, T.O.K. und Buju Banton - diese Reggea-Sänger machen alle Schlagzeilen mit Schwulenhass-Liedern. Bald könnten die Künstler in der Schweiz dafür hart rangenommen werden.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Sonderkommando stürmt Haus in Düsseldorf - Mann (35) verhaftet Paul (12)...
2 Der erschütternde Bericht der Kindsmörderin von Flaach ZH Darum tötete...
3 Deutscher Koch Werner C. (35) in Haft Er lauerte Paul im Internet auf

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
31 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

«Rat tat tat, jeder Schwule sollte tot auf dem Boden liegen», singt etwa die Dancehallformation T.O.K aus Jamaika. Und weiter: «Sollten sie zusammen in einem Schwulen-Auto sitzen, entfesselt das Feuer, lasst sie uns verbrennen. Sollten sie zusammen in einer Schwulen Bar trinken, entfesselt das Feuer – lasst sie uns fertig machen.»

Solche Parolen will der Westschweizer Nationalrat Mathias Reynard (SP) in Zukunft verbieten lassen. Heute wird deswegen ein Vorstoss von ihm in einer nationalrätlichen Komission behandelt, der Hassparolen gegen Schwule und Lesben gleich ahnden möchte wie Rassismus. Das ist heute noch nicht der Fall.

Die Komission hatte das Vorhaben gutgeheissen, muss aber heute nochmals über die Bücher, bevor der Initiativtext in der grossen Kammer behandelt werden kann. Dies berichtet 24heures.

Drohende Zensur

Die Annahme der parlamentarischen Initiative würde bedeuten, dass kaum noch Künstler in der Schweiz auftreten dürften, die solches oder ähnliches Liedgut im Repertoire haben. Und das wären einige, vor allem aus dem Reggea-Dancehall-Sektor, wie etwa T.O.K., Buju Banton, Bounty Killer, Sizzla oder Capleton. Konzerte von letzterem wurden in der Schweiz auch schon abgesagt.

Zudem würden auch einige Hiphop-Künstler unter diese Kategorie fallen. Nun fürchten sich die Partyveranstalter vor einer solchen Regelung, wie «24 Heures» schreibt.

Keine Aufrufe zum Mord mehr akzeptieren

Pablo Niederberger vom Freiburger Nachtclub «Fri-Son» sagte einst vor einem Konzert von «Bounty Killer» zu Blick: «Die Fans hören das gar nicht wegen der schwulenfeindlichen Texte. Homophobe Dancehall-Musiker nicht mehr einzuladen, würde bedeuten, dass man eine ganze Musiksparte ausschliessen müsste».

«Ich habe nicht an die Reggea-Künstler gedacht», sagt Mathias Reynard zur Initiave. Zensur wolle er nicht betreiben.

Mit-Initiant Guillaume Barazzone meint hingegen: «Man kann nicht alles akzeptieren, nur im Namen der freien Meinungsäusserung. Aufrufe zum Mord verletzen mein rechtsstaatliches Verständnis deutlich.»

Homosexuelle mit der Initiative besser geschützt als Behinderte

Ausserdem wären Komiker nicht eingeschlossen, schliesslich seien Provokationen und Mord-Verherrlichung nicht dasselbe.

Allerdings ist die Vorlage nicht nur wegen der drohenden Zensur umstritten. Im Ständerat wurde sie von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt, weil die sexuelle Orientierung in der Diskriminierungs-Frage dann höher gewichtet würde als andere Faktoren wie etwa das Alter oder ein Handycap. (ct)

Publiziert am 13.11.2014 | Aktualisiert am 13.11.2014
teilen
teilen
31 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

4 Kommentare
  • Morgan  Schwab , via Facebook 14.11.2014
    Es ist gut und auch richtig, dass es solche Liedermacher trifft. Denn Hetze gegen Schwule ist nicht erlaubt - auch nicht in einem Lied. Und ich bin dafür, dass das Gesetz auch bleibt, dass man die nicht mit Samthandschuhen anfasst.
  • Ivan  Salianov 13.11.2014
    Vergast die Juden darf man nicht mehr sagen, dafür noch immer "tötet alle Schwule"? Das geht doch auf keine Kuhhaut. Ich bin ausser mir, dass das noch immer nicht unter die Rassismus-Straf-Norm fällt!
    • Ewald  Rindlisbacher aus Grayland
      13.11.2014
      Schwul sein ist keine Rasse, auch Judentum ist keine Rasse. Unter Rassismus Straf Norm verstehe ich nur Straftaten auf Grund einer anderer Hautfarbe, sonst nichts !!!!
    • Mike  Meyers 14.11.2014
      Ich frag mich schon, was das für Hinterwäldler sind, die bei Ivans Kommentar den Daumen runter drücken. Rassismus in jeder Form ist primitiv und dumm!