«Hilfestellung statt Bestrafung» Justizposse um St.-Ursen-Brandstifter

Die Frist für die Freilassung des St.-Ursen-Brandstifters Andres Zaugg (66) ist eigentlich abgelaufen. Doch die Staatsanwaltschaft reichte bei der Kesb eine Gefährdungsmeldung ein.

Justizposse um St.-Ursen-Brandstifter geht weiter: Kesb eingeschaltet play
Andres Zaugg (66) müsste eigentlich auf freiem Fuss sein. RALPH DONGHI

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Der St.-Ursen-Brandstifter Andres Zaugg (66) müsste ein freier Mann sein. Das hat das Bundesgericht entschieden – und eine Frist für die Freilassung gesetzt.

Die ist definitiv abgelaufen. Beim Brandanschlag auf das Gotteshaus 2011 entstand zwar ein Sachschaden von 3,5 Millionen Franken, so die Begründung aus Lausanne, Ziel von Zaugg sei es aber nicht gewesen, dass Menschen zu Schaden ­kommen.

Er hatte zwanzig Liter Benzin über den Altar gekippt und mit einer Kerze angezündet. Die Strafe dafür hat er abgesessen.

Zaugg und sein Anwalt Valentin Landmann (66) rechneten nicht mit der Kreativität der Behörden: Die Staatsanwaltschaft reichte bei der Kesb eine Gefährdungsmeldung ein. Nun wird abgeklärt, welche Hilfe Zaugg benötigt. Bis das klar ist, bleibt er im Untersuchungs­gefängnis in Olten SO.

«Es geht dabei aber nicht um eine Bestrafung im Sinne des Strafrechts», sagt die Leiterin des Solothurner Amts für soziale Sicherheit Claudia Hänzi, «sondern um eine Hilfestellung. Damit ist es eine zivilrechtliche Angelegenheit.»

Verteidiger Landmann hält dieses Vorgehen für «eine völlige Anmassung». Damit habe die Kesb das Urteil des Bundesgerichts einfach gekippt. Statt Verwahrung nenne man die Massnahme nun «fürsorgerischen Freiheitsentzug». Die Kesb übernehme somit den Job eines Verwahrungsrichters. Valentin Landmann: «Wir werden so schnell wie möglich Rekurs einlegen.»

Fakt ist: Andres Zaugg wurde in der Vergangenheit regelmässig auffällig. Nebst dem Brandanschlag auf die Kathedrale hatte er 2009 versucht, einen Zug entgleisen zu lassen. Nur ein Jahr später erschreckte er Zugpassagiere im Gotthardtunnel mit einer falschen Bombenweste.

Publiziert am 15.10.2016 | Aktualisiert am 20.10.2016
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9 Kommentare
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    15.10.2016
    Die Qualität der Bundesrichterentscheide waren auch schon besser.....doch keiner würde dagegen Motzen und die lausanner Richter in Frage stellen - Götter der Justitia !
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    15.10.2016
    Der Departementschef heisst Regierungsrat Peter Gomm. Ich bin schwer enttäuscht. Als Anwalt war er zuverlässig.
  • Roger  Hausherr 15.10.2016
    Zudem erinnere ich an den Fall Laibacher in Zug. Auch der fiel zuvor öfters negativ auf. Warten bis wieder etwas passiert?
    • Daniela  Ponti 15.10.2016
      Laibachers Kurzschluss hatte schreckliche Folgen. Dem Mann geschah einiges an Unrecht, er war am Ende. Eine KESB hätte ihn nie von seinem Vorhaben abbringen können. Ihm fehlte jemand der ihn liebevoll an die Hand nahm, die KESB ist eine reine Verwaltungsbehörde.
  • Koni  Kadir , via Facebook 15.10.2016
    Wer unserem Staat noch etwas glaubt, ist eben selber schuld. Nicht einmal mehr Urteile gelten etwas. Abgesessen heisst abgesessen, und Knast bedeutet Knast. Der Rest ist Unsinn.
  • Daniela  Ponti 15.10.2016
    Die KESB, ist ein Tumor, den keiner braucht und produziert Kosten ohne Ende. Wer bereitet dieser anmassenden Sozialromantikerbande endlich mal den Garaus?